Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

In ihren Werbeaktionen schreibt die „Allianz für Stutensee“ (AfS): „Mit NEIN stimmen Sie auch für die Stärkung von Vereinen, Kirchen und Feuerwehr“. Sie sieht diese Stärkung ihrer Broschüre zufolge darin, dass Vereinswesen, Kirchen und Feuerwehren durch eine aktive ehrenamtliche Bürgergesellschaft getragen werden. Diese werde dadurch unterstützt, dass junge Menschen in Stutensee bleiben, wo sie aufgewachsen sind. Das werde durch ein neues Quartier „Lachwald II“ ermöglicht.

Die beiden Bürgerinitiativen „Rettet den Lachwald“ und „Lachwald erhalten“ sprechen sich hingegen in einer gemeinsamen Pressemitteilung gegen eine solche „Instrumentalisierung“ aus. „Wir fordern die AfS dazu auf, sich auf die eigentliche Abstimmungsfrage beim Bürgerentscheid zu konzentrieren“, so die Bürgerinitiativen. Sie lautet: „Sind Sie dafür, dass der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und der Beschluss des Gemeinderats zur Aufstellung eines Bebauungsplans „Lachwald II“ aufgehoben wird?“

Die Ärzte Gisela und Ulrich Lange zeigen sich in einer Mitteilung an meinstutensee.de ebenfalls über die Aussage der AfS irritiert. Wenn „Nein“ zu einer Stärkung führe, so ihr Umkehrschluss, würde „Ja“ zu einer Schwächung von Vereinen und Kirchen führen. „Als Christen verwehren wir uns dagegen, mit unserer Ja-Stimme in ein negatives Licht gestellt zu werden, denn für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Stutensee muss der Lachwald nicht abgeholzt werden“, so die Ärzte.

Inzwischen hat sich auch Pfarrerin Sonja Kantus von der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde in Büchig dazu geäußert. „Ich möchte an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen, dass es keine offizielle Stellungnahme oder Absprache weder mit der Stadt noch mit den Bürgerinitiativen seitens unserer Kirchengemeinde gegeben hat“, so Kantus auf der Website der Gemeinde. Sie bitte alle, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen und frei nach ihrem Gewissen abzustimmen. Sie wünsche sich einen friedlichen und respektvollen Umgang und einen konstruktiven Austausch zwischen den Positionen.

Aktualisierung 08.02.2018: Inzwischen haben sich alle Stutenseer Pfarrer zu diesem Thema geäußert. Sie schließen sich in ihrer Stellungnahme den Äußerungen von Pfarrerin Kantus an.

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