Von meinstutensee.de-Reporter Nadine Lahn

In weniger als zwei Wochen, am 26. Mai, geben die Bürger in Stutensee bei der Kommunalwahl den Kandidaten ihres Vertrauens ihre Stimme.

Was möchten die Parteien und Wählervereinigungen für die Kinder und Jugendlichen in Stutensee verändern? Im Interview haben sie uns mitgeteilt, welche Maßnahmen sie dazu nach der Kommunalwahl angehen möchten. Wir geben einen Überblick:

CDU

Wir wollen in den nächsten Jahren das begonnene Spielplatzkonzept fortsetzen, was konkret bedeutet, dass auch in Spöck und Staffort „Abenteuerspielplätze“ entstehen sollen. Gleichzeitig sollen die bestehenden Spielplätze bei Bedarf saniert werden.

Das „Jugendforum“ ist ein gutes Instrument, um Jugendliche in Entscheidungen einzubeziehen. Über die daraus resultierenden Vorschläge muss dann kurzfristig entschieden werden, damit die Jugendlichen merken, dass wir sie wirklich ernst nehmen. Die bisherigen Jugendforen haben uns gezeigt welch großes Interesse seitens der Jugendlichen besteht. Diesen Schwung wollen wir aufgreifen. Ein drängendes Thema ist der Ausbau der Jugendarbeit und die Schaffung von weiteren Treffpunkten für Jugendliche in den nördlichen Stadtteilen.

Abgesehen davon gilt es sicherzustellen, dass in unseren Kindergärten Qualität, genügend Plätze und kurze Wege gewährleistet sind. Qualität gilt natürlich auch für die Gebäude und nachdem z. B. nun die Vertragsverhältnisse mit der katholischen Kirche geklärt sind, muss in diesem Kindergarten die überfällige Renovierung umgehend durch die Stadt angegangen werden.

Gute Gebäude und eine hochwertige Ausstattung sind uns auch an den Schulen wichtig. Auch hier dürfen wir uns nicht ausruhen, sondern müssen weiter am „digitalen Klassenzimmer“ arbeiten.

Freie Wähler

Die konsequente Unterstützung und Förderung von bezahlbaren Einrichtungen, die der Ganztagesbetreuung der Kinder dienen muss fortgesetzt werden.

Für Kinder und jüngere Jugendliche wurde in den vergangen Jahren viel getan. Moderne und damit auch akzeptierte Erlebnis-/Abenteuer- und Mehrgenerationenspielplätze ersetzen in den Stadtteilen die in die Jahre gekommenen Spielplätze.

Jedoch für die Jugendlichen, die diesen entwachsen sind, fehlen vor allem in den nördlichen Stadtteilen Treffpunkte/Begegnungsräume und Angebote. Hier müssen gemeinsam mit dem Jugendforum Angebote erarbeitet, deutlich erweitert und ausgebaut werden. Z. B. durch die altersspezifische Gestaltung eines Skaterparks, an einem, bzgl. der Anwohner, „konfliktfreien“ Platz, der aber aus allen Stadtteilen auch gut erreichbar ist.
Auch die für das Zusammenleben wichtige Funktion des Kümmerers muss unbedingt wiederbelebt werden. Kümmerer zu finden, die bei den Jugendlichen Akzeptanz finden und das Bindeglied zur Stadtverwaltung sind, ist seit langem eine sehr schwierige Aufgabe mit sehr hoher Priorität. Leider fallen Leute wie unser ehemaliger Kümmerer, Herbert Braun, nicht vom Himmel. Hier möchten wir den Aufruf an die Mitbürger*innen richten: Machen Sie Vorschläge! Geeignet sind Menschen, die im Berufsleben und/oder im Verein einen Bezug zu Heranwachsenden haben/hatten und diese Aufgabe als Berufung ansehen würden.

