Platz Eins der Fahrradkommunen

(Symbolbild)

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Von Olaf Matthei-Socha | 17.03.2021 18:56 | 1 Kommentar

Rekordteilnahme am ADFC-Fahrradklimatest 2020

Zweimal Platz Eins für die Rheinebene: Sowohl Karlsruhe als auch Stutensee liegen beim aktuellen Fahrradklimatest des Allgemeinden Deutschen Fahrradclubs ADFC ganz vorn. Im vergangenen Jahr nahmen mit 230.000 Radfahrer:innen so viele Menschen bundesweit teil, wie noch nie. Doch die Gesamtnote ist gleichbleibend schlecht. Mit 3,9 auf einer sechsstufigen Notenskala bewerten die Teilnehmer:innen die Qualität des Fahrradfahrens in Deutschland auch im Corona-Jahr nicht besser als bei der vorigen Ausgabe 2018.

Gemeinsam mit dem ADFC stellte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die Ergebnisse unlängst der Öffentlichkeit vor und zeichnete die 25 fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands aus. Das Ranking ist nach der Zahl der Einwohner:innen gestaffelt. Während die Radler:innen der Großstadt Karlsruhe eine 3,07 gegeben hatten, lag die Zufriedenheit in der benachbarten Großen Kreisstadt bei 3,26. Stutensee befindet sich damit landesweit auf Rang 1 der Orte mit einer Einwohner:innenzahl zwischen 20.000 und 50.000, bundesweit reichte es für Platz 15. Zum Vergleich: Bessere Werte gab es durchgehend nur bei den Orten mit bis zu 20.000 Einwohner:innen und die spürbarsten Verbesserungen der Bewertungen gab es vor allem bei den Großstädten über 500.000 Einwohner:innen.

Die Vertreter:innen des ADFC sehen durch den Klimatest den Langzeittrend bestätigt: Es gibt nach wie vor viel zu verbessern. Besonders schlecht beurteilten die Teilnehmer:innen die Aspekte Sicherheitsgefühl, Konflikte mit dem Kraftfahrzeugverkehr, Spaß am Radeln sowie Breite und Oberfläche der Radwege. Mehr als zwei Drittel der Befragten fühlten sich demnach nicht sicher beim Fahrradfahren. Sogar 80 % gaben an, dass die Radwege zu schmal seien und 75 % der Teilnehmer:innen beklagen sich über zugeparkte Radwege. Auch in Stutensee wurden insbesondere diese Bereiche negativ bewertet. Als besonders schlecht wurden die Führung an Baustellen, die Oberflächenbeschaffenheit der Wege, das Fahren im gemischten Verkehr, Ampelschaltungen sowie fehlende öffentliche Räder genannt. Positiv bewertet wurden hingegen die Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr, der Spaßfaktor des Radfahrens sowie die Erreichbarkeit des Zentrums und die Möglichkeit, zügig zu fahren. Ob mit “Zentrum” die Ortsteilkerne oder das Zentrum Karlsruhes gemeint ist, geht aus der Erhebung allerdings nicht hervor.

Die Befragung für den Fahrradklimaindex findet alle zwei Jahre im Aufrag des ADFC statt, seit 2014 ist team red Deutschland GmbH für die Durchführung verantwortlich. Die Ergebnisse gibt es als Übersicht und interaktive Karte auf der Homepage des Fahrradklimatests unter www.fahrradklima-test.adfc.de

forum Kommentare

Zu Ergebnisdarstellungen dieser Art sind doch einige Zweifel angebracht. Wenn man die Berichte der vergangenen Jahre an dieser Stelle, teils von Parteieindrücken, teils von Radfahrern, genauer anschaut und bewertet, muss man sich fragen warum ausgerechnet diese “57” Interviewten nun zu einem solchen Ergebnis kommen, welches einige der vorherigen Ansichten im Grunde genommen, auf den Kopf stellt. Wie muss es da auf Fahrradwegen in benachbarten Gemeinden aussehen? Also mal ehrlich?
Dranbleiben an den Problemen, was Kontrolle, Zustand und Sicherheit von Radwegen betrifft. Schön für die Stadtwerbung, wenn die Befragten, das alles positiv für Stutensee sehen. Aber jetzt einen Pokal oder eine Urkunde ins Eingangsportal zu hängen ist mit Vorsicht zu genießen, da auf Befragungen dieser Art auch schnell mal andere Eindrücke folgen könnten, und dann der Nagel an dem die Urkunde hing, nur noch allein aus der Wand schaut. Die Zeiten können sich schnell ändern, wie man aktuell in Stutensee beobachten kann.