Daniel Paulus ist neuer Leiter der Notfallseelsorger im Stadt- und Landkreis Karlsruhe

Bild: Christina Müller

Pressemitteilung von Evang. Kirche Karlsruhe | 21.06.2018 8:47 | 1 Kommentar

Über 2.900 Einsätze gab es für die Notfallseelsorge (NFS) im Stadt- und Landkreis Karlsruhe seit ihrer Gründung vor 15 Jahren, im Durchschnitt rund 200 im Jahr. Die Zahlen machen deutlich wie wichtig der Dienst der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger vor Ort für die Menschen ist, die gerade Schlimmes erlebt haben und verarbeiten müssen, was auch die Einsatzkräfte selbst betrifft. Notfallseelsorger werden über einen längeren Zeitraum ausgebildet, um ihre Arbeit vor Ort gut und richtig machen und den Betroffenen helfen zu können. Siegfried Weber war seit Anbeginn der Leiter der NFS von Seiten der Evangelischen Kirche in Karlsruhe gemeinsam mit Peter Bitsch von der Katholischen Kirche. Weber beendet jetzt sein Amt im Leitungsteam und ihm folgt nun Daniel Paulus nach. Der 36-jährige Religionspädagoge und Gemeindediakon ist selbst ausgebildeter Notfallseelsorger. „Unsere Arbeit richtet sich sowohl an die Betroffenen selbst bei der Krisenintervention vor Ort, als auch an die Einsatzkräfte bei der sogenannten Einsatznachsorge“, erläutert Paulus. Und der Dienst der NFS sei sehr gefragt, so der 36-jährige. „Bei der Krisenintervention erleben wir Einsätze, die über das Normale hinausgehen und die auch die Einsatzkräfte stark belasten. Das war zum Beispiel beim Unglück in der Nähe von Philippsburg der Fall, bei dem ein Kleinflugzeug mit einem Hubschrauber kollidiert ist und bei dem mehrere Menschen ums Leben gekommen sind.“ Die NFS leiste erste Hilfe für die Seele, für die Betroffenen und die Einsatzkräfte. Notarzt und Rettungssanitäter kümmerten sich um die medizinische Versorgung und Behandlung; die Notfallseelsorger sind für die vom Unglück Betroffenen und ihre Angehörigen da. „Wir werden durch die Leitstelle alarmiert und sind innerhalb einer halben Stunde vor Ort“, erklärte Siegfried Weber. Notfallseelsorger hätten die Aufgabe den Menschen beizustehen, denen in diesem Moment, im wahrsten Sinne des Wortes, der Boden unter den Füßen weggezogen worden ist. „Es geht darum, dass sie den ersten Schock überwinden, wieder handlungsfähig werden“, so Weber. Ein solcher Einsatz könne mitunter mehrere Stunden dauern. „Es ist wichtig, dass wir da sind und dableiben können, denn die Rettungskräfte müssen wieder gehen, den oder die Betroffenen zurücklassen“, führt Peter Bitsch weiter aus. So begleiteten Notfallseelsorger die Polizei beispielweise auch bei der Überbringung von Todesnachrichten. „Zuhören, da sein und mit ihnen aushalten, das ist das, was die Menschen in diesem Moment am meisten brauchen“, weiß Daniel Paulus aus seiner langjährigen Erfahrung.
Und auch für die Einsatzkräfte sind der Austausch und das Gespräch miteinander ein wichtiges Angebot, das die NFS durch die Einsatznachsorge anbietet.

„Wir wissen, dass die Hilfskräfte bei ihrer Arbeit vor Ort enorm viel aushalten müssen und wir sind auch für sie da und bieten ihnen unsere Unterstützung an“, fassen Peter Bitsch und Siegfried Weber zusammen. Und auch ihnen hilft es, wie die Fachleute wissen, wenn ihnen jemand zuhört.
Die Notfallseelsorge wird von der Evangelischen und Katholischen Kirche getragen und drei Viertel des Etats, der ihr im Jahr zur Verfügung steht, finanzieren die Kirchen. Außerdem erhalten sie finanzielle Mittel durch Spenden.
Anlässlich des 15-jährigen Bestehens feiert die Notfallseelsorge Karlsruhe am kommenden Freitag, den 22. Juni, einen ökumenischen Festgottesdienst in der evangelischen Laurentiuskirche in Hagsfeld, Schäferstraße 13. Im Rahmen der Feier wird auch der neue Leiter Daniel Paulus in sein Amt eingeführt. Beginn ist um 17 Uhr.
Alle Infos zur Notfallseelsorge Karlsruhe erhalten Interessierte unter http://www.nfs-ka.de/joomla/

Bericht: Christina Müller, Öffentlichkeitsarbeit, Evangelische Kirche in Karlsruhe

Quelle: Evang. Kirche Karlsruhe

Bildquellen

  • Notfallseelsorger Karlsruhe: Christina Müller

Kommentare

Darius

Bis zu dem Augenblick, wenn wirklich etwas schlimmes passiert, meint man “wer braucht schon eine Notfallseelsorte”. Aber 2.900 Einsätze sprechen eine andere Sprache. Es ist schön, dass es Menschen gibt, deren Passion es ist, anderen aktiv zu helfen, zuzuhören und mit Ihnen zu sprechen.


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