Stromausfall in Blankenloch und Büchig

Symbolbild

Beitragsbild: MichaelGaida/pixabay.com

Von Martin Strohal | 22.09.2022 21:14 | 13 Kommentare

In der Nacht auf Donnerstag kam es in Blankenloch und Büchig zu einem mehr als einstündigen Stromausfall. Darüber informierte uns ein Leser. Wir haben dem Stromnetzbetreiber Netze BW um Informationen über die Ursache gebeten.

Ein Pressesprecher von Netze BW bestätigte den Ausfall der Stromversorgung ab etwa 00:15 Uhr. Ursache dafür seien zwei Kabeldefekte im Mittelspannungsnetz der Netze BW gewesen. Die eine Fehlerstelle befinde sich zwischen der Siegfriedstraße und dem Umspannwerk am Vogelpark, die andere zwischen der Gymnasiumstraße und dem Hallenbad, so der Pressesprecher.

Die Monteure der Netze BW konnten in Abstimmung mit der Netzleitstelle durch Schalthandlungen innerhalb des Stromnetzes die Versorgung schrittweise um 01:20 und 02:16 Uhr wieder herstellen. “Ein Kabelmesswagen lokalisiert die genauen Fehlerstellen an den Erdkabeln, die anschließend repariert werden können”, so der Pressesprecher.

forum Kommentare

-kwg-

Zwischen 1:20 Uhr und 2:16 Uhr, das bemerken und spüren ja nun die wenigsten Eingeschlafenen. Wenn sich das allerdings einmal im Bereich stehender statt liegender Zeitachsen abspielt, dann wird es eine verordnete Übungseinheit sein, auf die so wie ich immer noch denke, in den zum Ende der Wintermonate möglich eintretenden Versorgungsengpässe hinzudeuten. Black Outs, die uns den plötzlichen Eintritt in die elektrische Schwerelosigkeit, von aus der Steckdose fließender, nicht enden wollender Energie, im Land mit der weltweit sichersten Energieversorgung aufzeigen werden. Wenn die letzten Kohlehäufchen, oder Ölfläschchen zusammengekratzt werden müssen, wenn grauer Himmel und eine mögliche Windflaute in einer kalten Winterwoche die tollen Tage bestimmen, oder einmal dichter Schneefall oder gar größere Hagelschläge die aufkommende Vorherrschaft von Photovoltaikanlagen verhageln. Dann werden wir uns besinnen an die Zeit, als die Kernkraft noch mit 30 % zur allgemeinen Versorgung beitrug.
Ich glaube dann wird vielen Menschen erstmals bewusst, was es bedeutet, wenn die 50 Hertz – Frequenz unserer Stromnetze nur um 0.2 Hertz noch oben oder unten ausschlägt, und die gewohnte Versorgungslage aus dem Gleichgewicht bringt. Ich hoffe nicht, dass das so kommt, wir werden aber nicht weit weg sein, von einem solchen Szenario. Sparen Sie alle wertvolle Energie ein wo es möglich ist – jedes Kilowatt zählt.

-kwg-

Und wenn es knapp wird, dann ab nach Ostfriesland mit dem Spartarifverkehrskärtchen. Da hol ich mir dann täglich meine 30 Kilo Watt im Eimer.

Andreas Haßmann

Hallo KWG
Gegen Kabelbrüche helfen auch keine 100 Kernkraftwerke, welche gebaut oder weiterbetrieben werden.

-kwg-

Hallo Herr Haßmann – gut mal wieder von Ihnen zu lesen.
Wenn es dann zukünftig bei Kabelbrüchen bleibt, dann wäre ich sicherlich auch fröhlich gestimmt.

Jens Richter

2018 kam es über einen längeren Zeitraum zu einer Netzzeitabweichung (zu niedrige Netzfrequenz).
Die Auswirkungen konnte jedoch nur der feststellen, der noch einen Radiowecker betrieb, der ausschließlich
durch die Netzfrequenz synchronisiert wird und keinen Quartz, das Internet, den Sender Mainflingen (DCF77) oder GPS-Signal als Zeitquelle nutzt.
Der kam tatsächlich irgendwann statt um 7:00 Uhr ca. 1/4h später ins Büro.