SPD

Wir haben die Arbeit der jungen Menschen im Jugendforum von Anfang an unterstützt und der SPD-Fraktion ist es durch ihren Antrag auf Stellenanhebung gelungen, die kommunale Jugendarbeit personell zu stärken. So wird es möglich sein, die von den Jugendlichen favorisierten Projekte mit der notwendigen Begleitung durch die Jugendsozialarbeiter auch wirklich umzusetzen. Welche Projekte in Angriff genommen werden, ist Sache der Jugendforen, denen wir als Partei nicht vorgreifen wollen. Auf jeden Fall werden wir auch in Zukunft die jungen Menschen in den Jugendforen nach Kräften unterstützen.

Grüne

Die Schulen sollen eine attraktive Umgebung zum Lernen bieten. Deshalb wollen wir sie für individuelle Förderung und moderne Unterrichtsformen gut ausstatten. Hierzu müssen sie moderne Lehrmittel haben, damit die Schüler selbst lernen können, mit Computern und anderen digitalen Medien umzugehen. Es ist wichtig, dass die Gebäude in Schuss gehalten werden.

Wir wollen, dass die Jugendlichen mehr Raum bekommen. Die Ergebnisse aus den Jugendforen sollen durch den Gemeinderat und die Verwaltung berücksichtigt werden! Jugendliche wünschen sich z. B. offene Jugendarbeit in allen Stadtteilen, die Verbesserung von Begegnungsmöglichkeiten
für Jugendliche, dezentrale Angebote und ein neues Tor für den Bolzplatz am Steinweg. Wir wollen die hochwertige frühkindliche Bildung in den Kindergärten mit einem günstigen Betreuungsschlüssel und einer guten Ausstattung weiter ausbauen. Die Qualität der pädagogischen Arbeit ist für alle jungen Menschen, aber noch mehr für benachteiligte Kinder maßgeblich für die späteren Chancen im Leben. Einkommensschwächeren Familien sollen die Gebühren gesenkt oder erlassen werden, Gebührenfreiheit für Alle lehnen wir zugunsten einer guten Qualität ab.

Wir wollen uns auch im Gemeinderat dafür einsetzen, dass der Landkreis Karlsruhe dem Programm des Landes „Bildungsregionen“ beitritt oder sich in diesem Bereich der Stadt Karlsruhe anschließt. Die Stadt Stutensee soll diesen Beitritt anregen! Das Programm „Bildungsregion“ verfolgt das Ziel, durch Vernetzung und Kooperation bestmögliche Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu schaffen. Um ein attraktives regionales Bildungsangebot zu entwickeln, schließen sich die vielfältigen Bildungsakteure (Kindertageseinrichtungen, Schulen, Jugendhilfe/-arbeit, Kultureinrichtungen, Weiterbildung, Wirtschaft etc.) im Rahmen einer staatlich kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zu einem aktiven Netzwerk zusammen.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass im Sinne der „Bildungsregion“ die Zusammenarbeit von Schulen, Vereinen sportlicher und kultureller Art, von Firmen und Institutionen wie z. B. dem GrauBau, der DLRG oder Ähnlichen auf Stadtebene aktiv koordiniert wird.

FDP

  • Förderung und Unterstützung des Bildungsangebotes als Basis verantwortlicher und selbstbewusster Bürger.
  • Sicherstellung des kulturellen Angebotes und der Vereine, um Stutensee als attraktiven und lebenswerten Raum für Jung und Alt zu gestalten.
  • Die Errichtung eines Kinder- und Jugendlichenbauernhofs, bei dem sich die Kinder und Jugendlichen unter Anleitung und Betreuung speziell geschulter Mitarbeiter (Sozialarbeiter und Tierpfleger) in ihrer Freizeit einbringen, dies kann auch im Rahmen der Umsetzung eines Angebotes der Ganztagesschule erfolgen.

Junge Liste

Wir möchten die Beteiligung von Jugendlichen weiter stärken. Das Jugendforum hat gezeigt, dass Jugendliche sehr wohl die Entwicklung ihrer Gemeinde mitgestalten möchten. Dazu möchten wir themenbezogene, offene Beteiligungsformate. Auch die von uns geforderte BürgerApp kann dafür genutzt werden.

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