Stutensee wird europäische Energie- und Klimaschutzkommune

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Von Martin Strohal | 20.11.2019 21:22 | Keine Kommentare

Der Stutenseer Gemeinderat hat in seiner Sitzung vergangenen Montag einstimmig beschlossen, am Programm zur Einführung des europäischen Zertifizierungs- und Qualitätsmanagementsystems “European Energy Award” teilzunehmen. Der Antrag dazu war im April von der CDU/FDP-Fraktion gekommen.

Birgit Schwegle, Geschäftsführerin der Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe stellte das Programm dem Gremium vor. Der Landkreis selbst hat sich bereits dem European Energy Award angeschlossen und ist goldzertifiziert. Die Zahl der teilnehmenden Gemeinden ist im Landkreis noch sehr überschaubar, wobei in ganz Deutschland bereits über 250 Städte und Gemeinden Klimaschutzkommunen sind. Ab nächstem Jahr sei das für Große Kreisstädte wie Stutensee Pflicht, erläuterte Schwegle. Förderprogramme des Landes würden diese Kommunen künftig bevorzugen.

Ziel des Vorhabens ist eine nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik. Effizienzsteigerungen und Klimaschutzmaßnahmen werden dadurch messbar. Über die Jahre lassen sich in Zyklen Verbesserungen erreichen.

Zunächst werde in der Verwaltung ein Energieteam gegründet. Es handele sich um keinen Bürgerprozess. Den Beginn mache eine Ist-Analyse verbunden mit einer Klimaschutzwerkstatt, woraus anschließend Maßnahmen abgeleitet werden.

Das Thema umfasst alle Bereiche einer Kommune. Es geht von Mobilität und Bebauungsplänen über die Energieeffizienz städtischer Gebäude und Anlagen, Gewinnung von Abwärme aus geklärtem Abwasser bis zur nachhaltigen Beschaffung im Rathaus und die Sensibilisierung der Verwaltungsmitarbeiter. Insbesondere sei das Ganze auch ein Netzwerk, um Erfahrungen mit anderen Kommunen auszutauschen.

Spätestens nach vier Jahren soll ein externes Audit stattfinden. Für die Teilnahme bietet das Land einen Zuschuss von 10.000 Euro. Auch eine Teilnahme an dem Förderprogramm “Klimaschutz Plus” des Landesumweltministeriums empfehle sich, so Schwegle. Für die Begleitung durch die Energieagentur hat Stutensee über die nächsten vier Jahre 20.000 Euro zu bezahlen.

Die Stadträtinnen und Stadträte zeigten sich nach dem Vortrag ausnahmslos begeistert und motiviert. “Wir übernehmen gerne eine Vorreiterrolle und profitieren dabei von den Erfahrungen von anderen”, so Nicole LaCroix (CDU).

Sven Schiebel (Freie Wähler) gestand ein, im Vorfeld wenig Sinn in dem Award gesehen zu haben. “Aber die Ganzheitlichkeit ist ein guter Grund.” Insbesondere werde hier nicht mit Angstmache gearbeitet. Der Zwang, dranzubleiben, gefalle ihm. Das garantiere, dass das Thema nicht im Sand verlaufe.

Volker Stelzer (Grüne) freute sich, dass die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises zeozweifrei das Projekt in Stutensee begleiten soll.

“Es ist sehr gut, dass es keine unkoordinierten Einzelmaßnahmen gibt, sondern der Landkreis das unterstützt”, so Wolfgang Sickinger (SPD).

Den einstimmigen Schluss wertete Oberbürgermeisterin Becker “als klares Zeichen für den Klimaschutz in unserer Stadt”.

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