Schulzentrum: Planung läuft

Thomas-Mann-Gymnasium am Schulzentrum

Bild: Myriam Laubach

Von Martin Strohal | 02.04.2026 11:29 | Keine Kommentare

Das Schulzentrum in Blankenloch soll saniert und erweitert werden – und die Planungen kommen voran. In seiner öffentlichen Sitzung am 23. März hat der Gemeinderat den aktuellen Sachstand einstimmig zur Kenntnis genommen und bekräftigt: Gebaut wird nur, was die Bedarfsplanung bestätigt hat und was der Fördergeber als förderfähig einstuft. Der Personalrat am TMG bemängelt eine “fehlende Einbindung von Schule und Eltern”.

Architekten entwerfen erste Konzepte

Im Juni 2024 hatte der Gemeinderat beschlossen, europaweit nach einem geeigneten Planungsbüro zu suchen. Das Beratungsunternehmen Drees & Sommer hatte zuvor untersucht, was machbar ist, und das Team von biregio, das Politik und Verwaltung bei der Planung von Schulen, Kindertagesstätten, Sportstätten und Schulbauten sowie der Demografieplanung berät, hatte ermittelt, wie sich die Schulen in den kommenden Jahren entwickeln werden. Im Juli 2025 erhielt das Büro PIA Architekten den Zuschlag für die Objektplanung. Am 23. Februar 2026 vergab der Gemeinderat zusätzlich die Fachplanung an mehrere Büros.

Das Büro PIA Architekten entwickelt derzeit verschiedene Entwürfe. Im nächsten Schritt sollen der Schulträger, die Fachplaner und die Schulen selbst eingebunden werden. Zunächst geht es darum, das Raumprogramm abzuschließen – also festzulegen, welche Räume wo untergebracht werden und wie viel Fläche jeweils benötigt wird. Das stimmen die Planer eng mit den Schulen ab, so die Verwaltung. Dabei gelte eine klare Vorgabe: Es darf nur so viel Fläche entstehen, wie tatsächlich gebraucht und gefördert wird.

Gremien haben Fragen aufgeworfen

Aus den politischen Gremien kamen zuletzt mehrere Fragen, die in die Planung einfließen sollen: Wo entsteht der Ganztagesstandort? Braucht es ein Interimsgebäude, solange gebaut wird? Wie geht man mit den Fachklassenräumen um? Wo wird der Zubau angeordnet, und lässt sich das Gebäude aufstocken? All das prüfen die Planer laut Verwaltung nun mit.

Entscheidung noch vor der Sommerpause geplant

Die Stadt strebt an, dass die Gremien noch vor der Sommerpause über eine Vorzugsvariante entscheiden. Daraus soll dann eine genehmigungsfähige Planung entstehen. Den Baubeschluss peilt die Verwaltung für Ende 2026 oder Anfang 2027 an.

Gemeinderat: Wunsch nach schnellem Fortschritt

“Es freut mich, dass wir weiterkommen”, erklärt Tobias Walter (CDU/FDP-Fraktion). Die Fläche müsse sich an den Anforderungen der Fördergeber orientieren. “Wir können uns nur leisten, was gefördert wird.” Das Vorhaben beurteilte Walter als “dringend”: “Das Schulzentrum platzt aus allen Nähten!”

Das Schulzentrum sei ein enorm großes Projekt, so Klaus Mayer (Freie Wähler). Vermutlich das finanziell größte überhaupt in der Geschichte der Stadt. Es werde sich über viele Jahre hinziehen. “Es bringt uns an unsere Grenzen oder darüber hinaus.” Er begrüße, dass es nun langsam auch für den Gemeinderat sichtbar losgehe. Er wünsche sich für die kommenden Schritte jeweils ein Datum.

Auch Kathrin Weisser (Grüne) freute sich, dass es in dem Projekt vorangeht. Es sei wichtig, nur förderfähige Flächen zu berücksichtigen. Sobald das Raumprogramm stehe, könnten die Architekten zügig arbeiten.

Er freue sich über den konkreten Startschuss, so Wolfgang Sickinger (SPD). Wert lege seine Fraktion auf eine genaue Bestandsaufnahme, was Sanierungserfordernisse angeht, um spätere Nachforderungen auszuschließen. Dann solle man “zügig ans Werk gehen”, um vielleicht schon in acht statt erst in zehn Jahren fertig zu sein.

Fehlende Einbindung der Schulen am Schulzentrum?

Die Stadtverwaltung solle mit den Schulen ins Gespräch gehen, um Bedürfnisse zu erörtern, damit die Planung auch zukunftssicher sei, so Sven Schiebel (Freie Wähler). Er wolle keine Studie, nur ein Gespräch im Dialog, ob die Bedürfnisse abdeckbar seien. Ansonsten wolle er seine Zustimmung verweigern. Die Verwaltung betonte, dass Gespräche stattfinden würden.

Christian Beck, Schulleiter des Thomas-Mann-Gymnasiums (TMG), bestätigte gegenüber meinstutensee.de, dass Eva Böker, Amtsleiterin für Bildung, Kultur und Soziales, den aktuellen Stand “auf Nachfrage und Initiative des Personalrats” bei der Gesamtlehrerkonferenz vorgestellt habe. Im Mai solle es voraussichtlich ein Workshop-Treffen geben.

“Die Situation ist sehr unbefriedigend”, fasste Hartmut Aichert, Mitglied des Personalrats am TMG, seine subjektive Sicht zusammen. Weder die Schulleitung noch der Elternbeirat seien in den letzten Monaten nennenswert eingebunden gewesen, dabei sei das das vermutlich wichtigste Bauvorhaben der Stadt, das quasi alle Familien auf Jahrzehnte betreffe.

Die ihm bisher bekannte Raumplanung sei “bisher mangelhaft”, so Aichert. Es würden Fachräume fehlen, Sammelflächen seien falsch angegeben. “Es ist unklar, ob ausreichend Flächen übrig bleiben, um nicht nur weitere schlechte Raumlösungen zu schaffen.” Runde Tische, wie sie in der Vergangenheit, beispielsweise beim Bau der Mensa frühzeitig stattfanden, habe es diesmal nicht gegeben, bemängelte der Lehrer. Zudem fehlten nach wie vor Maßnahmen zur Linderung der seit acht Jahren bekannten Raumnot.

Von der ebenfalls angefragten Realschule gab es bis Redaktionsschluss keine Rückmeldung.

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