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Eine zweite Chance für Essen: Erster Fair-Teiler-Schrank in Stutensee

Fairteiler-Schrank von innen

Bild: Isabelle Gotschlich

Von Isabelle Gotschlich | 04.05.2020 20:39 | Keine Kommentare

Seit Anfang April können Privatpersonen den ersten Fair-Teiler-Schrank in Stutensee nutzen, um nicht benötigte, überschüssige Lebensmittel an andere Menschen weiterzugeben.  Marion Graf-Ernst, Foodsaver und Aufstellerin des Schrankes, schafft damit in Stutensee eine neue Möglichkeit, nachhaltig mit Lebensmitteln umzugehen.

Infos zu Fair-Teiler-Schrank

Standort:
Hohe Eich 32, Stutensee-Blankenloch, in der Garageneinfahrt.

Geöffnet rund um die Uhr.
Keine Kühlwaren reinlegen, auch nicht bei kalten Außentemperaturen.

Der Fair-Teiler-Schrank ist auf der Foodsharing-Seite für die Karlsruher Region gelistet. Dort sind auch Beiträge über aktuell reingelegte Lebensmittel von registrierten Foodsaver zu lesen: https://foodsharing.de/?page=fairteiler&bid=433&sub=ft&id=1691
Weitere Informationen über den Verein und dessen Aufgaben und Ziele sind ebenfalls auf dieser Homepage nachzulesen.

Sich gegen die Lebensmittelverschwendung stark zu machen, das war das Anliegen und Ziel von Marion Graf-Ernst aus Stutensee. Sie hat sich daraufhin dem Verein Foodsharing e.V. angeschlossen und ist ein Foodsaver geworden. Der Verein und seine Mitglieder, die sogenannten Foodsaver (zu Deutsch Lebensmittelretter) engagieren sich dafür, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Dies setzen sie um, in dem sie Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, aber noch genießbar sind, von kooperierenden Betrieben und Läden in der Lebensmittelbranche, wie Supermärkte, Restaurants, Kantinen oder Getränkehändler abholen und dann an Vereine, Tafeln, Suppenküchen, Freunde, Nachbarn und über das Foodsharing-Netzwerk sowie über Fair-Teiler-Schränke verschenken als auch selbst verwerten.

Das gute an den Fair-Teiler-Schränken sei, so Frau Graf-Ernst, dass sie öffentliche, für jedermann zugängliche Regale sind, und sich damit jeder etwas herausnehmen oder auch hineinlegen kann, ohne bei Foodsharing aktiv zu sein. Hat man also etwas Zuhause, das man zum Beispiel aufgrund eines Urlaubes nicht mehr verwerten kann, hat man nun die Möglichkeit, dies ganz einfach zum Austausch und zur Weitergabe in den Schrank zu legen.

In den Schrank in Stutensee hineingelegt werden dürfen Trockenwaren, auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, Brot sowie Obst und Gemüse. Da der Schrank nicht gekühlt ist, dürfen keine Kühlwaren, Fleisch, Eier oder offene zubereitete Speisen zum Tausch angeboten werden. „Für die Kühlwaren kommt irgendwann vielleicht noch ein Kühlschrank“, berichtet die Initiatorin des Fair-Teiler-Schrankes, mit dem Ziel noch mehr Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten. Man solle den Schrank aber auch nur für die genannten Lebensmittel benutzen und nicht für sonstige Waren und Artikel, auch in Hinblick auf die Hygiene.

Der Schrank wird regelmäßig von Marion Graf-Ernst und dem verantwortlichen Pflegeteam gesäubert und sortiert. In der jetzigen Corona-Zeit sind die Vorschriften aber natürlich auch hier größer geworden. So geschieht die Reinigung nur noch mit einem Mund-Nase-Schutz sowie Handschuhen und für die Abholer als auch Zusteller gelten beim Fair-Teiler-Schrank ebenfalls die Abstandsregeln. Zudem haben die privaten Fair-Teiler-Schränke während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen, da viele Schränke an und in öffentlichen Gebäuden in Karlsruhe geschlossen sind, weil die Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, temporär schließen mussten. Die neue Besitzerin und Betreuerin des Fair-Teiler-Schrankes in Stutensee freut sich über die gute Nachfrage: „Hier ist ein reges Kommen und Gehen und der Schrank wird sehr gut als Alternative für die Versorgung mit Lebensmittel angenommen.“

Bildquellen

  • Fair-Teiler-Schrank: Isabelle Gotschlich
  • Fairteiler-Schrank von innen: Isabelle Gotschlich

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