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Stutenseer Grünflächen künftig ökologisch bewirtschaftet

Symbolbild

Bild: Capri23auto/pixabay.com

Von Martin Strohal | 23.03.2021 13:19 | Keine Kommentare

Der Stutenseer Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vergangene Woche eine neue ökologische Grünflächenstrategie beschlossen. Im Mittelpunkt steht dabei der Ansatz, dass die innerörtlichen öffentlichen Flächen nun mit dem Hauptaugenmerk auf biologischer Vielfalt gepflegt werden sollen. Die neue Strategie ist Teil der Zertifizierung “StadtGrün naturnah”.

Geleitet wurde der Prozess von der Stabstelle Umwelt der Stadtverwaltung. Einbezogen waren auch die lokalen Naturschutzverbände. Über mehrere Online-Termine im vergangenen Jahr wurde der Bestand der innerörtlichen Grünflächen erfasst und ein Maßnahmenplan erarbeitet. Im Laufe des Jahres wird auf einem Fachkongress bekanntgegeben, in welcher Qualitätsstufe – Bronze, Silber oder Gold – Stutensee das Label “StadtGrün naturnah” vom Verein “Kommunen für biologische Vielfalt e.V.” erhalten wird.

Ziel des Vorhabens ist neben der Förderung der Artenvielfalt auch, ein gesundes Stadtklima zu schaffen und eine Vorbildfunktion für die Bevölkerung einzunehmen. Pestizide sollen auf den innerörtlichen Flächen der Stadt nicht mehr eingesetzt werden, auch wenn Fremdfirmen beauftragt werden. Um die Pflege erfolgreich angehen zu können, wird qualifiziertes Fachpersonal im Bauhof benötigt. Auch geeignetes Werkzeug gehört dazu. “In Stutensee gibt es hauptsächlich Gebrauchsrasen”, berichtete Bernd Scholer, Leiter der Stabstelle Umwelt, dem Gemeinderat. Landschaftsrasen sei besser, komme aber in Stutensee kaum vor. Die beste Stufe sei eine Blumenwiese, die innerorts selten sei. Diese würde auch selteneres Mähen erfordern. Bei den Stauden solle eine breite Sortimentsauswahl vorzugsweise heimischer Pflanzen das Risiko von Schädlingsbefall reduzieren. Torf und Dünger sollen nicht zum Einsatz kommen. Baumscheiben sollen nicht mehr mit Beton- oder Stahlbaumrosten bedeckt werden. Bei Neupflanzungen ist auf Klimaverträglichkeit zu achten. Starkastrückschnitte werden nicht mehr aufgrund von Beschwerden (beispielsweise Beschattung oder Laubfall) durchgeführt.

“Wir sind froh über die wertvolle Arbeit”, sagte Nicole LaCroix (CDU/FDP-Fraktion) und wünschte sich mehr Öffentlichkeitsarbeit zu dem Thema durch die Stadtverwaltung. Würden Grünflächen im Winterhalbjahr nicht schön aussehen, würden die Stadträte darauf angesprochen werden. Man solle innerorts sowohl Ökologie als auch der Optik gerecht werden.

“Das Aussterben der Arten passiert leise”, so Karl Mittag (Grüne), der bei der Erarbeitung der Maßnahmen beteiligt war. Menschen seien davon nicht unmittelbar betroffen, weshalb viel zu wenig dagegen getan werde. “Die Ökologie hat Vorrang vor Gestaltung”, betonte er. “Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz in Stutensee.”

Auch Stadtrat Thomas Hornung (CDU) lobte die Ausarbeitung. “Jetzt muss das Konzept mit Leben gefüllt werden”, sagte er. Insbesondere müsse der Bauhof geschult werden. Zudem sei es sinnvoll, die Ortschaftsräte für die Details in den Ortsteilen einzubinden.

“Wir gehen den Weg mit”, so Wolfgang Sickinger (SPD). Auch er wünschte sich, die Öffentlichkeit zu informieren.

Tobias Walter (Junge Liste) mahnte an, den Bauhof entsprechend mit Personal und Mitteln auszustatten.

Das neue Konzept wurde einstimmig vom Gemeinderat beschlossen.

Bildquellen

  • Blumenwiese: Capri23auto/pixabay.com

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