Usachen für die ständigen Schwankungen der Netzfrequenz sind schwankende Lasten.
Fallen sehr kurzfristig Erzeugungskapazitäten oder große Verbraucher aus, dann sind Abweichungen von 800mHz kurzfristig erlaubt (49,200Hz bis 50,800Hz).
Quelle: https://www.netzfrequenzmessung.de/abschaltung.htm

Die aktuelle Frequenz:
https://www.netzfrequenzmessung.de/index.htm

Wen der aktuelle Status (Störungsübersicht) des europäischen Verbundsystems (Transportnetz-Ebene) interessiert:
https://www.netzfrequenzmessung.de/aktuelles.htm

Weitere interessante Seiten zum Thema:
https://gridradar.net/de/netzfrequenz
https://www.swissgrid.ch/de/home/operation/regulation/frequency.html#netzzeitabweichung

-kwg-

Herr Richter- sie wissen wenigstens wo was steht. Aber : Vielleicht wäre es für die Bevölkerung angebracht, bei evtl. Lastabwürfen ohne Vorwarnzeit, die betroffenen Regionen zu veröffentlichen, die als erste, im Rahmen des Lastmanagements, vom Stromnetz getrennt werden. Ob es speziell in Stutensee oder im umliegenden Raum eine sogenannte Lastabwurfkundschaft gibt, wäre auch eine spannende Information. Dass plötzlich und unerwartet das Licht ausgehen könnte, ist scheinbar derzeit noch die allseits beruhigende Variante. Nur wie lange es dauern wird bis es wieder angeht, das wird dann zur äußerst unberuhigenden Frage ohne Antwort. Mit möglichen Ereignissen will man in diesem Fall natürlich keine Bürger beunruhigen. Man muss aber doch in der Lage sein, rechtzeitig den Bürgern klaren Wein einzuschenken.
Deshalb erscheint mir die öffentliche Bekanntmachung eines Notfallplanes, was speziell in Stutensee bei einem längeren Stromausfall zu beachten ist, von großer Wichtigkeit. Ob es dann soweit kommt, ist eine andere Sache. In der Schule wird einem ja auch so viel Zeugs erklärt, das man im Leben niemals braucht, aber es trotzdem wissen muss. Irgendjemand muss schließlich darüber entschieden haben, es uns mitzuteilen zu müssen. Und diese Notwendigkeit sehe ich auch speziell für diesen Fall einer möglich eintretenden Notlage, und nicht damit zu warten, ob sich doch vielleicht Russland noch über Nacht einer demokratischen Haltung besinnt. Die Konsequenzen bei einem Ausfall der elektrischen Versorgung, sind ein Thema, das man dem Bürger nicht erst nach Eintritt der Dunkelphase übermitteln sollte. Jetzt muss man an die Sache herangehen- Aussitzen und warten — das war gestern.

Jens Richter

@kwg:
Die Gemeinde Aglasterhausen hat vor einiger Zeit einen hervorragenden Notfallplan veröffentlicht:
https://www.aglasterhausen.de/km/PDFs/NotfallplanungStromausfall2.pdf
Diesen habe ich schon im letzten letzten Jahr auf einer Fraktionssitzung der FWV angesprochen und angeregt.
Leider habe ich nur vorschlagenden und beratenden Einfluss im/auf den GR bzw. hier auch nur auf die Mandatsträger unserer Vereinigung. Ich habe das, wie auch andere notwendige Punkte (Stichwort Feuerwehr/FLIWAS) , aber immer noch auf dem Radar und werde es, gerade im Hinblick auf die sich entwickelnde Bedrohungslage für einen regionalen oder weiterreichenden Blackout, erneut anbringen und verfolgen.

Jens Richter

@KWG und Mitleser:
hier der Risikovorsorgeplan Strom des BMWK vom 5.1.2022
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Downloads/P-R/risikovorsorgeplan-strom-bundesrepublik-deutschland.pdf
und der “Systemschutzplan der vier deutschen Netzbetreiber”:
https://www.netztransparenz.de/portals/1/Systemschutzplan_der_%C3%9CNB_2020%20-%20Hauptdokument.pdf
Details für Ba-Wue:
https://www.lfs-bw.de/fileadmin/LFS-BW/themen/kats/gemeinde/dokumente/Krisenhandbuch_Stromausfall_Kurzfassung.pdf

Leider habe ich noch keine Karte gefunden, in der die von Ihnen angefragten Zonen/Gebiete definiert sind.
Mglw. hat jemand Kontakt zu einem Landtagsabgeordneten, der hier Licht ins Dunkel bringen kann.

