Von meinstutensee.de-Reporter Michelle Maier

Seit dem 13. November trifft sich jeden Montagabend eine Gruppe Gleichgesinnter zum Abendspaziergang am Büchiger Lachwald. Während sie unterwegs sind, führen sie Gespräche über den Erhalt des Lachwalds und wollen ihre Gäste informieren. Organisiert wird der Spaziergang von drei Anwohnerinnen aus Büchig: Brigitte Emmerich, Natascha Reisner und Inge Richter.

Sie treffen sich jeden Montag, auch bei Regen und Kälte: Menschen unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichem Hintergrund. Ihr Treffpunkt ist am Akazienweg in Büchig, direkt neben dem Eingang zum Lachwald. Mit LED-Lampen sind sie optimal für den Ausflug gewappnet. Bevor es losgeht, halten die Organistorinnen noch eine kurze Ansprache, die darüber informiert, was aktuell im Rahmen der Lachwald-Debatte geschehen ist. Sobald alles Wichtige gesagt wurde, geht es auch schon los, Gesprächspartner finden sich, und die Gruppe setzt sich in Bewegung. Die Route führt allerdings immer um den Lachwald herum, weil man den Waldbewohnern ihre verdiente Nachtruhe gewähren will.

Den Organisatorinnen war von Anfang an klar, dass sie sich für den Lachwald einsetzen würden. Der Erhalt des kleinen Biotops liegt ihnen aus vielen Gründen am Herzen. In erster Linie geht es ihnen um den Umwelt- und Tierschutz. Der Lachwald spiele jedoch auch eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben der vielen Anwohner in Büchig. So besuchten ihn Waldkindergarten und Grundschule regelmäßig, für Rentner ist der kleine Wald aufgrund seiner guten Erreichbarkeit ein beliebtes Erholungsgebiet. Den Organisatorinnen sei es selbstverständlich auch wichtig, dass Wohnungen auch für Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbar sind. Sie sind aber der Meinung, dass dafür andere Flächen hermüssen, denn das Opfer der Natur dürfe nicht größer werden.

Mit ihrem regelmäßigen Abendspaziergang wollen die Frauen ein Zeichen setzen und andere Anwohner mobilisieren. Die Teilnehmer des Abendspaziergangs sind größtenteils in Büchig ansässig, doch gelegentlich kommen auch Anwohner aus anderen Teilen Stutensees. Die Veranstalterinnen betonen, dass  jeder willkommen sei.

Die Gastspaziergänger an diesem Abend sprechen sich ebenfalls für den Erhalt des Lachwalds aus. Eine jüngere Teilnehmerin erzählt, dass sie regelmäßig mitläuft und gerne mal Freunde mitnimmt. Ihr sei es wichtig, dass der Lachwald der Natur und der Umwelt zuliebe bestehen bleibt. Sie freut sich darüber, im Rahmen des Bürgerbegehrens nun mitwählen zu dürfen, hat aber auch das Gefühl, dass der Gemeinderat sich anfangs nicht sehr demokratisch gezeigt hat.

Die gleiche Meinung teilt ein Anwohner aus Büchig, der ebenfalls so oft wie möglich am Spaziergang teilnimmt, um sich mit anderen auszutauschen. Seiner Meinung nach sei es in der heutigen Zeit nicht akzeptabel, einen Wald zu roden. Denn selbst in einem so kleinen Wald wie dem Lachwald, leben viele Tiere, die ihren Lebensraum verlieren würden. Zudem bezweifelt er, dass der Wohnraum auf der Fläche des Lachwalds wirklich bezahlbar sein wird.

Eine Gruppe aus älteren Anwohnerinnen nimmt besonders gerne am Abendspaziergang teil. Sie würden großen Wert auf den Austausch legen und stünden den Plänen des Gemeinderats kritisch gegenüber, fühlen sich nur ungenügend in den Entscheidungsprozess eingebunden, da die Bürgerinitiativen im Amtsblatt keine Texte veröffentlichen können. Den Plan, durch die Abholzung des Lachwalds „bezahlbaren“ Wohnungsraum zu schaffen, sehen sie ebenfalls eher kritisch. Sie zweifeln an der konkreten Umsetzung, zumal seien Grundstücke auf dem Lachenfeld auch schon an den Höchstbietenden versteigert worden.

Die Abendspaziergänge werden noch bis zum Bürgerbegehren jeden Montag um 18 Uhr stattfinden.

Bildquellen

  • Abendspaziergang Lachwald: Michelle Maier
  • Abendspaziergang am Lachwald: Michelle Maier
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