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Bahnausbau: Bestandsstrecke aus dem Rennen, aber Stutensee weiter dabei

Schienenstrecke Karlsruhe-Mannheim

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 12.10.2021 12:53 | Keine Kommentare

Die Planungen für den Ausbau der Bahnverbindung zwischen Karlsruhe und Mannheim wird konkreter. Die Bahn hat inzwischen Linienkorridore erarbeitet, eine Verfeinerung der bisherigen Grobkorridore. In der aktuellen Planung ist eine Erweiterung der Bahnlinie zwischen Karlsruhe und Friedrichstal durch Blankenloch um zwei weitere Gleise nicht mehr enthalten. Stattdessen wird ein Linienverlauf zwischen Friedrichstal und Spöck/Staffort hindurch für möglich gehalten.

Linienkorridore im Bereich Stutensee

Ein Linienkorridor ist ein bis zu 1000 Meter breiter Streifen, in dem eine spätere, mögliche zweigleisige Linienvariante verlaufen kann, erläutert die Bahn. Es geht beim aktuellen Stand der Planung noch nicht um konkrete Linienverläufe, sondern um eine weitere Eingrenzung der bereits bekannten Grobkorridore.

Da die Region zwischen Karlsruhe und Mannheim dicht besiedelt ist – die Fachleute sprechen von “hohen Raumwiderständen” – ist eine Streckenfindung schwierig. Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein spricht angesichts der von der Bahn vorgelegten Entwürfe von “zum Teil überraschenden Linienkorridoren”. Zu den Überraschungen gehört, dass der Ausbau zwischen Karlsruhe und Friedrichstal entlang der Bestandsstrecke aktuell nicht weiterverfolgt wird. Eine weitere Überraschung ergab sich aus Sicht der “Bürgerinitiative Gütertrasse (BIG)” aus Karlsdorf-Neuthard. Die aktuelle Planung sieht einen möglichen Linienkorridor direkt zwischen Karlsdorf und Neuthard, obwohl sich an der Stelle gar kein Grobkorridor (in der Grafik hellblau) befunden hatte. “Wir sind fassungslos”, schreibt die Bürgerinitiative auf Facebook und stellt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Bahn in Frage.

Die möglichen Linienkorridore, die Stutensee betreffen, sehen folgendermaßen aus:

Nördlich von Friedrichstal könnte die Linie auf der Bestandsstrecke von Graben-Neudorf kommend abzweigen und entweder näher an Spöck oder näher an Friedrichstal – hier existieren abschnittsweise zwei Korridore – zwischen Staffort und dem dortigen Baggersee zur Autobahn A5 führen. Diese wird auf der Höhe von Blankenloch erreicht. Von dort würde die Strecke nach Süden über Durlach nach Karlsruhe führen.

Eine weitere Variante führt schon ein längeres Stück von Norden kommend an der A5 entlang, östlich von Staffort. Der Streckenverlauf könnte entweder aus Richtung Forst kommen oder zwischen Karlsdorf und Neuthard hindurch auf den Verlauf der Autobahn stoßen.

Linienkorridore im Bereich Karlsruhe

Unabhängig von Stutensee sind weitere Varianten im Spiel, die über die Pfalz an Wörth vorbei nach Karlsruhe zulaufen beziehungsweise über Linkenheim-Hochstetten und Eggenstein-Leopoldshafen auf die Fächerstadt stoßen. Bei beiden Verzweigungen sind jedoch Tunnelarbeiten erforderlich (in der Grafik violett eingezeichnet), die beim östlichen Verlauf entlang der A5 entfallen.

Im nächsten Schritt soll es laut Bahn um den Vergleich der Linienkorridore gehen, unterteilt in mehrere Segmente. Das Ergebnis wird nach aktueller Planung Ende Januar 2022 vorgestellt werden. Im September 2022 schließlich will die Bahn “ernsthaft in Betracht kommende Linienvarianten” vorlegen.

Ausführliche Informationen sind auf der Projekt-Website der DB Netze zu finden.

Bildquellen

  • Bahnausbau Linienkorridore Stutensee: DB Netze
  • Bahnausbau Linienkorridore Süd: DB Netze
  • Eisenbahn Gleise: Martin Strohal

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