Stutenseer Ärzte für Erhalt des Lachwalds

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 06.02.2018 21:17 | 22 Kommentare

In einer Stellungnahme, die meinstutensee.de vorliegt, sprechen sich neun Ärztinnen und Ärzte aus Blankenloch und Büchig für den Erhalt des Lachwalds aus. Ihr Argument: der Biophilia-Effekt.

Die Wechselwirkung zwischen Natur und Mensch sei inzwischen wissenschaftlich erforscht. Man spreche dabei vom “Biophilia-Effekt”. Der Begriff Biophilie gehe auf Erich Fromm zurück und bedeute “die Liebe zu allem Lebendigen”.

“Die Forschung hat entdeckt, dass Wälder nicht nur Wasserspeicher, Sauerstoffproduzenten, Naherholungsgebiet, Holzlieferanten, Luftreiniger und Heimat für viele schützenswerte Tiere und Pflanzen sind, was in der Tat schon mehr als genügend Gründe wären, um sie zu erhalten, sondern dass Bäume darüber hinaus aktive Wesen sind, die untereinander, mit ihrer Umwelt und mit uns Menschen kommunizieren”, so die Ärzte. “Dadurch haben sie eine heilende Wirkung auf uns! Allerdings müssen wir dazu regelmäßige Waldspaziergänge machen.”

Für weitere Informationen über den Biophilia-Effekt empfehlen die Mediziner eine Recherche im Internet und Videos zum Thema auf YouTube. Es handele sich um wissenschaftliche, messbare Fakten. Allerdings sei auch noch viel Forschung notwendig.

Waldspaziergänge würden über bioaktive Substanzen das menschliche Immunsystem stärken. Zudem würde ein Aufenthalt im Wald beruhigend und blutdrucksenkend wirken. “Da Gesundheit und Wohlergehen bekanntermaßen das höchste Gut der Menschen sind, sollten wir diese rein materiellen Interessen nicht unterordnen”, so die Ärzte. “Bezahlbarer Wohnraum und behinderten- und altengrechtes Wohnen sind uns Ärzten natürlich ebenfalls wichtig. Dies kann man mit erhöhtem Aufwand und Ideenreichtum sicherlich auch anderswo ermöglichen, wenn man es ernsthaft will.”

Die Zerstörung eines 100 Jahre alten Waldes mit all seinen wichtigen Funktionen ließe sich aber in absehbarer Zeit nicht ausgleichen und schon gar nicht kostenneutral.

Bildquellen

  • Demonstration Lachwald: Martin Strohal

Kommentare

Das ist in unserer hektischen und ungesunden Umwelt um so wichtiger.
Lachwald erhalten!!
Abholzen wäre ein irreparabler Fehler. Danke für den tollen Einsatz aller Ärzte und ihren Familien.
Und allen Organisatoren und Helfern der Bürgerinitiativen. Auch im Namen unserer Kinder.

Wer von den Ärzten die da drauf stehen sind schon mal ehrenamtlich im Verein oder so gewesen? Und ich meine jetzt nicht die Ärztekammer oder den Marburgerbund. Geld verdienen ist da wichtiger :-)

Das mit den Ärzten kann ich nicht ernst nehmen. Die haben doch alle Geld wie Heu und auch für nachfolgende Generationen ausgesorgt. Von denen braucht keiner günstige Wohnungen. Gerade mal bei Google geschaut. Da wohnen ein paar von denen direkt und nah am Wald. Kann ich echt nicht ernst nehmen!

Peter, Peter, Peter.

Neid scheint zuweilen ein unglaubliches Stimulans zu sein. Was einfache Gemüter nicht verstehen ist: Ärzte müssen ob der Patientenflut mehr arbeiten, als Otto Normalbürger. Da bleibt zu hoffen, dass dir nicht irgendwann ein Mediziner die Tür vor der Nase zuschlägt, weil er seiner Vereinstätigkeit nachkommen muss. Es gibt eben nicht für jeden in dieser Stadt den passenden Verein. Ich hätte hier gerne einen Golfclub. Ein solcher wurde hier aber vor Jahren abgelehnt.
Hättest du lieber Peter dir durch Studium und Fleiß etwas angeeignet (im intellektuellen, wie im materiellen Sinne), wären deine Kommentare gemäßigter.

