Stadt plant Photovoltaik auf eigenen Gebäuden

Symbolbild

Beitragsbild: torstensimon/pixabay.com

Von Martin Strohal | 15.11.2021 19:41 | 5 Kommentare

Auf Antrag der Grünen-Fraktion beschäftigte sich der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung mit der Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden. Die Stadtverwaltung schlug vor, im kommenden Jahr mit der Pestalozzi-Schule in Blankenloch sowie den Sporthallen in Friedrichstal und Spöck zu beginnen. Im Gespräch sei auch die Aussegnungshalle in Staffort gewesen. Dort sei jedoch der Eigenbedarf zu niedrig, als dass sich eine solche Anlage lohnen würde. Bevor man sich zu viel auf einmal vornehme, solle eins nach dem anderen umgesetzt werden.

“Wir sind sehr zufrieden”, begrüßte Volker Stelzer (Grüne) das Vorgehen. Das sei mehr als von den Grünen vorgeschlagen worden war.

“Das bringt uns ein Stück weiter”, stimmte Thomas Hornung (CDU) zu. Trotzdem müsse darauf geachtet werden, den erzeugten Strom selbst zu verbrauchen. Zudem solle man sich Gedanken machen, wie man selbst erzeugten Strom zu anderen städtischen Gebäuden transportieren könnte, ohne das öffentliche Stromnetz zu nutzen. Großen Bedarf gebe es beispielsweise bei den Wasserwerken und der Kläranlage mit über einer Million Kilowattstunden Verbrauch pro Jahr. Die Kläranlage werde kommen, ergänzte Oberbürgermeisterin Petra Becker daraufhin.

Klaus Mayer (Freie Wähler) begrüßte es, städtische Dächer nach und nach durchweg mit Photovoltaik auszustatten. Mit der Umwelt- und Energieagentur müssten jedoch unterschiedliche Betreibermodelle diskutiert werden.

Wolfgang Sickinger (SPD) zeigte sich mit dem Plan für das kommende Jahr zufrieden. Es solle zwar alles angesprochen werden, jedoch müsse man auch sehen, was machbar ist. Auch er plädierte dafür, Betreibermodelle, auch in Hinblick auf Fremdnutzung der Dächer, zu untersuchen.

Auch die Junge Liste stimmte dem Vorhaben zu. “Die großen Rahmenbedingungen müssen sich ändern”, so Tobias Walter im Hinblick auf die Beteiligung der Bevölkerung an solchen Anlagen.

Kathrin Weisser (Grüne) war für ein zweigleisiges Vorgehen. Man könne auch zwei Dächer gleichzeitig für eine Vergabe identifizieren.

Bearbeitet: “Kilowattstunden” zur besseren Lesbarkeit ausgeschrieben und dabei eine falsche Schreibweise korrigiert.

forum Kommentare

FH...

… besser spät als nie. Für die Frage, ob sich die Photovoltaik-Anlagen auch lohnen – im Sinne, dass man den Strom als Eigenbedarf selbst verbrauchen kann – ist es allerdings schon zu spät. Zur Begrenzung der Erderwärmung brauchen wir den Strom aller Dächer – und zwar schnell.
Kleine Spitze am Rande: Stutensee hat sich doch kürzlich bei EnBW Netze beteiligt und darf nun dort mitreden; der große Vorteil der Beteiligung, wie immer von der Stadtverwaltung herausgestellt wurde. Da sollte es doch ein Leichtes sein, entsprechende Durchleitungsregelungen für den Stutenseer Strom zu erreichen…
(Redaktioneller Hinweis zum (wie immer gut geschriebenen) Text: die Einheit ist kWh.)

Andreas Haßmann

Sehr gute Idee
Weiterhin sollte man sämtliche Gebäude mit hohem Verbrauch tagsüber prufen.
Dazu gehören auch Wasserwerke, Schulen, Kindergärten,Rathaus, Schwimmbäder, Kläranlage und Bauhöfe. Auch die Fassaden und städtische Parkflächen wie z.b.bei Schulen, Rathaus, Schwimmbädern, Spöck Begegnungs Zentrum sind zu prüfen um schnellst möglich Ertrag oder Ersparnisse für die Stadt zu erzielen. Bei den heute avisierten Zahlungen des Landes aus Mehreinnahmen und den noch niedrigen Zinsen sollte man nicht zu lange warten.
Wo könnte man den erzeugten Strom speichern ,vielleicht in den Schwimmbäder als Wärme, oder in der Kläranlage als zusätzliche Abwärme .
Eine Bürgergenossenschaft oder ein vermieten sollte auch kein Problem darstellen,außer man wird von der ENBW ausgebremst.
Man sollte möglichst schnell in die Gänge kommen, Corona ist hier keine Ausrede, alle sind ja zu Hause im Homeoffice, vollbelastbar und erreichbar.
Von der Beteiligung ENBW NETZE hat man schon lange nichts mehr gehört.
Hat Stutensee als einer der Hauptgeldgeber unter den Gemeinden, einen der 2 zusätzlichen Sitze ergattert.
Wer ist der glückliche Vertreter?
Wem gehen die Aufwandsentschädigungen zu?
Was wurde durch die Mitsprache schon angeregt oder erreicht?
Dazu leider auch keine Fragen aus dem Gemeinderat.

Hallo
Schön dass mal wieder die alten Strategen zurück sind bei der “mal drüber reden” Gesellschaft von MeinStutensee. Grüß Gott Herr Hassmann und FH.
Pestalozzischule – altes Gebäude S/N – mittleres Gebäude W/O – und Sporthalle bilden etwa 1400 m² für Solarflächenmöglichkeiten ab, die Hallendächer in Friedrichstal und Staffort zusammen ca. 2400 m². So kommen knapp 4000 m² Aufbau-Fläche zusammen, die bei einem Standardwert von 10 kWp/50 m² etwa 800 000 kWh an jährlicher Leistung liefern könnten. Der Betriebsverbrauch der Wasserwerke und Kläranlage liegt bei einem Verbrauch von jährlich 400 durchschn. Haushalten, mit über 1 Mio. kWh natürlich sehr hoch und sollte auf Einsparpotentiale hin untersucht werden (Solarfluter, Solarpumpe). Wenn alle möglichen städtischen Flächen, die sich für eine Solarumwandlung anbieten genutzt würden, käme eine beachtliche CO²-neutrale Sonnenverstromung zustande, die sich auch im Stadtsäckel schnell und quantitativ “sehr wertvoll”, abzeichnen würde. Wenn erst einmal der Anfang gemacht ist, wird auch der Durchblick und die Akzeptanz eine Verbesserung erfahren. Vielleicht auch noch eine kleine Laufwasserturbine an der Pfinz oder ein Wasserspeicher mit Rohrdynamo mit Rückführung ins Ursprungsgewässer, wären z.B. für die Energiewirtschaft der naheliegenden Sporthallen von wertvollem energetischem Nutzen. (Warmwassergewinnung, Parkplatzbeleuchtung)

Andreas Haßmann

Hallo Kwg
auch bei der Alten Mühle wäre noch eine Turbine möglich, vorher Mühle jetzt Stromerzeugung. Viel Spaß beim ausrechnen.

Herr Hassmann
Das ist ein phantastischer Vorschlag. Ich weiß allerdings nicht wie die Wasserrechte dort derzeit geregelt sind. Eine kleine Art angepasster umgebauter Pelton-Turbine würde sich dort auf alle Fälle schnell amortisieren.