Spöcker kämpfen um ihr Bad

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Von Martin Strohal | 18.11.2023 13:07 | 14 Kommentare

Die Grundsatzentscheidung über die Zukunft des Spöcker Hallenbads rückt näher. Bei der Ortschaftsratssitzung vergangenen Donnerstag stellte der Arbeitskreis seine Empfehlung vor, der sich die Mitglieder des Ortschaftsrates einstimmig anschlossen. Sie wollen Ehrenamtliche finden, die Sanierung und Betrieb übernehmen und damit die Stadt finanziell entlasten. Dafür bitten sie um Zeit bis April nächsten Jahres. Ob der Gemeinderat dem zustimmt, entscheidet sich am 11. Dezember.

Gleich mehrere Vertreter:innen der Stadtverwaltungen waren am Donnerstag in das Spöcker Begegnungszentrum gekommen, um detailliert die Untersuchungsergebnisse der vergangenen Monate zum Spöcker Lehrschwimmbad vorzustellen. Wie immer bei diesem in Spöck emotionalen Thema war der Publikumsbereich gut gefüllt.

Neubau kostet 7,4 Millionen Euro, eine Sanierung 5,5 Millionen

Erstmals würden nun umfassende und belastbare Daten als Entscheidungsgrundlage vorliegen, so Erste Bürgermeisterin Tamara Schönhaar. “Eine Grundsatzentscheidung ist nun möglich.” Das Format der Arbeitsgruppe lobte sie ausdrücklich. Gleichzeitig bedauere sie das große Misstrauen mancher. So habe es den Verdacht gegeben, die Stadt habe den Wasserfilter absichtlich zerstört, um das Bad schließen zu können.

Im Folgenden präsentierte die Verwaltung den aktuellen Zustand des Gebäudes mit Zahlen und Bildern. Ein Fachbüro habe Untersuchungen und Einschätzungen vorgenommen, die zu verschiedenen möglichen Ergebnissen führten. Vom reinen Erneuern des Filters über eine Generalsanierung mit Hubboden bis hin zu einem Neubau oder der Stilllegung und Abriss reichen die Varianten. Ein Neubau würde dabei geschätzt mit 7,4 Millionen Euro zu Buche schlagen, eine Generalsanierung mit 5,5 Millionen Euro. Selbst eine Stilllegung kostet Geld, hier wird mit 1,2 Millionen Euro gerechnet. Fazit des Gutachters: Ein Weiterbetrieb sei nur mit einer Generalsanierung möglich. Ein Neubau wiederum sei wirtschaftlich sinnvoller als eine Sanierung.

In Vertretung von Kämmerin Anja Leyerle stellte Bauamtsleiter Johannes Klawe die Finanzsituation der Stadt Stutensee vor mit einem geplanten Defizit von 7 Millionen Euro im kommenden Jahr. Daneben stellte er die Bewirtschaftungskosten des Bades und die Investitionen über die vergangenen Jahre. Eine Grundsanierung mit Abschreibung über 50 Jahre würde zu einer Kostenunterdeckung von etwa 256.000 Euro jährlich führen.

Abschließend stellte Ortsvorsteherin Karin Vogel ein Beispiel einer alternativen Betriebsform über eine Genossenschaft und damit die Empfehlung des Arbeitskreises vor. Die Arbeitsgruppe solle privat weitergeführt werden – also ohne personelle Beteiligung der Stadtverwaltung – und bis zum 30. April 2024 im Rahmen einer Kampagne Kompetenzen und Ressourcen suchen sowie ein Konzept erstellen, um das Bad anschließend weiterführen zu können. “Die Chance ist nicht groß”, so Vogel, “aber ich will auch die kleine Chance nutzen.”

DLRG: “Bewerten Sie den Nutzen, nicht nur die Kosten”

Nach der Präsentation der Verwaltung bekamen auch Vertreter aus der Nutzerschaft die Möglichkeit für eine Stellungnahme. “Mir geht es in letzter Zeit nicht gut”, begann Ralf Berger, technischer Leiter der Ausbildung der DLRG Spöck. Er bemängelte, dass es bei der Betrachtung nur um Kosten gegangen sei. 2003 habe sich sein Verein verpflichtet, den Badebetrieb mit erheblichem Zeitaufwand ehrenamtlich zu übernehmen. Die Stadtverwaltung habe sich im Gegenzug bereit erklärt, das Bad offen zu halten. Die DLRG sei der Verpflichtung immer nachgekommen. “Was ist mit der Verpflichtung der Stadt? Fehlanzeige!” Er kritisierte, dass die Mitglieder des Gemeinderats sich nicht die Meinung der Bevölkerung anhören wolle. Im Vergleich zum Stutenseebad sei der Hubboden in Spöck ein großer Vorteil. Dazu komme die geeignete Atmosphäre, es gebe keine Ablenkung im Bad für die Kinder. “Seien Sie sich der Tragweite einer Schließung bei den Kindern und Jugendlichen bewusst”, appellierte er. “Denken Sie an nachfolgende Generationen, lassen Sie uns gemeinsam versuchen, das Hallenbad irgendwie zu erhalten!”

