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Klaus Demal: Abschied von einem “schlauen Fuchs”

Klaus Demal

Von Martin Strohal | 21.06.2018 21:02 | 2 Kommentare

Penetrant sei er manchmal gewesen, darin waren sich viele Festredner einig. “Ich habe mich schon nicht mehr getraut, nach Stutensee zu kommen”, gestand Landrat Christoph Schnaudigel bei der offiziellen Verabschiedung von Klaus Demal vergangenen Montag in der Blankenlocher Festhalle. Nach 27 Amtsjahren in Stutensee hatte Demal im Mai sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Viele Weggefährten und Leiter der verschiedenen Institutionen waren gekommen, um sich zu verabschieden. Darunter auch der Oberbürgermeister von Karlsruhe, Frank Mentrup, mit allen Beigeordneten.

So wie Landrat Schnaudigel hatte auch Regierungspräsidentin Nicolette Kressl ihre Erfahrungen gemacht. “Denken Sie auch an meine Landstraße”, habe Demal sie bei jedem Zusammentreffen erinnert. “Sie haben viele mit Penetranz und Hartnäckigkeit in den Wahnsinn getrieben”, berichtete auch der Bundestagsabgeordnete Axel Fischer. Ein richtig schlauer Fuchs sei er. Alle meinten das durchaus anerkennend. Denn letztlich erreichte Demal für Stutensee seine Ziele, wie zum Beispiel die Sanierung diverser Landes- und Kreisstraßen.

Heinrich Sickinger hielt das Grußwort für den Stutenseer Gemeinderat. Demal habe bereits früh die Bürger einbezogen – beginnend mit dem Agenda-Prozess um die Jahrtausendwende. Es sei zu kurz gegriffen, Demal auf den Lachwald zu reduzieren. Auch Ludwig-W. Heidt lobte die Arbeit Demals und das gute Verhältnis, das er zu allen Stadtteilen gehabt habe.

Einig waren sich alle Lobredner auch über die bleibenden Verdienste des langjährigen Stadtoberhaupts: Anbindung Stutensees an das Karlsruher Stadtbahnnetz, Verlegung von Glasfaser, als dieses noch Lichtwellenleiter genannt wurde, Aufbau von Jugendzentrum und Mehrgenerationenhaus, Bau und Modernisierung von Schulen sowie sein großes Herzblut und Engagment. “Kommunalpolitik ist das lange, ausdauernde Bohren dicker Bretter”, stellte Bürgermeister Thomas Nowitzki für den Gemeindetag Baden-Württemberg fest.

Für seine Arbeit wurde Demal an diesem Abend dann auch mehrfach ausgezeichnet: Nach der Überreichung der Urkunde zur Amtsniederlegung von der Regierungspräsidentin erhielt er von Landrat Schnaudigel die große Ehrenmedaille des Landkreises Karlsruhe, vom Gemeindetag die Ehrennadel und die Ehrenstele – der Städtetag werde seine Auszeichnung im Verlauf des Jahres überreichen. Aus den Händen seines ersten ehrenamtlichen Stellvertreters Ansgar Mayr erhielt Demal schließlich die Ehrenbürgerwürde überreicht. “Diese Ehrung soll etwas zurückgeben, was Sie für die Stadt geleistet haben”, so Mayr.

Am Ende gab Demal seine Amtskette, die er wenig getragen habe, an die Stadt zurück. Gerührt bedankte er sich bei allen Gastrednern, darunter auch Pfarrer Lothar Eisele für die Stutenseer Kirchen, Personalratsvorsitzender Mario Neu für die städtischen Mitarbeiter im Rathaus sowie Agnes Appelshoffer, Bürgermeisterin der Partnerstadt Tolna.

Umrahmt wurde das feierliche Programm, durch das Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger führte, von Chor und Jazz-Combo des Thomas-Mann-Gymnasiums, zwei Schülern der Musikschule Hardt sowie der Friedrichstaler Mundartdichterin Else Gorenflo.

Am 8. Juli findet die Wahl statt, um einen Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin Demals zu bestimmen.

Kommentare

Wenn man mal eine Gesamtbilanz der 27 Jahre zieht, dann hat sich in der Demal-Zeit viel getan in Stutensee. Bildlich wird das gut ausgedrückt im Amtsblatt. Das meiste war sehr positiv. Finde ich! Andere mögen andere Schlüsse ziehen. Insgesamt bleibt aber auch zu kritisieren, dass in der Ära Demal nach und nach immer mehr im stillen Kämmerlein (außerhalb der öffentlichen Sitzungen) entschieden worden ist. Das passt nicht mehr in die Zeit und hat sich im Bürgerentscheid zurecht entladen. Der oder die neue OB muss da andere Maßstäbe setzen.

Familienfreundlicher OB:
Herr Demal waren auch schon die Kindergartenkinder und Grundschüler in Stutensee wichtig: Er sprach bei den Sommerfesten und Jubiläen, was auch den Eltern immer wieder gut getan hat und uns motiviert hat, für mehr Mitmenschlichkeit, christliche Werte und gute Leistungen die möglichen Einsätze zu leisten.
Herr Demal hat die Leute auch zwischendurch bei Begegnungen angesprochen und uns persönlich kennengelernt hat und sich selbst auch mitgeteilt hat.
Ich wünsche ihm für seinen Ruhestand auch immer wieder gute und wertvolle Begegnungen.