Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Ein Kommentar von Martin Strohal

Am Sonntag wählt Stutensee sein neues Stadtoberhaupt. Diesmal wirklich. Im ersten Wahlgang vor knapp zwei Wochen lag die Wahlbeteiligung bei etwa 44 Prozent. Diesmal kommt es auf jede einzelne Stimme an. Eine Stimme Vorsprung kann den Sieg bedeuten.

Zwei Kandidatinnen stehen noch zur Wahl. Manch einer beklagt, dass “sein” Wunschkandidat nicht mehr dabei ist oder nie dabei gewesen war. Zwei Bewerber und eine Bewerberin haben ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie verdienen allen Respekt, dass sie sich unter Einsatz von privater Zeit, Geld und Nerven dazu bereitgefunden haben, um den Stutenseer Wählern eine größere Auswahl sehr unterschiedlicher Personen anzubieten. Nun muss man akzeptieren, dass diese drei zusammengenommen nicht so viele Stimmen erhalten haben wie eine der beiden verbliebenen Kandidatinnen allein. Ein Wunder für den zweiten Wahlgang schien nicht in Sicht, weshalb der Rückzug nur verständlich und konsequent war.

Es bleiben Bettina Meier-Augenstein und Petra Becker. Eine von beiden wird die neue Oberbürgermeisterin Stutensees werden. Natürlich kann jeder Wähler in das Freitextfeld einen eigenen Kandidaten eintragen. Aber es wäre doch ein großer Zufall, wenn dieser die meisten Stimmen bekäme und dann die Wahl auch noch annimmt.

Bleiben wir realistisch: Meier-Augenstein oder Becker wird gewinnen. Sie sind mit beiden nicht einverstanden? Natürlich können Sie am Sonntag zu Hause bleiben. Das führt aber nur dazu, dass andere entscheiden, wer Stutensee die nächsten acht Jahre steuert und gestaltet. Beschäftigen Sie sich besser mit beiden Kandidatinnen (am Samstag vor der Wahl werden sie vermutlich vor den Lebensmittelmärkten in den Ortsteilen anzutreffen sein) und wählen dann eine von ihnen. Im nächsten Jahr finden Kommunalwahlen statt. Dann haben Sie die Möglichkeit, im Gemeinderat ein Gegengewicht zu wählen, wenn Ihnen bestimmte Themen bei der dann gewählten Oberbürgermeisterin zu kurz kommen.

Freuen wir uns, dass wir die Möglichkeit haben, frei und ohne Druck ein Stadtoberhaupt wählen zu können. Nutzen wir diese Möglichkeit und akzeptieren anschließend das Ergebnis, auch wenn es knapp ist. Das ist Demokratie. Im ersten Wahlgang lagen die beiden Kandidatinnen etwa 200 Stimmen auseinander. Es ist also alles offen, Sie können den Ausgang beeinflussen.

Bildquellen

  • Wahlurne: Thomas Riedel
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