@Peter H.:
Schade, dass Sie die Diskussionskultur in diesem Forum auf Stammtischniveau gebracht haben.
Wenn schon Neid gegen Besserverdienende, dann bitte auch gegen die Architekten, Selbstständigen und Baustoffhändler der Region, die sich am Abholzen und anschließender Bebauung des Waldes eine goldene Nase verdienen werden.
Übrigens werden Sie mit ihrer NEIN-Stimme dafür sorgen, dass gerade die von Ihnen so verhasste Klientel der Wohlhabenden sich 70 % der Grundstücke unseres abgeholzten Waldes unter den Nagel reißen wird, um darauf edle Eigentumswohnungen und Häuser zu bauen, denn nur die werden sich Grundstückspreise jenseits der 800 Euro / m2 leisten können.
Aber halt, da gibt es dann noch das Deckmäntelchen der 30 % für „bezahlbaren Wohnraum“ – was auch immer das sein mag, ist nicht definiert. Sozialwohnungen werden dort mit Sicherheit nicht gebaut.
Zur Klarstellung: Ich bin weder Arzt noch Ärztin und wohne wie alle Büchiger Bürger und Bürgerinnen in fußläufiger Entfernung zum Lachwald.

Vielleicht mal mit diesen Ärzten reden?

Naja Peter H., da ja nicht die Rede von günstigem Wohnraum ist, sondern nur von “bezahlbaren Wohnraum”, kann ich Ihre Aussage nicht ernst nehmen, da es für mich irrelevant für dieses Thema ist, was die Ärzte verdienen.

Langsam werden die Argumente grotesk, aber es ist ja schließlich Karneval. Jetzt wird sogar die blutdrucksenkende Wirkung des Lachwalds ins Feld geführt. (Heißt er darum Lach-Wald?) Tatsache ist, für beide Standpunkte sprechen gute Argumente. Nur, die wohnungssuchende Familie wird die Sache anders beurteilen als der Eigenheimbesitzer am Rande des Lachwalds.

Für die Wohnungssuchende Familie soll man ausschließlich im Lachwald bauen können? Diese Einstellung ist grotesk.

Wenn das nicht typisch ist für die derzeitige Diskussion!
Da schreibt ein Mann der spitzen Feder einen pseudoneutralen Kommentar (… für beide Seiten sprechen gute Argumente), um dann mit kleinen verbalen Spitzen (Karneval, “Lach”Wald, Eigenheimbesitzer am Rande des Waldes) eindeutig Stimmung zu machen für die AfS.
Ja, der Wald heißt vielleicht auch deshalb Lachwald, weil sich darin täglich friedliche, freundliche Menschen begegnen, die den Wald und die Natur lieben, sich unterhalten und dabei auch lachen.
Nicht zum Lachen ist allerdings, wenn jemand Fakten und wissenschaftliche Untersuchungen (Biophilia-Effekt) lächerlich macht, ohne sich vorher richtig informiert zu haben.
Der Wald tut uns Menschen so gut. Versuchen Sie es doch selbst einmal mit einem Waldspaziergang.

an die Ärzte, die sich für das Wohl der Menschen und Natur auch außerhalb der Praxisstunden einsetzen. Ich selbst leide an COPD, wie Millionen andere Menschen auch (Tendenz steigend) und somit ist gesunde Luft und am besten Wald lebensnotwendig für mich.

Und an alle, die hier lästern und neidisch auf Ärzte sind: Nur ein ganzheitlich denkender Arzt und insbesondere Notarzt wird im Zweifel dein Leben retten können. Ich hatte das Glück in allerletzter Minute… ich weiss wovon die Rede ist … und ich bin dankbar!

Noch ein Infotip
https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/alternativmedizin/neuer-trend-wald-statt-pille-heilwald-senkt-blutdruck-und-aktiviert-killerzellen-gegen-krebs_id_7041125.html

Jens Richter

Der Wert, die Relevanz und Einflüsse eines Waldes für den menschlichen Organismus sind unbestritten. Neben dem Biophilia-Effekt gibt es noch die Erkenntnisse, dass ein Wald kommuniziert. Hierzu werden Botenstoffe und Enzyme über das Wurzel- und Pilznetzwerk ausgetauscht. Einfach nach “Peter Wohlleben” suchen.

Nur:
1. Der Lachwald soll nicht komplett gerodet werden. Ein nicht geringer Kern bleibt erhalten, so dass auch gesundheitlich eingeschränkte Mitbürger weiterhin in unmittelbarer Nähe Wald finden.
2. Hardt- und Auwald sind in nicht unerreichbarer Ferne fußläufig erreichbar und für einen längeren Spaziergang und Aufenthalt nicht weniger geeignet. Alle positiven Effekte lassen sich auch dort erfahren.

dann läuft man mit Asthmaspray bewaffnet bei brütender Sommerhitze mit seinem Sauerstoffgerät – das braucht man dann nämlich, wenn die Luft wieder schlechter wird – in den für SIE locker fußläufig erreichbaren Wald ! Sie wissen ja gar nicht, wovon wir reden.
Und wenn man stets mit dem Auto in die Waldstadt oder so fahren muss um durchschnaufen zu können, dann zieht man am besten gleich dahin. Hier scheint ja kein Platz mehr für uns zu sein, dann braucht die Stadt auch nicht die 1000 Euro Kopfgeld und die 15% von unserer Einkommensteuer abzukassieren.
Wie erbärmlich und herzlos die Abholzer doch sein können!

