„Unter Strom“ und „Volle Ladung voraus“

Überbürgermeisterin Becker, Achim Häge (EnBW), Johannes Klawe (Amtsleiter Bau- und Gebäudemanagement)

Bild: Cirsten Rieger

Von Cirsten Rieger | 14.02.2019 20:14 | 1 Kommentar

Deutschlandweit wird das Netz von Ladestationen für Elektroautos nach Angaben der Strombranche beständig ausgebaut. Denn wenn die Tankanzeige eines Elektroautos in den roten Bereich rutscht und die rettende Ladesäule noch weit entfernt ist, steht wohl der Fahrer mehr unter Strom als sein Wagen. Mit der Inbetriebnahme der ersten E-Ladesäule in der Schulstraße am Blankenlocher Rathaus geht nun auch die Stadt Stutensee einen Schritt in Richtung E-Mobilität. Am Donnerstagvormittag (14. Februar) erhielt Oberbürgermeisterin Petra Becker die Begrüßungsmappe inklusive Gebrauchsanweisung vom Kommunalberater der EnBW, Achim Häge.

Installiert wurde die Säule bereits vor etwa drei Wochen – und wird seither auch genutzt. „Sogar ein Tesla war schon da“, erzählte Johannes Klawe. Der Amtsleiter Bau- und Gebäudemanagement schaut von seinem Büro aus direkt auf die „Elektro-Tankstelle“ und freut sich über die rege Annahme. Auch bei der öffentlichen Übergabe nutzten zwei Elektro-Autofahrer die beiden Aufladeplätze. Oberbürgermeisterin Becker ist überzeugt: „Nur durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur können wir eine Erhöhung der Elektromobilität erreichen.“ Weitere Ladestationen folgen darum sehr zeitnah in Spöck, Friedrichstal und Staffort. Bezuschusst wird das Ganze im Rahmen des Förderprogramms des Bundes zum Ausbau der Elektromobilität, an dem die Stadt teilgenommen hat.

EnBW-Kommunalberater Häge freute sich, dass die Ladeinfrastruktur nun auch um Stutensee erweitert wurde. „In einem ländlicheren Bereich wie Stutensee werden die Einrichtungen eher von Durchreisenden genutzt“, meinte er. Denn die Bevölkerung hier hätte ihre Auflademöglichkeit meistens im heimischen Carport. „In der Stadt sieht das oft anders aus. Dort benötigen auch die Anwohner die Ladestationen dringend.“

Die Ladesäule am Rathaus ermöglicht das zeitgleiche Aufladen von zwei Elektrofahrzeugen mit bis zu 22 Kilowatt Ladeleistung. Auch Elektrofahrräder können sich hier ihren „Saft“ holen. Die Oberbürgermeisterin denkt hier noch über die Aufstellung eines Fahrradständers nach. Zur besseren Bedienbarkeit ist die Station mit einem besonders großen 10-Zoll-Farbdisplay ausgestattet. Getankt wird laut EnBW ausschließlich Ökostrom. Und die Bezahlung kann mit allen gängigen Ladekarten sogar für Nutzer aus dem europäischen Ausland erfolgen.

Im Zuge all der Umweltdiskussionen unserer Zeit zeigte sich Becker erfreut, dass die Stadt mit der Inbetriebnahme Impulse in die richtige Richtung setze. „Wir wollen Vorbild sein“, sagte sie. Die Stadtverwaltung selbst nutze bereits zwei Elektroautomobile, und laut Klawe schaffe sich auch der Bauhof drei elektrische Fahrzeuge an.

„Eine Ladung eines Golfes kostet etwa sechs Euro. Damit kommt er zirka 200 Kilometer weit“, veranschaulichte Achim Häge und unterstützte Petra Becker somit in ihrer Meinung, dass Elektromobilbesitzer „hohe Wirtschaftlichkeit erfahren“. Die Oberbürgermeisterin selbst besitzt übrigens kein Auto. Aus Überzeugung nutzt sie die öffentlichen Verkehrsmittel und möchte so den Gedanken des Umwelt- und Klimaschutzes weitertragen. „Dienstlich habe ich ja die Möglichkeit, eines unserer städtischen Elektroautos zu nutzen“, meinte sie. Mit der neuen Ladesäule direkt am Rathaus wird sie hier wohl nie „ohne Strom“ stehen bleiben.

Bildquellen

  • Übergabe E-Ladestation: Cirsten Rieger

Kommentare

-kwg-

Ich finde sehr amüsant und erwähnenswert, dass Frau Becker es so schnell von der Oberbürgermeisterin zur Überbürgermeisterin geschafft hat. Weiter so in diesem Tempo ist gut für die Stadt und alle weiteren Entwicklungen. Es ist ja schließlich Faschingszeit.


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