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Stutensee braucht mehr Kindergärten

Symbolbild

Bild: Pixabay: Katrina S

Von Martin Strohal | 15.08.2021 16:24 | Keine Kommentare

Ganze drei neue Kindergärten mit 14 Gruppen müssen in den kommenden Jahren in Stutensee entstehen, um dem künftigen Betruungsbedarf gerecht werden zu können. Schon jetzt sind Kindergartenplätze knapp. Gründe dafür seien die Neuentwicklung von Baugebieten und die innerörtliche Verdichtung, die einen weiteren Zuzug in die Große Kreisstadt befördern. Darauf wies die Stadtverwaltung in der Juli-Sitzung des Gemeinderates hin und stellte ihre Langzeitplanung vor. Die Stadt will bis zu 300 zusätzliche Betreuungsplätze schaffen. Die Kosten für Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen sowie Betrieb sind nicht bekannt.

In den letzten vier Jahren habe Stutensee zehn zusätzliche Kindergartengruppen neu eingerichtet, berichtete Bürgermeister Edgar Geißler während der Gemeinderatssitzung. Dabei habe man sich an der Bevölkerungsstruktur orientiert. Neubaugebiete seien berücksichtigt worden, jedoch nicht die Innenentwicklung. Entgegen statistischer Prognosen seien Geißler zufolge die Geburtenzahlen gestiegen, dazu auch die Nachfrage nach Plätzen für Kinder ab dem ersten Lebensjahr und nach Ganztagesbetreuung.

In Stutensee werden inzwischen keine auswärtigen Kinder mehr aufgenommen. Bereits im anstehenden Kindergartenjahr 2021/2022 reichen die vorhandenen Plätze nicht aus. Statistisch gesehen sind es etwa 70 zu wenig.

StadtteilAnzahl KindergärtenAnzahl Kindergarten-PlätzeAnzahl Kleinkind-PlätzeBedarf 2021/2022
Friedrichstal3181 Plätze in 8 Gruppen30 Plätze in 3 Gruppen233 Plätze
Spöck3141 Plätze in 6 Gruppen20 Plätze in 2 Gruppen164 Plätze
Blankenloch/Büchig6475 Plätze in 21 Gruppen110 Plätze in 11 Gruppen499 Plätze
Staffort270 Plätze in 3 Gruppen10 Plätze in 1 Gruppe64 Plätze
Aktueller Bestand

Derzeit befinden sich verschiedene Maßnahmen in Umsetzung (siehe folgende Tabelle). Diese reichen jedoch nicht aus, um den mittel- und langfristigen Bedarf, insbesondere durch Erschließung weiterer Neubaugebiete, zu decken.

StadtteilPlanungPlätze
FriedrichstalWaldgruppe20 Plätze ab 3 Jahren (bereits belegt, Bedarf für Über-3-Jährige nicht abgedeckt)
SpöckAußengruppe Richard-Hecht-Schule in Container22 Plätze ab 2 Jahren (bereits belegt)
BüchigWaldgruppe20 Plätze ab 3 Jahren (bereits belegt, Ganztagesbedarf nicht abgedeckt)
ÜbergreifendWaldorfkindergarten15 Kinder, davon 5 Kleinkinder
Konkrete Planung

Langfristig sollen folgende Plätze geschaffen werden:

StadtteilEinrichtungPlätze
SpöckViergruppiger Kindergarten an der Richard-Hecht-Schule1x Kleinkindgruppe = 10 Plätze
2x Kindergartengruppe = bis zu 50 Plätze
1x altersgemischte Gruppe = bis zu 22 Plätze (s.o.)
FriedrichstalDrei- bis viergruppiger Kindergarten Mannheimer Straße1x Kleinkindgruppe = 10 Plätze
1-2x Kindergartengruppe = 40-50 Plätze
1x altersgemischte Gruppe = bis 22 Plätze
Blankenloch/BüchigFünf- bis sechsgruppiger Kindergarten2x Kleinkindgruppe = 20 Plätze
2x Ganztagesgruppe ggf. mit Altersmischung = 40 Plätze
2x Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten, ggf. mit Altersmischung = 44 Plätze
ÜbergreifendWaldorfkindergarten mit zwei Gruppen2 Gruppen = 30 Plätze (s.o.)
Langfristige Planung

Für den Bau neuer Kindergärten werden für eine dreigruppige Einrichtung rund 475 Quadratmeter für das Gebäude und etwa 600 Quadratmeter Außenfläche benötigt. Bei einer sechsgruppigen Einrichtung erhöht sich das auf rund 850 Quadratmeter für Gebäude (jeweils ohne Technik, Sanitärbereich, Küche) und 1.100 Quadratmeter für den Außenbereich.

Der Gemeinderat begrüßte die vorausschauende Planung einhellig. Karin Vogel (Freie Wähler, Ortsvorsteherin von Spöck) wies darauf hin, dass die neue Gruppe in Spöck bereits voll belegt sei, noch ohne dass das Neubaugebiet bezogen ist, und dass es bislang keinen Baubeschluss für weitere Gruppen gebe. “Frauen wollen früher ins Arbeitsleben zurückkehren”, stellte Beate Hauser (SPD) fest und bedankte sich bei der Stadt für die Berücksichtigung dieser Entwicklung. Die Stadt solle nicht vom vollen Umfang an Neubaugebieten, wie sie im Flächennutzungsplan vorgesehen sind, ausgehen, so Volker Stelzer (Grüne). Ansonsten habe man am Ende zu viele Plätze.

Die Kosten für Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen sowie den Betrieb der Einrichtungen sind noch nicht bekannt und werden bei der Planung der einzelnen Projekte ermittelt und dem Gemeinderat vorgelegt.

Bildquellen

  • Kinderbetreuung: Pixabay: Katrina S

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