FH...

Ab wann sind Bäume ein Wald?
(Ironie an) Vielleicht reicht es ja auch, vom Lachwald nur eine Baumreihe stehen zu lassen, um die von Ihnen richtigerweise anerkannten positiven Wirkungen auf den Menschen zu erzielen, dann wäre man immer noch gesund und hätte noch mehr Wohnraum und Erlöse. Das Reh muss sich dann halt immer hinter dem Baum verstecken… (Ironie aus)
Passen Sie auf meine Kinder auf, wenn sie alleine im Hardtwald unterwegs sind?

Der Lachwald fällt zu 80 Prozent für sehr wohlhabende Menschen.
Super sozial!!

1. Peter H.: Es ist einfach zu behaupten, die unterzeichneten Ärzte seinen in keinem Verein in Stutensee Mitglied.Haben Sie das mal nachgeprüft? Es stimmt nämlich nicht. Behauptungen aufstellen ist einfach, sie zu beweisen macht Mühe!
2. Herr Dieter Hornung: Auch wenn es Karneval ist, Lachwald – wie übrigens auch Lachenfeld – kommt nicht von “Lachen”sondern von Lache. Das ist das, was Sie vor Ihrer Waschmaschine finden, wenn die überläuft! Unsere Vorfahren haben diese Namen vergeben, um damit anzuzeigen, das es sich um sehr nasses Gebiet handelt. (War bei den Erschließumgsarbeiten im Lachenfeld ja auch zu sehen). Der Lachwald ist auch heute noch ein wichtiger Wasserspeicher. Man erkennt es leicht daran , dass es den Bäumen dort wesentlich besser geht, als auf den angrenzenden Grundstücken im Buchenring. Fällt der halbe Lachwald, geraten auch die Restbestände unter Stress und dann….?
3. JR: Glauben Sie allen Ernstes, dass Tagesmüttergruppen, Kindergarten , Grundschulklassen und alte Menschen den Weg über Straßenbahnschienen, Kreisstraße und unter der ICE-Trasse hindurch nahmen, um in den Hardtwald zu gelangen. Das nimmt für alle Kindergruppen viel zu viel Zeit in Anspruch und für ältere und kranke Menschen ist eine Unterführung ein echtes Hindernis. Also, erst überlegen und dann argumentieren!

Jens Richter

OK, ich sehe ein, ich habe zu kurz gedacht. Über die Straßenbahnschienen und die Kreisstraße muss man die Ampel benutzen und die Unterführung unter der ICE-Strecke ist je nachdem auch nicht zumutbar, weil zu steil.

Aber wenn man beide Hindernisse bewältigen könnte, wäre man tatsächlich direkt im Hardtwald. Oder nicht?

Und dann wäre für Schulklassen und die Kindergärten auch eine ähnlich umfangreiches Angebot an Tieren und Pflanzen anzutreffen.

Anm.: Die Waldgruppe des kath. Kindergartens Blankenloch quert täglich die Blumenstraße (ohne Zebrastreifen und Ampel) und muss noch ca. 500m, unter der selben Bahntrasse durch, zum alten Wasserwerk laufen. Ich treffe die hin und wieder und habe nicht das Gefühl, dass es denen keinen Spaß macht oder unzumutbar ist. Ich kann mich aber auch hier täuschen.

Es ist schon interssant wie man hier gleich angefeindet wird, bloß weil man etwas schreibt was den Lachwaldfreunden und Bürgerinitiativen nicht gefällt. Da wird mir dann hier geschrieben, ich sei ein Dummschwätzer, ich würde auf Stammtischniveau disktutieren, ich hätte nicht fleißig gelernt und ich sei nur neidisch, weil ich es intellektuell und materiall zu nichts gebracht habe. Über meinen Intellekt brauchen wir hier nicht diskutieren (das sollen die beurteilen, die mich wirklich kennen) und zum materiellen, kann ich sagen, dass ich zufrieden bin und mein Haus ganz gut bei der Bank abzahlen kann.