Übergabe der Unterschriften zum Erhalt des Bades an Tamara Schönhaar (rechts)

Unterstützung bekam er von Andreas Schill, einem weiteren DLRG-Mitglied der Arbeitsgruppe. “Die Arbeitsgruppe ist deutlich für einen Erhalt des Bades”, stellte er fest. Das Bad sei eine gute Ergänzung zum Stutenseebad, keine Konkurrenz. Der aktuelle Zustand des Bades sei hausgemacht, durch jahrzehntelange Nichtpflege. “Ich finde es nicht in Ordnung, das Haushaltsdefizit gegen das Bad auszuspielen!” Die Frage sei doch, ob die Stadt das Bad überhaupt wolle. Den Eindruck habe er nicht. Man müsse den Nutzen bewerten, nicht nur die Kosten.

Vertreterinnen des Elternbeirats der Richard-Hecht-Schule übergaben eine Sammlung von 286 Unterschriften an Bürgermeisterin Tamara Schönhaar. Beim Pendeln nach Blankenloch bleibe bei einer Doppelstunde Schwimmunterricht kaum noch Zeit übrig, bemängelten sie.

Ortschaftsrat: “Wir dürfen keine Chance auslassen”

“Ein Bad kostet Geld”, so Ortschaftsrat Klaus Mayer (Freie Wähler). Jedes Bad in Deutschland sei ein Zuschussbetrieb. Zudem sei das eine freiwillige Leistung der Stadt. “Betriebswirtschaftlich können wir uns das Bad nicht leisten”, urteilte er. Allerdings gebe es für ihn einen Mehrwert für Stutensee unabhängig vom Finanziellen. Mit einer alternativen Betriebsform gebe es vielleicht eine Chance. Er plädiere deshalb für ein halbes Jahr Aufschub für die Arbeitsgruppe.

“Die Haushaltssituation ist schwierig”, gestand auch Ortsvorsteherin Karin Vogel (Freie Wähler) ein. Sie halte eine stufenweise Sanierung über mehrere Jahre jedoch für möglich. Man müsse auch bedenken, was das sonst für den Ort bedeute. “Es wäre der Tiefpunkt meiner Tätigkeit, ein Hallenbad schließen zu müssen.” Einem Abriss des Gebäudes werde sie in keinem Fall zustimmen, da die Grundsubstanz solide sei. “Ich will den Glauben an das ehrenamtliche Engagement nicht verlieren, wir dürfen keine Chance auslassen”, appellierte sie.

“Man darf nicht alles unter finanziellen Aspekten sehen”, meinte Marius Biebsch (CDU). Das Vereinsleben zeichne den Ort aus. Die DLRG sei ein wichtiger Verein für die Gesellschaft. Nun sollten auch Fördermöglichkeiten ausgelotet werden.

Manfred Beimel (Freie Wähler) erinnerte an den Neubau der Stafforter Mehrzweckhalle. Hier seien die Kosten von 5,2 Millionen auf über 9 Millionen Euro gestiegen. “Vielleicht haben wir die letzten zehn Jahre über unsere Verhältnisse gelebt.” Das Vereinsleben sei in Deutschland etwas Besonderes. Auch ganz speziell in Spöck. Das Begegnungszentrum sei mit großer ehrenamtlicher Leistung saniert worden. Das halte er auch beim Bad für möglich. “Wenn es wo geht, dann in Spöck!” Persönlich stimme er deshalb für den Erhalt des Bades mit einer mehrstufigen Sanierung. Die für den Abbruch nötigen 1,2 Millionen Euro könnten für eine grobe Sanierung verwendet werden, der Rest über zehn bis fünfzehn Jahre verteilt. Einem Abriss werde er nicht zustimmen, auch keinem Kompromiss.

