Brandschutz im Rathaus

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 08.08.2026 7:30 | Keine Kommentare

Der Gemeinderat hat in seiner öffentlichen Sitzung am 20. Juli das neue Brandschutzkonzept für das Rathaus in Blankenloch ohne Gegenstimme zur Kenntnis genommen. Damit ist der Weg frei, um das Gebäude Schritt für Schritt sicherer zu machen und den laufenden Betrieb weiterhin aufrechtzuerhalten.

Das erarbeitete Konzept umfasst ein Paket aus verschiedenen Bausteinen, die laut Verwaltung aufeinander abgestimmt sind. Vorgesehen sind Umbauarbeiten an den Treppenhäusern, der Einbau neuer Brandschutztüren sowie moderne Warn- und Meldeanlagen. Ziel aller beteiligten Stellen ist es, veraltete Standards schrittweise zu ersetzen, ohne das Rathaus komplett schließen zu müssen. Erste einfache Sicherheitsmaßnahmen hat die Stadtverwaltung bereits im laufenden Betrieb umgesetzt.

Die geplanten Arbeiten im Gebäude

Um die Sicherheit der Besucherinnen, Besucher und Beschäftigten zu gewährleisten, verteilt sich die Planung auf drei Hauptbereiche:

Arbeiten am Bauwerk: Das Haupttreppenhaus wird so umgebaut und abgetrennt, dass im Notfall ein gesicherter Fluchtweg entsteht. Im Bereich des Bürgerbüros bildet die Verwaltung dazu einen eigenen Rauchabschnitt. Zudem bauen Fachfirmen feuerhemmende und selbstschließende Türen ein, ersetzen Glasflächen im Nebentreppenhaus durch Schutzglas und sichern den Aufzugsschacht mit einem Vorhang gegen Feuer ab. In den oberen Stockwerken entsteht eine Umgehung, damit zwei voneinander unabhängige Wege nach draußen führen.

Technische Ausstattung: Die Stadt lässt eine neue Brandmeldeanlage installieren, die direkt mit der Feuerwehr verbunden ist. Auch Schilder, die Fluchtwege beleuchten, ein Notlicht bei Stromausfall sowie Technik zur Ableitung von Rauch gehören zum Vorhaben. Der Aufzug erhält eine Steuerung, die ihn im Notfall automatisch steuert.

Organisation im Haus: Neben den baulichen Veränderungen entstehen ein neuer Feuerwehrplan und Pläne für die Rettungswege. Das Personal erhält regelmäßige Schulungen für den Notfall. Auch feste Abstände für die Wartung aller technischen Geräte stehen künftig fest.

Mögliche Kosten und Ausblick auf die Entscheidungen

Über die genaue Höhe der Gesamtkosten berät der Gemeinderat im vierten Quartal dieses Jahres. Erst dann liegt die genaue Detailplanung vor. Nach einer ersten groben Schätzung bewegen sich die Ausgaben für die notwendigen Mindestmaßnahmen im unteren bis mittleren sechsstelligen Bereich. Die städtische Baubehörde prüft nun die eingereichten Unterlagen des Gutachterbüros und entscheidet über technische Ausnahmen, die durch das ältere Bestandsgebäude notwendig werden.

Hintergrund: Wie es zu der Vorlage kam

Der Anlass für das Gutachten liegt in der Geschichte des Rathauses in Blankenloch: Bei genauen baurechtlichen Prüfungen traten Unterschiede zwischen den ursprünglichen Bauplänen und dem tatsächlich errichteten Gebäude zutage. Vor allem Vorgaben zum Brandschutz ließen sich nach heutigen Maßstäben nicht mehr lückenlos nachweisen.

Aus diesem Grund beauftragte die Stadtverwaltung ein Fachbüro damit, das Gebäude genauer zu untersuchen und einen Vorschlag für die Sanierung zu erarbeiten. Das Ergebnis liegt nun vor. Es dient den Behörden als fachliche Richtlinie, um schrittweise alle nötigen Genehmigungen zu erteilen und die Sicherheit im Rathaus dauerhaft auf den neuesten Stand zu bringen.

Der Gemeinderat nahm das Konzept einstimmig zur Kenntnis.

Bildquellen:

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