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“Die Versorgung bleibt vorerst sicher”

Stutensee-Center

Bild: Olaf Matthei-Socha

Von Olaf Matthei-Socha | 16.03.2020 23:06 | Keine Kommentare

Jeden Tag etwas weniger Freiheiten. Die von der Bundes- und den Landesregierungen angeordneten Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens sollen die Ansteckungskette des neuartigen Atemwegsvirus Sars CoV-2 ins Stocken und schließlich komplett zum Versiegen bringen. Nicht nur der Virus selbst bereitet dabei vielen Menschen Sorgen. Angesichts von Quarantäne, der Einstellung des gesamten kulturellen Lebens sowie der angeordneten Schließung von Geschäften macht sich bei manchen Mitmenschen Panik breit.

Hamsterkäufe gab es schon vor den strengen Einschränkungen, auch in Stutensee. Vor allem die Drogerie-Kette dm hat bereits vor über einer Woche darauf reagiert und ermahnt seitdem die Kundinnen und Kunden, nur „haushaltsübliche Mengen“ einzukaufen. meinstutensee.de hat beim Lebensmittelhandel, den Apotheken und Einzelhandelsgeschäften nachgefragt, wie sich die Situation momentan gestaltet. Weiter unten veröffentlichen wir die Antworten der Unternehmen kurz gefasst. Die Liste wird laufend aktualisiert.

Gleichzeitig volle und leere Regale

Unser persönlicher Eindruck, beim Besuch vor Ort: es gibt einige Artikel, die schon seit Tagen ausverkauft sind und das auch bundesweit. In diesen Fällen gestaltet sich der Nachschub daher logischerweise schwierig. Neben dem schon berühmten Duo Toilettenpapier und Nudeln sind das vor allem günstige Konserven, Fertiggerichte und generell Hygieneartikel für den täglichen Gebrauch. Auch die Auslagen mit frischem Obst und Gemüse sind regelmäßig leergekauft.

Während hier ganze Regale abgeräumt sind, sind die übrigen Teile der Supermärkte weiterhin gut gefüllt. Auch auf dem Blankenlocher Wochenmarkt gab es unseren Quellen zufolge einen Run auf die Produkte, wie selten dagewesen. Aber auch dort sei der Nachschub laut Markthändlern vorerst nicht gefährdet.

Eine wichtige Überlegung hilft vielleicht auch zusätzlich, die leeren Regale besser zu verstehen. Der Lebensmitteleinzelhandel und selbst die Discounter waren auf einen solchen Ansturm einfach nicht vorbereitet. Wenn die Mehrzahl der Bevölkerung sich jetzt aufgrund der Schließung von Schulen, Kindergärten und dem eigenen externen Arbeitsplatz plötzlich zu Hause versorgen muss, verlagert sich die Lebensmittelbeschaffung natürlich auf extreme Weise. Toilettenpapier und Nudeln erklärt das natürlich nur teilweise.

Was sind eure Erfahrungen?

Macht Ihr euch auch Sorgen, dass die Versorgungssicherheit gefährdet ist? Stellt Ihr euren Haushalt einfach nur auf die veränderte Lage und das Essen zu Hause um? Gehört Ihr selbst zu denen, die große Mengen einer einzelnen Ware einkaufen? Wenn ja warum? Oder hat sich für euch gar nichts groß im Konsumverhalten verändert? Vielleicht gehört Ihr auch zu denen, die jetzt wieder anfangen mehr Dinge selbst herzustellen, Gebrauchtes zu reparieren oder andere ungeahnte Talente entdecken?

Wie erlebt Ihr momentan den Einkauf im Lebensmittelhandel und der Drogerie? Wie kommt Ihr mit der Situation zurecht, mit Kinderbetreuung, Haustieren, alltäglichen Geschäften, der Arbeit und den eingeschränkten sozialen Kontakten? Schreibt uns eure Erfahrungen in die Kommentare hier/bei facebook oder mailt sie uns an redaktion@meinstutensee.de – Gerne auch mit Bildern und Videos.

Die Antworten der Unternehmen

ALDI SÜD

“Alle unsere rund 1930 Filialen sind und bleiben weiterhin für unsere Kunden geöffnet. Wir setzen alles daran, in jeder Filiale die Verfügbarkeit der Waren zu gewährleisten. […] Bei einigen Standardartikeln kann es zu erhöhter Nachfrage kommen, sodass wir kurzfristig ausverkauft sind. Unsere Kunden rufen wir zur Solidarität untereinander auf. Für ‘Hamsterkäufe’ gibt es keinen Anlass. Die Bestände werden im Rahmen der üblichen Anlieferungen wieder aufgefüllt.

