Photovoltaik: Gemeinderat will mehr Tempo

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Bild: torstensimon/pixabay.com

Von Martin Strohal | 23.03.2022 20:46 | Keine Kommentare

Die Stadtverwaltung plant die Einrichtung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude. Im laufenden Jahr soll auf einem, im kommenden Jahr auf zwei weiteren Dächern aus Sonne Strom erzeugt werden. Teilen des Gemeinderats geht das zu langsam, insbesondere angesichts steigener Energiepreise. Die Stadt verweist derweil auf viele ungeklärte Fragen.

2022 will die Stadtverwaltung Photovoltaik auf das Dach der Sporthalle an der Friedrich-Magnus-Schule bringen, im kommenden Jahr stehen die Pestalozzi-Schule in Blankenloch sowie Richard-Hecht-Schule in Spöck auf dem Plan. “Wir sollten schneller werden”, kommentierte Stadträtin Nicole LaCroix (CDU/FDP-Fraktion) in der Gemeinderatssitzung am 21. März. “Uns geht es zu langsam.” Sie schlug einen Stufenplan ähnlich der Straßensanierung vor einigen Jahren vor. Außerdem solle die Verwaltung ein externes Ingenieurbüro dazunehmen.

Für die Finanzierung sei auch ein Nachtragshaushalt möglich. Auf jeden Fall solle jedoch schon die Vorplanung wie eine Dachlastprüfung durchgeführt werden. Auch seien lange Lieferzeiten und ausgebuchte Handwerksbetriebe zu berücksichtigen. Eine Beauftragung erst im Juni wäre schon zu spät für eine Installation in diesem Jahr. Die Grünen schlossen sich dem an und befürworteten ebenfalls eine Beschleunigung.

Klaus Mayer (Freie Wähler) verwies auf einige offene Fragen wie das Finanzierungsmodell und rechtliche Fragen. Der erzeugte Strom solle möglichst vor Ort verbraucht werden. Seine Fraktion halte das von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Vorgehen für sinnvoll.

“Wir müssen fossile Energieträger rasch ersetzen”, erklärte Wolfgang Sickinger (SPD). Das erste Quartal 2022 sei bereits fast verstrichen. Er halte es für kaum möglich, in diesem Jahr mehr zu machen als von der Verwaltung vorgesehen. Auch müsse man die Kapazitäten im Bauamt berücksichtigen. Eine Verstärkung für die kommenden Jahre würde seine Fraktion mittragen.

“Das ist das finanziell und personell Leistbare”, erläuterte Baubürgermeisterin Tamara Schönhaar. Technische, rechtliche, und finanzielle Aspekte müssten noch geklärt werden. Ergebnisse eines beauftragten Büros würden im Juli erwartet. Darauf warte die Verwaltung. Im Juni würde sie dem Gemeinderat Tauschangebote vorlegen, um die Priorität für den Photovoltaik-Ausbau zu erhöhen – denn dafür müssten andere Projekte zurückstecken.

“Wir sind nicht die einzige Kommune, die Photovoltaik installiert”, erwiderte LaCroix. All die Fragen müssten auch schon anderswo beantwortet worden sein. Sie schlug einen Austausch mit anderen Kommunen und dem Städtetag vor.

Den größten Eigenverbrauch an Strom gebe es am Schulzentrum, rechnete Stadtrat Thomas Hornung (CDU) vor. Dort könnten neben dem Schulgebäude auch das Stutenseebad und die Sporthallen versorgt werden. Er schlug deshalb vor, diesen Standort auf 2023 vorzuziehen.

“Wir sind an das Vergaberecht gehalten”, so Oberbürgermeisterin Petra Becker. “Wir sind kein Häuslebauer.” Auch sie wünsche sich eine Umsetzung so schnell wie möglich. Das gehe aber leider nicht von heute auf morgen. “Wir tun, was wir können.”

Letztendlich billigte der Gemeinderat das geplante Vorgehen der Verwaltung einstimmig.

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