Das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Stutensee-Blankenloch steht vor einem Einschnitt: Der Vorstand des Trägervereins Mehrgenerationenhaus Bürgerwerkstatt Stutensee e.V. will geschlossen zurücktreten, die Zukunft des Hauses ist offen.
Vorstand tritt zurück – Verein erwägt Auflösung
Wie aus einer gemeinsamen Mitteilung von Stadt und Trägerverein hervorgeht, hat der Vereinsvorstand seinen altersbedingten Rückzug angekündigt. Das weitere Vorgehen soll in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beraten werden, bei der auch über einen Antrag zur Auflösung des Vereins entschieden werden soll. Das MGH ist seit 25 Jahren als Begegnungstreff aktiv, seit 2012 im Gebäude am Seegrabenweg.
Stadt prüft Fortführung des Angebots
Oberbürgermeisterin Petra Becker betont, die Stadt wolle ausloten, wie das Angebot des MGH fortgeführt und weiterentwickelt werden könne. Der Gemeinderat wurde in seiner Sitzung am 27. April über den Sachstand informiert, die politischen Gremien sollen nun die weiteren Weichen stellen. Im Fall einer Vereinsauflösung würde das Gebäude auf Grundlage bestehender Vereinbarungen in die Trägerschaft der Stadt übergehen, eine gemeinnützige Nutzung soll für eine bestimmte Zeit gesichert bleiben.
Dank für langjähriges Engagement
Becker würdigte den Verein als wichtigen Akteur für das gesellschaftliche Leben in Stutensee und nannte das MGH einen „beispielhaften Partner in der Gemeinwesen- und Quartiersarbeit“. Sie dankte insbesondere der langjährigen Vorsitzenden Klaudia Dworschak und ihrem Team für das Engagement im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer des Hauses. Dworschak wiederum dankte allen Ehrenamtlichen und Förderern und sprach von einer „Erfolgsgeschichte“, die durch zahlreiche Unterstützungen möglich geworden sei.
Übergang und Bundesprogramm im Fokus
Stadt und Verein befinden sich derzeit in Abstimmungsgesprächen, um Perspektiven für den Standort zu klären, der Ausgang ist offen. Den Vereinsvertreterinnen und -vertretern ist es nach eigenen Angaben wichtig, dass Angebote und Engagement in geeigneter Form weiterbestehen und das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhäuser“ in Stutensee fortgeführt werden kann. Die Kommune prüft, ob und wie der Ort der Begegnung für die Stadtgemeinschaft erhalten werden kann.
Hintergrund: 25 Jahre Mehrgenerationenhaus
Das Mehrgenerationenhaus geht auf einen Begegnungstreff zurück, den eine Agenda-Gruppe 2001 ins Leben rief; 2003 folgte die Vereinsgründung. 2007 wurde das Haus in das Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser aufgenommen, 2008 starteten Integrationskurse als anerkannter Kursträger des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Bundesweit erlangte das MGH als „Leuchtturm-Haus“ zum Thema Kooperation mit der Wirtschaft Aufmerksamkeit, Öffnungszeiten und Angebote wurden über die Jahre bedarfsgerecht ausgebaut.
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