Werner Bollian (FDP, Gemeinderatsmitglied aus Spöck) schloss sich dem an. Die Bevölkerung wachse zudem. Das Stutenseebad werde nicht ausreichen. Das Spöcker Bad sei eine Notwendigkeit.

Wie geht es weiter?

Nun ist der Gemeinderat am Zug. In einer Sondersitzung am 11. Dezember soll der Grundsatzbeschluss zur Zukunft des Spöcker Bades getroffen werden. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung, der sich aus internen Vorberatungen der Gremien ergeben hat, empfiehlt die Aufgabe des Standorts Spöck und mittelfristig den Rückbau des Gebäudes im Jahr. Weder der Abbruch noch andere bauliche oder planerische Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Bad sind für das kommende Jahr im Bauamt eingeplant. Sollte sich der Gemeinderat gegen eine dauerhafte Schließung entscheiden, müssten die entsprechenden Ressourcen in der Verwaltung geschaffen werden.

forum Kommentare

BASMF

Wer am Donnerstag Abend in der öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates Spöck war hat sich bisweilen verwundert die Augen gerieben. Da wurden man plötzlich mit Zahlen zugeknallt, dass man nur so mit den Ohren schlackerte. Jahrelang war es nicht möglich überhaupt einmal belastbare Zahlen über die Kosten des Spöcker Hallenbades zu liefern. Jetzt plötzlich redet man von Sanierungskosten in schwindelnder Höhe. Allein schon der Abriss soll 1.250.000,00 EURO kosten. Der pure Wahnsinn. Da wäre es doch viel sinnvoller und auch verantwortungsbewusster soviel Geld dafür zu verwenden, das Spöcker Bad wieder für die Benutzung flott zu kriegen. Der Rest der notwendigen Sanierungsarbeiten könnte dann nach und nach erfolgen. Wenn man einen Weg suchen wollte, würde man den auch finden. Die eingesetzte Arbeitsgruppe hat sich ja dem Vernehmen nach für die Erhaltung des Spöcker Hallenbades ausgesprochen.

Auch wenn dies immer wieder behauptet wird, das Stutenseebad kann den Verlust des Spöcker Bades nicht kompensieren. Es ist jetzt schon fast unmöglich vernünftig zu schwimmen. Es drängen sich Vereine und Schwimmschulen neben Gästen des öffentlichen Bades. Dabei geht man ja davon aus, dass Stutensee in den nächsten Jahren noch wachsen wird.

Bei der Wichtigkeit des hochemotionalen Themas wäre es wünschenswert und auch sicher sinnvoll gewesen, wenn sich unsere Oberbürgermeisterin Frau Becker persönlich den Fragen und Meinungen der Spöcker Bürgerschaft gestellt hätte.

Daniel

Die Oberbürgermeisterin überlässt das Thema geschickt ihrer Baudezernentin. Soweit so gut. In der Sitzung am 11. Dezember wird sie jedoch Farbe bekennen müssen.

Sicher ist: Ein Leuchtturmprojekt wird die OB in ihrer gesamten Amtszeit nicht auf den Weg bringen, schon gar nicht in Spöck.

“Ein Neubau sei wirtschaftlich sinnvoller als eine Sanierung” – Diese gutachterliche Erkenntnis wird an dem entscheidenden Abend des 11.12. den Vorsitz bei der Abstimmung übernehmen und im Vordergrund stehen. Den Einsatz von Frau Vogel, den bürgerlichen Rettungsversuch finde ich sehr ehrenwert und verantwortungsvoll. Ob aber der Zuspruch der Retter so groß ausfallen wird, dass es ausreicht die anfallenden Forderungen und Kosten über Jahre zu stemmen, das stelle ich, hinsichtlich der in den Haushalten bisher dargestellten Umsatzzahlen der vergangenen Jahre, doch sehr in Frage. Folgen wir dem Ansinnen Schillers bei der “Verschwörung des Fiesco zu Genua” seinem zweiten Drama nach den “Räubern” in etwas abgewandelter Form— “Das Bad hat seine Arbeit (oder Schuldigkeit) getan – das Bad kann gehen”. Die Verschwörung und die Räuber – die Dramatik setzt sich fort.

