Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Die Fraktion der Grünen im Stutenseer Gemeinderat hatte beantragt, an der “Fairtrade-Towns”-Kampagne teilzunehmen und dabei die Zertifizierung als “Fairtrade-Town” anzustreben.

“Es geht dabei nicht um Almosen oder Spenden”, erläuterte Stadtrat Ludwig Streib (Grüne) in der gestrigen Gemeinderatssitzung. Vielmehr sei fairer Handel und nachhaltiger Konsum das Ziel.

Die Stadtverwaltung steht der Idee ihrer Aussage nach positiv gegenüber, will das Vorhaben aber auf das kommende Jahr verschieben, da in diesem Jahr keine personellen Ressourcen dafür zur Verfügung stünden.

Streib entgegnete, dass er Personen kenne, die sich ehrenamtlich in der Steuerungsgruppe beteiligen würden. Das müsse nicht die Verwaltung übernehmen. Er bat darum, das Thema im Herbst erneut aufzugreifen und wenigstens im Rathaus fair gehandelten Kaffee einzuführen.

“Ich halte die Verschiebung für angemessen”, so Ansgar Mayr (CDU). Es sei durchaus aufwändig, Vereine und Gewerbetreibende ins Boot zu holen. Nicole LaCroix (CDU) schob nach: “Die Grünen fordern immer mehr Bürgerbeteiligung. Dann können wir doch nicht einfach eine Zertifizierung beschließen, die Auswirkungen auf Vereine und Gewerbe hat.”

“Zertifizierung ist Zwang”, stellte Melitta Bernauer (Freie Wähler) fest. Man solle das erst einmal auf freiwilliger Basis angehen. Schließlich werde der Kaffee dann auch auf Sommerfesten teurer.

Wolfgang Sickinger (SPD) zeigte sich der Idee gegenüber aufgeschlossen, meinte aber: “Die Stadt kann auch ohne Zertifizierung als Beispiel voran gehen.”

“Die Argumente sind Ausreden kurz vor der Wahl”, meinte Heinrich Sickinger (fraktionslos). Er sei für den Antrag der Grünen. “Das wäre ein richtiges Zeichen gewesen.”

“Es gibt keine Vorschriften für das Gewerbe”, korrigierte Streib. Es sei alles auf freiwilliger Basis. Die für die Zertifizierung erforderliche Anzahl an Geschäften mit fair gehandelten Produkten habe Stutensee längst erreicht. Es ginge mehr um Information und darum, etwas in Bewegung zu setzen.

Oberbürgermeisterin Petra Becker stellte klar, dass ihr das Schicksal der Menschen in der Dritten Welt nicht egal sei. Es gehe nicht um das Ob, sondern um das Wann. Ein ausgearbeitetes Konzept sei ihr Anspruch. Die Verwaltung sei bereits jetzt dabei, auf fair gehandelten Kaffee und Milch umzustellen.

Der Gemeinderat begrüßte dies und beschloss einstimmig, im kommenden Jahr eine Zertifizierung anzustreben.

Bildquellen

  • Kaffeebohnen mit Bio- und Fairtrade-Siegel: TransFair e.V.