“ZusammenWachsen”: Zeltfestival erfolgreich gestartet

Zeltfestival Eröffnungsgottesdienst

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 23.04.2019 16:15 | 1 Kommentar

Nach zwei Jahren der Vorbereitung war es am Ostermontag soweit: Das Zeltfestival in Friedrichstal startete mit einem ökumenischen Gottesdienst. Zwei Wochen steht das Zelt nun auf dem dortigen Marktplatz neben der Kirche und bietet täglich ein abwechslungsreiches Programm.

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Bereits der Eröffnungsgottesdienst zeigte das große Interesse der Bevölkerung an dieser Form der Veranstaltung. Mit über 700 Besuchern aus allen Stutenseer Stadtteilen und dem Umland waren die Plätze im Zelt überfüllt, so dass die Planen an den Außenwänden entfernt und mit Bierbänken für weitere Sitzmöglichkeiten gesorgt werden musste. Zeltpfarrer Thomas Wingert, der gemeinsam mit Zeltmeister Martin Heubach die Zeltkirche für die evangelische Landeskirche Württemberg betreut, gestaltete die Predigt des ökumenischen Gottesdienst, während der jeder lernte, ein buntes Papierboot zu basteln und damit vielleicht zu neuen Ufern aufzubrechen, auf jeden Fall aber, seinen Standort zu bestimmen. 90 Kinder wurden derweil separat betreut und durften am Ende Ostereier auf der Wiese suchen.

Andrea Hilger (Jugendreferentin Friedrichstal), ev. Pfarrer Lothar Eisele (Friedrichstal), ev. Pfarrer Jörg Seiter (Blankenloch), kath. Pfarrer Jens Maierhof (Stutensee-Weingarten)

Am Eröffnungsabend stand “Mr. Joy” mit Artistik, Illusion, Lichtshow und Humor auf der Bühne des Zeltes und begeisterte knapp 500 Besucher mit seinem Auftritt.

Auch für die kommenden Veranstaltungen ist bereits eine große Nachfrage erkennbar. Für die Kinderbibelwoche mit dem Motto “Zirkus”, die am Mittwoch beginnt und am Samstag um 10 Uhr mit einer Zirkus-Gala endet, gibt es bereits über 100 Anmeldungen. Für das Frauenfrühstück am Freitag im Zelt gibt es eine Warteliste.

Entsprechend erfreut zeigen sich die Veranstalter um Initiator Pfarrer Lothar Eisele. Das sind alle evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Stutensees sowie die Liebenzeller Gemeinschaften. Unterstützt wird das Projekt auch von der lokalen Politik mit Ortsvorsteher Lutz Schönthal als Mitglied des Kernteams und Oberbürgermeisterin Petra Becker, die eine kurze Ansprache hielt.

Einzelnen Kritikern, die monierten, weshalb die Stadt den Kirchen eine öffentliche Fläche für missionarische Zwecke zur Verfügung stelle, entgegnete Becker, dass sich das Zusammenkommen nicht auf eine bestimmte Konfession beschränke. Jeder sei eingeladen, keiner werde ausgegrenzt. Ganz nach dem Motto der Veranstaltung “ZusammenWachsen”.

Auch die örtlichen Vereine sind in das Programm integriert. So treten am Dienstag mehrere Chöre aus Stutensee gemeinsam auf, es folgt ein “Blaulichtabend” mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten am Donnerstag sowie ein sportlicher Abend mit dem TV Friedrichstal am Mittwoch nächster Woche. Für Jugendliche werden am Samstag nachmittags Workshops angeboten, am Abend wird mit DJ Peppi gefeiert.

Das vollständige Programm ist auf der Website des Zeltfestivals zu finden.

Bildquellen

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Kommentare

Rolf Pessel

Eine vertane Gelegenheit
Ich hätte mir konkrete, aufklärende Worte unserer Oberbügermeisterin Frau Becker gewünscht, wie sie einem wachsenden Anteil unserer Bevölkerung, der von der Statistik als keiner/sonstiger Religionszugehörigkeit bezeichneten Gruppe erklärt, wie sie eine auf Bekehrung ausgerichtete Veranstaltung als integrativen Akt bezeichnet kann. Seit Jahren nehmen in Stutensee die Mitgliederzahlen von kath. und evang. Kirche merklich ab, während die Gruppe der keiner/sonstiger Religionszugehörigkeit ständig wächst und in Stutensee mit 39 % die größte Gruppe bildet: https://web3.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/statistik/nvk/
Wozu finanzieren wir als größte Gruppe durch unsere Steuern, über den Posten „Vereinsförderung“ kirchliche Aktivitäten wie z.B. den evang. Posaunenchor Friedrichstal und auch kath. Aktivitäten so auch in Spöck, Blankenloch usw.? https://www.stutensee.de/bildung-freizeit/vereine/vereinsverzeichnis/ Und das, obwohl wir mit dem weltanschaulichen Ansatz nicht konform gehen. Wie ist das Verhältnis von Kirche und Staat hier in unserer Kommune? https://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-trennung-von-staat-und-kirche-wer-s-glaubt-a-1263926.html
Kurz um: Man bzw. Frau hätte mehr aus dieser Gelegenheit machen können.
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Hier nun 2 Positvbeispiele:
Gott im Grundgesetz, Teil 1 vom 23.04.2019
Wie Gott in die Päambel kam.
https://www.deutschlandfunk.de/serie-gott-im-grundgesetz-teil-1-wie-gott-in-die-praeambel.886.de.html?dram:article_id=446929

Gott im Grundgesetz, Teil 2 vom 24.04.2019
Sind die Kirchen ein Staat im Staate?
https://www.deutschlandfunk.de/denkfabrik-gott-im-grundgesetz-teil-2-sind-die-kirchen-ein.886.de.html?dram:article_id=447000