nandel

Bei der Berichterstattung über das Spöcker Bad verschlägt es einem mittlerweile die Sprache!
Den Bürger werden Zahlen um die Ohren geschlagen, die letzendlich haushaltstechnisch nicht relevant sind. Bei einer Sanierungsinvestition von 5 Mio. schlagen 250.000 € Abschreibungen p.a. zu buche! Ein Nasenwässerle, wenn man bedenkt für was für Unsinnigkeiten in Stutensee weit mehr Geld ausgegeben wird – ohne, dass aus dem Gemeinderat und der Verwaltung die Kostenfrage ernsthaft diskutiert wird. Man denke nur an die Mehrzweckhalle in Staffort, die von kalkulierten 4,5 Mio € nunmehr schon über 10 Mio. € kostet und nach m. K. noch längst nicht abgerechnet ist. Ich habe hier nichts gehört, dass die grünen einen Antrag “zur Kostennotbremse” gestellt haben – alle anderen Parteien aber auch nicht. Ein Totalversagen der Bauverwaltung, der Dezenernatsleiterin und des Gemeinderates! Ach so und paralell dazu soll die alte “Dreschhalle” noch brandschutztechnisch saniert werden. Ich will hier nicht die Stadtteile gegeneinander ausspielen, aber das sind halt die Realitäten.
Es kommt nicht von ungefähr, dass der Antrag zur letztendlichen Schließung des Spöcker Bades – so lege ich den Antrag aus – von den Grünen kommt. Das Diktat des überwiegend rein ideologischen “Klimaaktivismus” , der über weite Strecken sinnlos ist und allenfalls die deutsche Wirtschaft vollends an die Wand fährt (vgl. Prof. Dr. Dr. Sinn u. Leopoldina) kostet auch in Stutensee viel Geld, und das muss ja irgenwo herkommen. Herr Berger hat völlig recht, man hat das Bad in den letzten Jahren technisch ausbluten lassen und konsequent bspw. eine Berwerbung unterlassen. Beim Blick in vergangene Haushaltsjahre und unter Bereinigung bspw. von direkt zurechenbaren Personalkosten, die gegenwärtig nicht mehr anfallen und rein kalkualtorischen “Verzinsungen” liegt der Deckungsbeitrag nach meiner Berechnung bei rd. 10%!
Ein Armutszeugnis und eine Missachtung des Gremiums “Spöcker Ortschaftsrat”, dass weder die Frau Oberbürgermeister noch die Kämmerin vor Ort waren. Und Herr Klawe ist kein Vertreter der Kämmerin! Aber hier zeigt sich auch, dass in Stutensee vieles im Argen liegt.
Folgen wir dem Ansinnen Schillers in dieser Sache: ” Was ist die Mehrheit? … Die Mehrheit ist der Unsinn!..Verstand ist stets bei wengen nur gewesen.., der Staat muss untergehn früh oder spat, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.” (Demetrius)

Antonie

“nandel” rüttelt mit dem Schiller-Zitat an den Grundfesten unserer Demokratie. Diesem Unsinn muss energisch widersprochen werden. Einen besseren Grundsatz als Mehrheitsentscheidungen zu folgen gibt es nicht. Wer soll denn bestimmen, welche Minderheit den richtigen Verstand hat?

Antonie

nandel

Wer den Finger in die von verblendeten Ideologen gerissenen Wunden legt, hat schon immer “Unsinn” im Kopf gehabt. Das war gerade in den dunkelsten (braunen) Zeiten unserer Geschichte so. Aber um Schiller zu verstehen bedarf es schon einer intelektuellen Höhe, die hier scheinbar gänzlich fehlt. Oder kurz, getroffene Hunde bellen.

FH...

… schon die Überschrift des Artikels sagt alles: Die „Spöcker kämpfen um ihr Bad.“ Ist es nicht vielmehr ein Stutenseer Bad, das in Spöck liegt? – Genauso, wie z.B. das Schulzentrum das Schulzentrum Stutensees ist, das in Blankenloch liegt, und nicht das Blankenlocher Schulzentrum? Immerhin: Spätestens beim Bezahlen ist alles Stutensee, da es nur eine Kasse gibt. Aber warum sollte nun eine Friedrichstalerin für ein Bad in Spöck zahlen, wenn sie noch nicht mal ihr eigenes vor Ort hat? Am besten hätte jede Ortschaft ihr eigenes Bad. Das wäre ein Mehrwert, Herr Mayer! – Ein Teufelskreis.

Stutensee wird in zwei Jahren 50. Noch immer wird in Ortschaften und nicht als Stadt gedacht. Traurig. So sollte man die Festivitäten für das Jubiläum am besten gleich absagen.