-kwg-

Ich anerkenne und begrüße ausdrücklich Ihre Arbeit, habe aber kein Verständnis wenn die dafür von den Bürgern gewählten Räte und Rätinnen es nicht für notwendig erachten, über ihre Vorstellungen die Öffentlichkeit zu informieren. Wenn sich jeder hinter dem nächsten versteckt, werden wir auf diesem Gebiet wieder viele unnötigen Erfahrungen sammeln, für die dann immer die ANDEREN verantwortlich sind. Also Herr Richter rütteln SIE ihre Politkameraden und *Innen auf, die Situation zu erkennen und sich rechtzeitig Gedanken zu machen. Und vor allen Dingen die Sachen auch zu publizieren. Herr Richter BERATEN UND SCHLAGEN Sie weiterhin vor. Irgendwann wird der Wähler das schon noch erkennen, wer was macht und wer …. (Räte selbst ausfüllen)

Jens Richter

Hallo kwg:
Ich möchte meinen Kommentar etwas präzisieren:
1. wollte ich damit ausdrücken, dass sich unsere Fraktion, und vermutlich auch alle anderen, auch mit Themen beschäftigt/en, die nicht gerade auf der TO stehen.
2. wollte ich damit keinesfalls die immense Arbeit unseres GR, partei- und vereinigungsübergreifend, kritisieren oder angreifen. Hier wird eine gute Arbeit gemacht und ehrenamtlich erhebliche Zeit für alle Stutenseer aufgewendet
3. an Hand Ihrer Reaktion lässt sich erkennen, was passiert, wenn man mit etwas an die Öffentlichkeit geht, das noch in Arbeit ist. Ein gewisser “Fertigstellungsgrad” muss erreicht sein und der lässt sich leider erst einmal in internen Diskussionen erarbeiten.
4. sind wir leider weder die einzige, noch die Fraktion mit den meisten Stimmen – was in unserer Demokratie glücklicherweise so ist – aber eben auch zu unterschiedlichen Priorisierungen von Themen führen kann

Ich lade Sie ein, nehmen Sie an unseren öffentlichen Fraktionssitzungen, i.d.R. am Montag vor der Ratssitzung, teil und erleben Sie die Diskussionskultur und bringen sich evtl. selbst produktiv ein.
2024 haben alle Bürger erneut die Möglichkeit sich als GR aufstellen und wählen zu lassen und/oder den GR neu zu bestimmen. Warten wir ab.

-kwg-

Herr Richter – volles Verständnis für die Darstellungen. Jedermann, (Jedefrau)- kann erkennen, dass die teilweise unterschiedlichen Geschwindigkeiten in den allgemeinen Abläufen zwischen Rat und Verwaltung, durch zeitliche Maßnahmen einer spürbaren Verlangsamung kompensiert, oder wegen Urlaub und Personalmangel gar jahrelang, mit einem riesigen Bürobulldozer vor sich hergeschoben werden. So wird z.B. das Flächenpoolgeschehen um neue Baugebiete und seine Entscheidung schon wieder hinausgeschoben, sprich SOLL verlängert werden, und die in der nächsten Sitzung aufgerufenen illegalen Bauten werden durch wintermäßig anstehende Brennstoffengpässe zu von Security-Personal überwachten edlen Holzvorratskammern, die sich ihren brennbaren Inhalts entleeren dürften, und somit auch in diesem Zustand, die Entscheidungen der Besitzer zum Beseitigen ihrer Naturschutzhabitate wesentlich erleichtern. Ja wir warten ab- alles geklärt- Herr Richter.

Andreas Haßmann

Hallo,
schon kurz nach Beginn des Ukrainekrieges stellte ich in der März Gemeinderatssitzung die Frage nach einem Notfallplan. Die Antwort der OB wir warten dann auf die Anweisungen des Landratsamtes.
Das heißt es gibt für Stutensee keine eigenen Planungen für den Ernstfall.
Gemeinderatsmitglieder egal welcher Fraktion zeigten keine Reaktion, bezüglich Nachfragen beim Punkt FRAGEN DER STADTRÄTE an die Verwaltung.

Stutenseer

Herr Haßmann – Für Sie als Dauergast der Gemeinderatssitzungen sollte das doch nichts Neues sein: Unsere OB ist gut darin Themen “mitzunehmen”, auf andere Stellen beim Landratsamt oder Regierungspräsidium zu verweisen oder eben auch externe Berater einzubinden. Nur wirklich etwas vorantreiben oder gar lösen – das kann Sie nicht, und unsere Gemeinderäte sehen tatenlos zu.


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