Pressemitteilung von Marianne Lother / BNN

Die Herbergssuche, als Maria und Josef nach Nazareth kamen und eine Bleibe für die Nacht suchten, ist die bekannte und gern und viel gespielte Weihnachtsgeschichte. Nun hat der evangelische Pfarrer Clemens Bittlinger das Motiv auf eine zeitgemäße Fassung unter dem Titel „Wir ziehen von Haus zu Haus“ umgeschrieben und mit fetziger Musik ein Musical daraus gemacht. Die Kindertheatergruppe „Rabatz in Büchig“ unter Leitung von Cirsten Rieger hat es im Vereinsheim des VSV Büchig auf die Bühne gebracht.

Von Zeit zu Zeit kommen Engel an Heiligabend auf die Erde und wandeln dort in allen möglichen Gestalten. So kamen die beiden Engel Hannah Rieger und Lara Pavlovic als armenisches Geschwisterpaar und suchten in einer modernen Stadt eine Bleibe für eine Nacht. Sie suchen schon eine geraume Zeit. Die stets positiv denkende Lara sagt: „Heute ist das Fest des Kindes, wir finden bestimmt bald etwas.“ Die nicht so motivierte Hannah dagegen sagt: „Ich habe keine Lust mehr, überall rausgeschmissen zu werden.“ Trotzdem suchen sie weiter. Die beiden jugendlichen Hauptdarstellerinnen als Suchende. Die übrigen Kinder bildeten den Chor, aus dem die wechselnden Solisten heraustraten. Die Erfahrungen waren erschreckend zeitgemäß: Hannah und Lara wurden nicht abgelehnt, weil kein Platz mehr war, sondern aus ganz anderen Gründen: Die Bewohner eines großen, schönen Hauses sind mitten in den Weihnachtsvorbereitungen und wollen ihre Ruhe haben. Der gestresste Manager hat keine Zeit, er hat noch Kundentermine. Die nächste Familie liegt in heftigem Streit und der Computerfreak kann nur noch im Internet kommunizieren. Selbst in einer Kirche, in der sich Christen versammeln, sagt allenfalls ein Kind: „Wir könnten doch zusammenrücken“, aber der Mutter ist das „zu spontan“. Endlich klappt es. Die beiden Engel geraten an eine Witwe. Die Frau ist froh, dass sie an diesem Abend nicht allein zu sein braucht, und sieht die Mädchen als das an, was sie sind: als Engel. Die nachdenklich machende Geschichte von Clemens Bittlinger dürfte ihre Wirkung nicht verfehlt haben und die 14 mitwirkenden Kinder im Alter zwischen vier und zwölf Jahren waren hoch motiviert und haben gesanglich und darstellerisch ihre Sache sehr gut gemacht.

„Rabatz in Büchig“ wurde in 2015 als nicht eingetragener Verein im Sinne einer Fördergemeinschaft gegründet. Unter dem Vorsitz von Cirsten Rieger sieht er es als seine Aufgabe an, Kinder und Jugendliche zur Teilnahme an einem Musical zu bewegen, um zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Charakterbildung beizutragen. Die Kinder können singen, schauspielern oder bei Interesse sich an der Technik und am Bühnenbild beteiligen. Zurzeit sind 45 Kinder dabei, Cirsten Rieger leitet die Proben. Das nächste Projekt ist „Ritter Rost macht Urlaub“, die Premiere ist am 3. März 2018.

Quelle: Marianne Lother / BNN

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  • Weihnachtsmusical Rabatz in Büchig: Marianne Lother
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