Die Entscheidung muss faktenbasiert erfolgen: Wenn die Bedarfe der Schulen und Vereine durch das Stutensee-Bad, das nun mal in Blankenloch angesiedelt ist, abgedeckt werden kann, braucht es kein zweites in Spöck. Notfalls müssen die Eintrittszeiten für den Publikumsverkehr entsprechend reduziert werden. Nebenbei: Selbst bei Sanierung oder Neubau wäre das Bad in Spöck die nächsten Jahre geschlossen und ein Ausweichen erforderlich. Alles andere ist Luxus und ein Leben über unsere Verhältnisse. Alternative Betriebsformen ändern daran prinzipiell nichts, da (Um)Bau-, Unterhalts- und Betriebskosten immer zu roten Zahlen führen werden. Ja, und es entstehen für die Spöcker*innen Fahrzeiten nach Blankenloch – genauso, wie schon immer, für die in Friedrichstal, Staffort und Büchig Lebenden. Als Flächengemeinde mit fünf Ortslagen kann nicht in jeder Ortschaft sämtliche Infrastruktur vorgehalten werden. Aus dieser Erkenntnis heraus – und um Synergien zu erzeugen – entstand ja auch erst Stutensee im Zuge der Gemeindereform anfangs der 70er.

Übrigens: CDU und FDP drängen im Bund vehement auf die Einhaltung der Schuldenbremse. – Ob sich daran unsere Gemeinderät*innen dieser Parteien beim anstehenden Grundsatzbeschluss erinnern werden?

@nandel: Wenn man schon „intelektuelle [sic!] Höhe“ reklamiert, sollte man schon differenzieren können, ob diese nun „scheinbar“ oder vermeintlich „anscheinend“ fehle…

Da bin ich aber froh, dass mein direkter Vergleich zwischen dem Bad und dem nach getaner Arbeit abgehenden “Moor” keine intellektuelle (mit Doppel L) Beanstandung fand. Und nandel “bitte nicht” – ich weiß wie man Moor (mit Doppel O) schreibt. Aber Moorbad, das wär vielleicht auch noch eine Überlegung in die Zukunft. Ob dazu allerdings eine Mehrheit gefunden werden kann??? Wau – Wau.

Stutenseer

Was lernen wir daraus?
Anscheinend hat der Gemeinderat doch die Eier Vernunftsgeleitet dem ganzen ein Ende zu bereiten. Zumal es ja mit dem Blankenlocher Bad als Alternative klappt. Damit wird sicher eher Geld für die wichtigen Themen bei den KITAs und Schulen übrig bleiben – was ja auch den Kindern zugute kommen wird.

Außerdem lernen wir, wer sich hier schon in Stellung für die Kommunalwahlen 2024 bringt: die Granden der Freien Wähler aus Spöck ganz vorne weg, dann noch ein Nachwuchs-CDUler und ein FDP-Senior. Alle vertreten brav lokale Dorf-Interessen – das wird sicher gut ankommen bei der einheimischen Bevölkerung. Mal sehen, ob das am Ende wieder für einen Stuhl im Blankenlocher Bürgersaal reicht.

Andreas Haßmann

Hoffentlich hat der Gemeinderat die Eier einer Verlängerung bis Ende April 24 auf Wunsch Ortschaftsrat Spoeck zuzustimmen. Wenn auch andere Gemeinderäte, wie ich und 90 weitere Einwohner Stutensees, diese Versammlung besucht haetten, waere eine Meinungsbildung möglich und nicht nur Fraktionsmeinung.Die Verwaltung legte wiederum nicht nachvollziehbare Zahlen vor z. B. Verbleibende 39 freie Nutzungsstunden obwohl von Mo bis Sonntag teilweise von 6 bis 22 durchgehend belegt, auch Sonntag Mittag wird jetzt noch genutzt. Das heißt frei von 0 bis 6 Uhr morgens.
Weiterhin Reklamationen von Einwohnern Schwimmen aufgrund der Ueberbelegung schon jetzt schwer möglich.
Weiterhin Abrisskosten von 1,2 Millionen, Blankenloch er Bad war mit 500000 Euro angesetzt und war 3 mal so gross. Die Verwaltung will mit aller Kraft die Schließung des Bades.
Mit einem guten Konzept kann ein Neuanfang fuer das Bad gelingen.
Am Geld kann es ja nicht liegen, solange 50000Euro fuer neues Sitzungsgestuehl 2024 eingeplant sind.

Daniel

Kann man das Sitzungsgestühl mit dem Hallenbad in Spöck vergleichen?

