Von meinstutensee.de-Reporter meinstutensee.de

Eine katholische Kirche, die aus allen Nähten platzt und ein Gottesdienst zu einem Priesterjubiläum, der deshalb sogar auf Leinwände übertragen werden muss: Friedrichstal hat am vergangenen Samstag den vielleicht ungewöhnlichsten Gottesdienst seiner Geschichte erlebt. In der Kirche wurde zum Lob Gottes getanzt und sogar der katholische Dekan Lukas Glocker jonglierte mit dem Diabolo. Peter Altenstetter, von 1976 bis 1988 Pfarrer von Stutensee-Blankenloch und seit zehn Jahren als Ruheständler in Friedrichsthal tätig, hatte anlässlich seines 50-jährigen (goldenen) Priesterjubiläums zum Festgottesdienst geladen und dabei bewusst die Kirche ein wenig „auf den Kopf“ gestellt.

Das fing schon beim Einzug in das Gotteshaus an, als dem männlichen Klerus aus Priestern und Dekan eine katholische Pfarrerin vorausging, genauer gesagt ein als Pfarrerin verkleidetes Mädchen. Jubilar Peter Altenstetter hatte dafür ganz bewusst ein Mädchen ausgewählt und erklärte auch warum: „Ich träume von einer Kirche, in der Männer und Frauen dieselben Weihen empfangen können. Ja, davon träume ich.“
Die Festpredigt hielt ein Pfarrer der evangelischen Freikirche, Martin Benz. Er fand es „erstaunlich, dass Peter Altenstetter nach 50 Jahren als Priester immer noch zu Gott sagt: Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben.“

Zum traditionellen Kirchenlied „Großer Gott“ wurden dann vor dem Altar Turnmatten ausgelegt, so dass Kinder und Jugendliche zur Melodie turnen und dabei auch das Rad schlagen konnten.
Am Ende des Gottesdienstes ließ sich Peter Altenstetter von den Ministranten segnen. Bei der späteren „Internationalen Disco“, die sich der 79-jährige Berufsjubilar gewünscht hatte, legten dann Ministranten und junge Flüchtlinge ihre Musik auf.

M.Z.

Bildquellen

  • Goldenes Priesterjubiläum Peter Altenstetter: Martin Strohal
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