[…] Um die Versorgungssicherheit auch weiterhin zu gewährleisten beziehungsweise kurzfristig auf eine mögliche Veränderung der Nachfrage eingehen zu können, stehen wir im engen Austausch mit unseren Lieferanten und Logistikpartnern. Dabei prüfen wir auch die aktuelle Sachlage zu jedem einzelnen Artikel. Unser Ziel ist es, eine Anlieferung aller Artikel zu gewährleisten und an den jeweiligen Verkaufsstarts unserer Produkte insbesondere auch der Aktionsartikel festzuhalten. Sollte es dennoch zu vorübergehenden Engpässen kommen, bitten wir bei unseren Kundinnen und Kunden hierfür um Verständnis. Darüber hinaus hoffen wir bei unseren Kundinnen und Kunden während des Einkaufs auch auf gegenseitige Rücksichtnahme, da auch unsere Mitarbeiter derzeit in den Filialen Außerordentliches leisten.”

Annika Büschken, Marketing & Communications für ALDI SÜD

dm Drogerie-Markt

 „In den letzten Wochen können wir in unseren mehr als 2.000 dm-Märkten in Deutschland eine stark gestiegene Nachfrage nach Seife und Toilettenpapier – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – verzeichnen. So erklärt sich auch, dass diese Produkte temporär in vielen Märkten nicht verfügbar waren oder sind. Wir haben bereits reagiert und Maßnahmen entlang der gesamten Lieferkette ergriffen, um unsere dm-Märkte schnellstmöglich wieder mit Waren zu versorgen. Wir bei dm möchten, dass alle unsere Kunden die jeweils gewünschten Produkte erhalten. Daher haben wir die Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten darüber informiert, bei derzeit sehr nachgefragten Artikeln darauf zu achten, diese nur in haushaltsüblichen Mengen herauszugeben.“ 

Sebastian Bayer, Geschäftsführer dm

(bei dm gibt es die Möglichkeit, Produkte über den Online-Shop des Unternehmens nach Hause zu bestellen)

EDEKA

“Seit dem letzten Februarwochenende gibt es eine erhöhte Nachfrage im Bereich Grundnahrungsmittel. Eine ausreichende Warenversorgung unserer Märkte ist aktuell auch weiterhin sichergestellt. Versorgungsengpässe haben wir im Moment lediglich im Bereich Desinfektionsmittel.

Mehrere Märkte im Südwesten bieten auch einen Lieferservice an. Da die Mehrzahl unserer Märkte von selbständigen Kaufleuten betrieben wird, können wir hier allerdings keine Aussage zu einzelnen Märkten machen.”

Florian Heitzmann, Referent Presse&Ö-Arbeit EDEKA Südwest

(Wir haben auch die EDEKA-Märkte in Stutensee direkt angeschrieben. Die entsprechenden Antworten ergänzen wir umgehend nach Erhalt.)

Netto Marken-Discount

Die Leiterin der Unternehmenskommunikation von Netto Marken-Discount teilte uns mit, dass die Versorgung aller Filialen mit Lebensmitteln weiterhin bundesweit sichergestellt sei. Es gebe zwar Beobachtungen, dass es “in einigen Sortimentsbereichen, etwa haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten, zu einer erhöhten Nachfrage” kommee. Die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über die Logistikzentren laufe aber weiter.

Aktuell kursierten ihr zufolge Gerüchte in den Sozialen Medien, wonach die Bundesregierung angeblich weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens plane. So werde beispielsweise in einer Sprachnachricht auf Whats-App vor einer unmittelbar bevorstehenden Schließung von Lebensmittelmärkten beziehungsweise einem eingeschränkten Angebot gewarnt: “Das auch mit direktem Bezug auf Netto. Diese Gerüchte sind falsch und entbehren jeder Grundlage!”

Christina Stylianou, Leiterin Unternehmenskommunikation, Netto Marken-Discount

Rewe/Penny

“Unsere Mitarbeiter in den Märkten, den Logistikzentren und den Zentralen machen bundesweit einen extrem guten Job. Es gab trotz der hohen Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Nährmitteln, Konserven und Drogerieartikeln keine nennenswerten Engpässe, die Frequenz der Belieferung der REWE und PENNY Märkte haben wir entsprechend erhöht bzw. angepasst.”

Andreas Krämer, Pressesprecher, Rewe Group

(Sowohl Rewe als auch Penny bieten die Möglichkeit, Waren über einen Online-Shop zu bestellen)


Diese Liste wird laufend aktualisiert. Stand: 16.03.2020, 22:57 Uhr

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