Die OB führt bekanntermaßen die Verwaltung und ist Vorsitzende des Gemeinderats. Mal sehen, wie sie selbst abstimmen wird am 11. Dezember. Sie möchte doch auch wieder zur Wahl antreten. Oder vielleicht doch nicht?

Stutenseer

Herr Haßmann – Sie überraschen und enttäuschen mich jetzt aber.
Sie waren für mich bisher immer der “Lindner von Stutensee”. Zurecht immer darauf bedacht, kein unnötiges Geld auszugeben, akribisch in der Suche nach dem letzten Cent, der vielleicht zu Unrecht an eines der vielen sinnlosen Beraterbüros gegangen ist. Und jetzt kommen Sie mir mit der Idee, dass sich Stutensee den Luxus leisten kann für ein zweites Spaßbad?
Oder wollen Sie nur hinterher wieder die Unfähigkeitskeule Richtung Verwaltung und Gemeinderat schwingen, sollten sich doch alle im Angesicht der kommenden Wahlen genötigt sehen dem „Weiter so“ zuzustimmen? Ein kommunaler Finanzexperte wie Sie es einer sind weiß doch genau, dass bei der Haushaltslage die Stutensee droht, spätestens die übergeordneten Finanzaufsichten einem solchen Treiben ganz schnell und schmerzlos eine Ende bereiten würden.

Andreas Haßmann

In das Sitzungsgestühl wird alle paar Jahre investiert ,ins Spöcker Bad wenig bis nichts in den letzten 20 Jahren. In der Spöcker Sitzung war zuhören, wie dieses Bad genutzt wird.
Keinesfalls als Spassbad sondern als Lehrschwimmbad und Ausbildungsbad nicht nur für Spöcker Einwohner.
Nachdem private Investoren über Schleichwege ohne Eingriff des Rates gefördert werden ,sollte man vielleicht auch was für Teile von Stutensee tun.
Pro Jahr werden im Moment nahezu 1 Million Euro durch nichts tun in Stutensee verschwendet ,so etwas sollte die Aufsicht interessieren.
Beispiele habe ich ich ja schon des öfteren angeführt.
Und bei 5 Monaten Frist für die Aufstellung eines Planes durch den Spöcker Ortschaftsrat bricht sich keiner einen Zacken aus der Krone.
Sanierung Kindergarten Sankt Josef Blankenloch läuft schon über 4 Jahre ,ohne dass etwas passiert und der Rat lässt sich immer wieder vertrösten.( Ausrede vergaberechtliche Probleme). Da sollten bei jedem Rat die Alarmglocken angehen.
Der Gemeinderat und die Ortschaftsräte sollten im Auftrag der Einwohner die Ideen bringen und die Verwaltung versuchen Sie umzusetzen.
In Stutensee jedoch ist zu über 90 % der Gemeinderat nur Erfüllungsgehilfe der Verwaltung.
Das ist meine private Meinung als Einwohner von Stutensee.

Eier dürften bei der Entscheidung gewiss keine Rolle spielen. Kohle schon eher. Der allgemeine Zustand, die durch Chlor ständig fortschreitende Korrosion, die veraltete Technik und das eigentlich wahre Alter dieses Schwimmbades – sind maßgebliche Punkte, welche die Entscheidung in wenigen Wochen bestimmen. Hinzu kommt nun die Vernunft nach wirtschaftlicher Betrachtung, und dass jetzt erst das Ende kommt, das man eigentlich schon vor Jahren hätte einläuten müssen. Wie früher schon gesagt, ist es schade für die schwimmende Bevölkerung, speziell für diejenigen die das Bad immer treu nutzen, und es sehr vermissen werden. Grundsätzlich ist jedoch die Ausstattung der Stadt Stutensee mit dem neuen Stutenseebad, gegenüber anderen Gemeinden, wo viele Bäder in den letzten Jahren bereits geschlossen und abgerissen wurden, sowie dem direkten Vergleich der Einwohnerzahlen mit den vorhandenen Bäderkapazitäten (Beispiel KA) nicht zu beanstanden. Ob der bestehende “Luxus” eines Stutenseebades in der jetzigen Form noch lange erhalten bleiben kann oder wird, scheint mir in Anbetracht immer stärker auftretender kommunaler Kontrollorgane, jetzt schon bald eine weitere Diskussion kommunaler Standards zu einer erforderlichen Grundfinanzierung durch Stadt, Land, Bürger – auszulösen. Irgendwann landen auch die ältesten, liebgewonnenen Oldtimer in der Schrottpresse.