“Cook & Freeze”: Neuer Caterer für Schulzentrum

Mensa Schulzentrum

Beitragsbild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 18.05.2022 13:57 | 3 Kommentare

Die Mittagsverpflegung am Stutenseer Schulzentrum sowie den verlässlichen Grundschulen in allen Stadtteilen muss regelmäßig neu ausgeschrieben werden. Der Gemeinderat beschloss in seiner letzten Sitzung, welche Dienstleistungsunternehmen den Zuschlag bekommen. Insbesondere die Anlieferung gefrorenen Essens aus Nordhrein-Westfalen stieß im Gremium auf Skepsis.

Für die Mensa am Blankenlocher Schulzentrum waren drei Angebote eingegangen. Da alle über 40 Prozent Bioanteil enthielten und sich auch sonst kaum unterschieden, war der Preis ausschlaggebend für die Auswahl. Die Mensa wird künftig von der apetito AG aus Rheine (Nordrhein-Westfalen) beliefert, die pro Gericht 3,29 Euro brutto verlangt. Dabei kommt das System “Cook and Freeze” zum Einsatz. Das Essen wird nach dem Kochen eingefroren und dann nach Stutensee gefahren.

Durch den Betrieb neuer Tiefkühlschränke zur Lagerung der Mahlzeiten rechnet die Stadtverwaltung mit höheren Stromkosten, die über die Essenspreise an die Schüler:innen weitergegeben werden sollen.

Im Gemeinderat stieß dieses Verfahren auf Skepsis. Christine Stemke (Grüne) bemängelte die lange Anfahrt, den großen Energieeinsatz sowie das Mehr an Verpackungsmüll, der dadurch anfalle. Dem schloss sich Beate Hauser (SPD) an. Sie sei gegen gefrorene Menüs. Diese seien nicht umweltfreundlich. “Wir haben vergabetechnisch nun keine andere Wahl”, wandte Nicole LaCroix (CDU/FDP-Fraktion) ein. Diese Diskussion hätte man früher führen müssen. Sie sah die Chance, durch einen Wechsel des Anbieters die Akzeptanz des Mensa-Essens zu erhöhen.

Oberbürgermeisterin Petra Becker verwies auf mögliche Schadensersatzforderungen, falls nicht der beste Bieter ausgewählt würde. Aufgrund des Verwaltungsaufwands könne die Dienstleistung nicht jährlich ausgeschrieben werden, sondern nur alle zwei Jahre. Deshalb müsse die Ausschreibung auch europaweit erfolgen.

Die Grundschulen in Stutensee werden künftig von der Sauder GmbH aus Bruchsal versorgt. Hier wird mit 3,75 Euro pro Mahlzeit gerechnet.

Der Gemeinderat stimmte bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen mehrheitlich für den neuen Anbieter im Schulzentrum. Die Verpflegung der Grundschulen wurde einstimmig beschlossen. Bei der nächsten Ausschreibung soll der Gemeinderat im Vorfeld bei der Ausarbeitung der Kriterien einbezogen werden.

forum Kommentare

-kwg-

So irgendwie passt diese Aufnahme von Herrn Strohal, der futuristischen, von Billiganbietern erbauten Schul-Mensa, nicht zu dem Essenspreis von 3.29 Euro brutto. Drei Angebote in einer europaweiten Ausschreibung. DREI!!! EUROPAWEIT!!! WIEVIEL??? DREI??? In Zahlen JA 3!!!
“Cook and freeze” zweimaliger Energiehöchsteinsatz, Erst “COOK” kochen, dann “FREEZE” schockkühlen, über 500 km auf deutschen Autobahnen bei tollen Dieselpreisen anrollen “ROLL” , einlagern, “AND STORE”, – 18 ° C kühlen, wieder einheizen, auftauen und essen. UNSICHERE Energiepreise werden weitergegeben an die sich nach diesen Sterneprodukten lechzenden Verbraucher. Und wieder “ALLES ZU SPÄT BERATEN” und “fehlende Akzeptanz.” beim Rat.
SCHADENERSATZFORDERUNGEN??? Von wem??? Vom Land, vom Rechnungshof, von den anderen ZWEI Anbietern???
Diese Denkweisen unserer politischen Weltanschauung muss man erst einmal verstehen lernen. Das dauert. Gut dass der portugiesische Großcaterer Preparação de carnes e peixes-FARGO-Portugal, nicht für 3,28 € brutto ein Angebot abgegeben hat. Gegen Camarões em crosta de ervas, oder file mignon hätte sicher auch der Direktor des Schulzentrums keine Einwände.
Bon APETITO aus RHEINE NRW- – und Kopf schütteln in der Stutenseer Gourmetwelt, über solche Einfälle vor und nach dem Schulessen, und noch lange danach. “THINK AND ACT” — LIFE is LIFE!!!

Stutenseer

Bei diesem Thema kann man echt nur fassunglos sein.
Selten gab es sowohl bei Facebook, als auch hier eine so eindeutige Meinung dazu.

Nur eine Anmkerung zum Verfahrensablauf:
Was viele nicht wissen, bzw. immer wieder falsch wiedergegeben wird:
In den Vergaberichtlinien steht wörtlich das “günstigste Angebot” ist wählen.
Das muss nicht automatisch das billigste sein – nur mal als kleine Hilfestellung für unsere Gemeinderäte, damit die ihrer Kontrollaufgabe künftig richtig nachkommen und nicht nur immer abnicken, was die Verwaltung vorgibt und als alternativlos hinstellt.

MfG☆☆

Wie kann man in der heutigen Zeit noch wegen ein paar Cent Essen durchs halbe Land fahren, zusätzliche Energiekosten und vor allem Energie für die Kühlung und das Auftauen einsetzen ? Wer rechnet sowas aus bei der Stadt ? Ein Schildbürgerstreich der seinesgleichen sucht, aber nicht finden wird. Respekt für die immerhin 4 (!!!!) GR Mitglieder, die nicht dafür waren. Zur Belohnung werden sie jetzt zukünftig früher eingebunden. Ohne Worte.


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