Von meinstutensee.de-Reporter Cirsten Rieger

Sie sammelten und wuschen Äpfel, häckselten, kelterten, schnippelten, backten und probierten am Ende Apfelsaft und Apfelkuchen. Die Kinder vom Waldkindergarten in Staffort waren rund um den Apfel aktiv – ein Fest für alle Sinne, das laut der Leiterin Heidrun Götz bereits seit drei Jahren fest in den Terminkalender der Einrichtung gehört.

Tagelang eroberten die Jungen und Mädchen die sieben Apfelbäume des Vereins Natur- und Vogelfreunde, ein Grundstück der Gemeinde und die eigenen Obstbäume, um eine gute Ernte einzufahren. Der Vorsitzende der Natur- und Vogelfreunde Hartmut Hauth war überzeugt: „Daraus können wir bestimmt 300 Liter Apfelsaft pressen.“ Er fuhr die Kinder und die Ernte mit seinem Traktor von Baum zu Baum. Am Samstag (29. September) wurde dann auf dem Vereinsgelände in der Wolfslachstraße alles verarbeitet.

Dabei ging es nicht nur ums Essen. Es gab sehr viel zu lernen über die Produktionskette, die ein Apfel nach sich ziehen kann. Äpfel waschen und im Häcksler zerkleinern. Und dann kam die Apfelmasse in die kleine Hand-Obstpresse. Die Kinder drehten, was das Zeug hielt. „Ich mache selber“, forderte die dreijährige Ina. Sie besucht den Waldkindergarten – an der Presse setzte sie all ihre Kraft ein, um ein wenig Saft selbst zu produzieren. „Wir machen die Äpfel hier klein, und dann kommen die hier rein“, erklärte Elida (6 Jahre) und zeigte auf einen großen Eimer. Und die vierjährige Emma  probierte gleich vom selbstgemachten Saft und stellte fest: „Der schmeckt mir.“ Daniel Siebert unterstützte die Kinder mit seiner großen Presse. Der Gruppenleiter des Waldkindergartens stellt Saft schon seit Jahren für die Familie her und freute sich, seine Gerätschaft nun seinem Stadtteil zur Verfügung zu stellen. „Immerhin lebt meine Familie schon seit sieben Generationen hier“, erzählte er.

Vom Baum auf das Blech

Der Obst- und Gartenbauverein Staffort war am Samstag das erste Mal mit dabei. Im vereinseigenen Backhäuschen direkt hinter dem Rathaus konnten Kinder und auch Eltern sich aktiv beim Backen von frischem Apfelkuchen einbringen. „Zwölf Kinder haben ganz fleißig Äpfel geschält“, berichtete Sonja Scherer, die das Team des Obst- und Gartenbauvereins tatkräftig unterstützte. An dieser Stelle sei der dampfende Apfel-Rahm-Kuchen frisch aus dem Ofen besonders erwähnt. Denn er wurde nach einem Rezept der Stafforterin Edna Kohler gebacken, das schon seit etwa 80 Jahren in Familienbesitz ist. Wer das Backhäuschen für sein eigenes Rezept aus heutiger Zeit nutzen möchte, setzt sich per E-Mail mit dem Obst- und Gartenbauverein in Verbindung und bekommt dann den nächsten Termin genannt, an dem gebacken wird. „Denn einmal im Monat backt Staffort zusammen“, sagte der Fachwirt für Obstbau Matthias Hausser und schaute im großen Backofen nach dem letzten Blechkuchen des Tages. Dieser wurde dann bei schönstem Sonnenschein auf dem gut besuchten Fest in der Wolfslachstraße zusammen mit viel selbst gepresstem Apfelsaft genossen.

Kooperation ganz groß geschrieben

In den sauren Apfel beißen musste am Samstag wohl keiner. Vielmehr war es trotz aller Arbeit auch für die betreuenden Erwachsenen ein entspannter Nachmittag und ein besonderes Erlebnis. Und neben den vielen Vitaminen aus den Äpfeln hat sich das sprichwörtliche Vitamin „B“ (wie Beziehung) der drei beteiligten Institutionen positiv bemerkbar gemacht. Denn es waren laut Hartmut Hauth noch mehr interessierte Besucher als in den letzten drei Jahren vor Ort, weil jeder Verein seine eigene kleine „Fangemeinde“ dazu eingeladen hatte. Somit steht fest: Die innerörtliche Kooperationsgemeinschaft hat sich gelohnt und darf gerne so beibehalten werden.

Bildquellen

  • Traktor: Hartmut Hauth
  • Kuchenverteilung: Sonja Scherer
  • Team im Backhaus Staffort: Linus Rieger
Werbung