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Datenverarbeitung für Stadt wird teurer

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Von Martin Strohal | 28.05.2021 17:02 | Keine Kommentare

Seit 2020 haben sich mehrere ehemalige kommunale Zweckverbände zur “Komm.ONE” zusammengeschlossen. Die Anstalt des öffentlichen Rechts hat als neuer “Datenverarbeiter für Kommunen” in Baden-Württemberg nun die Nutzungsverträge und Preise vereinheitlicht. Für Stutensee könnte es dadurch jährlich um etwa 32.000 Euro netto teurer werden.

Begeistert war nach dem Vortrag von Frank Kämmle von Komm.ONE in der Mai-Sitzung des Stutenseer Gemeinderats niemand. Durch die Vereinheitlichung der Nutzungsverträge der Kommunen mit den inzwischen fusionierten Rechenzentren werde es für viele günstiger – Stutensee drohe allerdings eine Preissteigerung um etwa 32.000 Euro auf knapp 400.000 Euro netto.

Komm.ONE bietet Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg Software und Datenverarbeitung für deren alltägliche Aufgaben wie Zahlungsverkehr, Kindergartenmanagement, Einwohnerverwaltung, Ordnungswidrigkeiten, Friedhofsmanagement an. “Durch die Fusion hatten wir Synergieeffekte erwartet”, so Kathrin Weisser (Grüne), “dass es günstiger und trotzdem besser für uns wird.” Auch Nicole LaCroix (CDU) berichtete von viel Unmut in ihrer Fraktion. Aber es gebe keine Alternative zur Zustimmung. Oberbürgermeisterin Petra Becker ergänzte, dass die Verwaltung bisher mit der Anwenderunterstützung, dem Support, nicht zufrieden gewesen sei.

Kämmle verwies darauf, dass der Umsatz in ganz Baden-Württemberg durch die Fusionen unverändert bleibe, die Beiträge würden nur anders verteilt. Stutensee erhalte besseren Support, es gebe jetzt einen Ansprechpartner pro Kommune, und einen größeren Leistungsumfang. Stutensee werde im ersten Jahr ein Nachlass von 100 Prozent auf die Preissteigerung angeboten, im zweiten noch etwa 85 Prozent und im dritten 75 Prozent.

Klaus Mayer (Freie Wähler) regte an, in Stutensee weitere Synergien durch die Vereinheitlichung der Softwareanwendung, auch durch den neuen, größeren Leistungsumfang, zu heben. Immerhin seien die Preise seit 2017 nicht erhöht worden und es gebe kaum Wettbewerb am Markt. Als Anstalt des öffentlichen Rechts werde Komm.ONE auch keine Gewinne erwirtschaften.

“Wir sind froh, dass wir eine solche kommunale Gesellschaft haben”, betonte Bürgermeister Edgar Geißler, der für die Datenverarbeitung innerhalb der Stadtverwaltung verantwortlich ist. Da die Anzahl der Kund:innen für kommunale Datenverarbeitung überschaubar sei, sei der Markt für Firmen kaum lukrativ. Er kündigte die Überprüfung und Reduzierung benötigter Lizenzen in der Stadtverwaltung an.

“Wir kommen um eine Zustimmung nicht herum”, stellte Wolfgang Sickinger (SPD) fest. Es bleibe jedoch ein negativer Beigeschmack. Er werde die Situation in Zukunft kritisch verfolgen.

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