Ich habe auch nie behauptet, dass die Ärzte, die unterzeichnet haben in keinem Verein Mitglied sind. Wenn man in einem Gesangverein nur singt oder im Sportverein nur turnt, dann ist man Nutzer des Vereins. Aber man ist noch lange kein Ehrenamtlicher. Ehrenamtlich ist man, wenn man im Vorstand oder Vereinsverwaltung mitarbeitet, wenn man bei Vereinsfesten mithilft und und und! Aber außer Dr. Gomer (habe heute gehört, der war oder ist beim Roten Kreuz aktiv) sind mir die Namen auf dem Schild noch nirgendwo ehrenamtlich aufgefallen. Zumindest nicht in Stutensee. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Noch was zu COPD: Das tut mir leid. Ich weiß aus dem Freundeskreis, dass das eine schwere Krankheit ist und ich wünsche das keinem. Allerdings ist dafür die Rheinebene generell eine schlechte Region. Egal ob am Wald oder nicht. Luftkurorte im Schwarzwald sind da ideal. Ich meine das wirklich nett (muss man hier ja dazu sagen, bevor man wieder angefeindet wird :-(

An James T: einen Golfplatz gibt es nicht uns unserer Stadt, aber es gibt einen Golfclub in Stutensee: http://www.golfclub-schloss-stutensee.de einfach mal Herrn Gast anrufen :-)

ist wirklich nicht schön! Und natürlich ist die Rheinebene generell nicht ideal. Aber quasi vorzuschlagen, doch dann besser in einen Luftkurort zu ziehen, ist etwa so hilfreich, wie einem Wohnungssuchenden zu raten, doch in eine Region mit massivem Wohnungsleerstand zu ziehen. (auch nicht bös gemeint) . Wenn man das Glück hat trotz Krankheit den Beruf noch ausüben zu können und schliesslich auch eingebettet ist in Familie und Freundeskreis, muss man sich vorOrt arrangieren.
Was das Vereinsleben der Ärzte angeht, ist es mit persönlich lieber, wenn sie sich gezielt für Projekte einsetzen und in der Freizeit weiterbilden oder einfach nur ausruhen, als beim Sportfest Bier zu zapfen.

FH...

Was hat ein Ehrenamt mit dem Einsatz für den Lachwald zu tun? – NICHTS!
Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht. – Auch für Ärzte. PUNKT!

Peter H. Meinen Sie nicht, dass Ärzte schon genug arbeiten und dann sollen sie noch ehrenamtlich in Vereinen arbeiten? Sie kümmern sich darum, dass wir alle gesund werden/ bleiben und das ist doch super. Wieso sollten sie denn in Vereinen sein? Ist man ein besserer Mensch, wenn man ehrenamtlich im Vorstand irgendeines Vereins ist? Ich möchte jetzt niemanden kränken, aber ich finde Ärzte machen mehr für die Allgemeinheit, als irgendwelche Vereinsvorstände. (Ich bin keine Ärztin)

Ist der Flächenfraß, den unsere etablierten Parteien veranstalten, angesichts der katastrophalen Ökologie-Zerstörung noch eine vertretbare Politik?

Führt nicht die Überbevölkerung der ganzen Region Karlsruhe mit der ganzen Zubetonierereonoch zum Hitzekollaps?

Wäre nicht die IHK bundesweit gut beraten, wenn sie durch ausgewogene Industriegebiete-Veteilung dafür sorgte, daß nicht etliche Landstriche ausbluten, so daß sich noch nicht einmal mehr ein Hausarzt halten kann, geschweige denn ein Handwerker?

Welche Interessen verfolgen Politiker, wenn sie die Bürger glauben machen wollen, daß ein bestehender Wald wertlos ist, und man den Wert dieses Waldes an anderer Stelle aufwiegen wollen? Ist nicht längst jedem Menschen mit Verstand klar, welch ein Wert ein gewachsener Wald hat?

Die Gemeinde Stutensee hat schon über 10k€ für ein Projekt NaturNahDran ausgegeben, in der ein paar lächerlich wenige Quadratmeter öffentliche Grünfläche in Blühwiesen verwandelt werden. Nicht daß ich diese Aktion klein reden wollte, ich halte Blühwiesen im öffentlichen Bereich für goldrichtig. Aber: Mit welcher Begründung will diese Gemeinde nun einen kompletten Wald vernichten, der vielfach wertvoller ist als die geschaffenen Grünflächen?

Warum legt die Gemeinde Stutensee nicht zunächst alle Wohneinheiten offen, die nicht per Erstwohnsitz belegt sind? Warum führt die Gemeinde Stutensee nicht vor Erschließen neuer Baugebiete eine Grundsteuer für nicht per Erstwohnsitz und damit leerstehende Wohneinheiten ein?


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