Hornung legt Standorte zusammen

Hornung Baustofffachhandel Friedrichstal

Beitragsbild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 26.01.2022 7:16 | 2 Kommentare

Derzeit ist der Baustofffachhandel Hornung mit drei Standorten in Stutensee vertreten, zwei in Friedrichstal – darunter der Hagebaumarkt – und einer in Blankenloch. Nun plant das Unternehmen einen Neubau neben dem Standort in Blankenloch. Dort soll der Baustofffachhandel zusammengefasst werden. Der Stutenseer Gemeinderat arbeitet an einem Bebauungsplan dafür. Der Baumarkt soll in Friedrichstal bleiben.

Das neue, unbebaute Grundstück im Blankenlocher Gewerbegebiet “Süd III” grenzt direkt an den bestehenden Hornung-Standort an. Dieser liegt jedoch im einige Jahre früher erschlossenen Gewerbegebiet “Süd II”. Für jedes gibt es einen separaten Bebauungsplan. Um die Grundstücksnutzung und -bebauung zu vereinheitlichen, hat die Stadtverwaltung einen Bebauungsplanprozess gestartet.

Bisheriger Standort in Blankenloch (obere Hälfte), neu erworbene Erweiterungsfläche (untere Hälfte)

Mitte Dezember hat die Firma Hornung das neue Grundstück erworben. “Wir hoffen, im Frühjahr den Spatenstich durchführen zu können, und rechnen etwa Ende 2023 mit der Baufertigstellung, idealerweise auch schon mit dem Bezug”, so Geschäftsführer Bertram Hornung auf Anfrage von meinstutensee.de. Hagebaumarkt und Betonmischanlage sollen unverändert am jetzigen Standort in Friedrichstal erhalten bleiben. Was mit der Fläche des Baustofffachhandels in der Rheinstraße nach dem Auszug geschehen soll, werde derzeit noch überlegt.

Derweil diskutierte der Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. Januar über den Bebauungsplan in Blankenloch. Fragen warf insbesondere auf, ob das neue, seit 1. Januar geltende Klimaschutzgesetz Baden-Württemberg bereits anwendbar ist. Der Bauantrag sei noch Ende Dezember, also vor Inkrafttreten des Gesetzes, eingereicht worden. Der Bebauungsplan ist hingegen noch nicht rechtskräftig. Die Anwendung des neuen Gesetzes hätte zur Folge, dass auf dem Dach des Gebäudes möglicherweise mehr Photovoltaik-Anlagen errichtet werden müssten als bisher vorgesehen. Zudem müssten auch Stellplätze mit Solaranlagen überdacht werden.

Volker Stelzer (Grüne) überlegte, die Anwendung des neuen Gesetzes auf jeden Fall im Bebauungsplan zu beantragen. Dem Beschluss der Offenlage wollte er aber nicht im Weg stehen, da das sonst zu Verzögerungen im Prozessablauf geführt hätte. Das sahen die anderen Fraktionen genauso, zumal das Verfahren schon längere Zeit laufe und bereits intensiv mit dem Investor über Photovoltaik und Dachbegrünung gesprochen worden sei. “Die Stadt muss ein verlässlicher Partner sein, sonst machen wir uns unglaubwürdig”, so Nicole LaCroix (CDU/FDP-Fraktion). Auch Wolfgang Sickinger (SPD) plädierte für Vertrauensschutz und meinte, er könne die Planung “guten Gewissens verabschieden”. Er könne das Dilemma nachvollziehen, sagte Klaus Mayer (Freie Wähler), sprach sich aber auch dafür aus, das Verfahren wegen der Prüfung nicht aufzuhalten. Tobias Walter (Junge Liste) warnte davor, “ein Fass aufzumachen”.

Das Gremium einigte sich darauf, die Gültigkeit des neuen Klimaschutzgesetz für dieses Vorhaben prüfen zu lassen, den Prozess allerdings nicht deswegen aufzuhalten. So geht der Bebauungsplan im Februar in die Offenlage. Der Satzungsbeschluss, also die Rechtsgültigkeit des Plans, soll im Juli vor der Sommerpause getroffen werden.

forum Kommentare

FH...

…die im Klimaschutzgesetz BW §8a verankerte Photovoltaikpflicht gilt für Bauanträge ab 01.01.22 (Nichtwohngebäude) bzw. 01.05.22 (Wohngebäude)…

Andreas Haßmann

Großes Lob an Herrn Stelzer, der immer wieder auf den mangelnden Ausbau der Photovoltaik aufmerksam macht, aber leider von den anderen Fraktionen im Gemeinderat nur wenig meist garnicht unterstützt wird.
Wo bleibt die Vorbildfunktion der Stadt wie im Baugesetzbuch vorgeschrieben.
Das freiwerdende Gebiet, vermutlich teilweise Gewerbegebiet, wird meiner Meinung nach dem Wohnungsbau zugeführt.
Für diesen Anteil sollte die Stadt eine entsprechende Abschöpfung vornehmen.
Nicht nur die Bevölkerung mit Gebührenerhöhungen schröpfen, sondern auch die Investoren etwas mehr heranziehen.


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