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meinstutensee.de – Hinter den Kulissen

Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com

Von Martin Strohal | 09.12.2014 21:30 | 1 Kommentar

martinKürzlich hatte ich bereits angekündigt, dass ich nicht nur wissen möchte, wer Sie sind (die Umfrage läuft noch bis Ende Dezember), sondern im Gegenzug auch etwas über mich und meine Arbeit (hauptsächlich Letzteres) erzähle.

Ein Beispieltag

Wie sieht also ein typischer Abend im Hause Strohal aus? Sobald die Kinder im Bett sind und meine Frau ihrem eigenen Hobby nachgeht, meist so gegen 20 Uhr, gibt es keine Widersprüche mehr, wenn ich mich in den Spitzboden an den PC zurückziehe. Als erstes werden die Mails abgerufen, die ich in der Regel den ganzen Tag über schon gelesen habe. Normalerweise sind welche dabei, die eine Handlung nach sich ziehen. An unserem Beispieltag besteht seit kurzem ein Problem mit dem Versand des täglichen Newsletters. Diese Funktion wird durch ein kostenpflichtiges WordPress-Plugin bereitgestellt. (WordPress ist ein Content-Management-System, eine kostenlose Anwendung, die es erlaubt, Webseiten zu verwalten.) Deshalb bietet der Hersteller auch Unterstützung bei der Fehlersuche und -behebung. In der Regel wird eine Lösung vorgeschlagen, die auszuprobieren ist. Darüber werde ich per E-Mail benachrichtigt. Also Vorschlag ausprobieren und abwarten, ob der Newsletter-Versand am nächsten Tag wieder funktioniert, dann entsprechenden Kommentar am Support-Ticket ergänzen.

Gelegentlich gibt es neue Kommentare zu Artikeln, die freizuschalten sind. Also in WordPress einloggen und die Kommentare lesen. Dabei fällt auf, dass zu einigen verwendeten Plugins Updates verfügbar sind, die installiert werden wollen (schon allein aus Sicherheitsgründen). Mit etwas Glück funktioniert danach noch alles wie vorher.

Die Technik ist nun erst einmal zufrieden gestellt, nun kann es an die Inhalte gehen. Also im RSS-Reader prüfen, ob es von Feuerwehr oder Polizei neue Meldungen gibt. Im Posteingang warten außerdem ein paar Pressemitteilungen von Stadt, Vereinen und Ortsvorstehern. Die meisten Artikel sind im Word-Format gespeichert. Also eine Datei nach der anderen öffnen und prüfen, ob der Artikel interessant genug ist und nicht bereits veröffentlicht worden ist. Desöfteren werden Veranstaltungen im Amtsblatt in mehreren aufeinander folgenden Ausgaben mit dem gleichen Text angekündigt. Online ist das nicht erforderlich, da der letzte Artikel ja noch abrufbar ist.

Jeder Artikel wird dann einzeln aus Word kopiert und in WordPress eingefügt. Dann noch den richtigen Autor einstellen und auswählen, ob die Meldung in dem Slider auf der Startseite zu sehen sein soll. Wichtig ist außerdem die Auswahl eines Artikelbildes. Im besten Fall wird mit der Pressemitteilung ein verwendbares Bild mitgeschickt. Ansonsten suche ich in meiner Medienbibliothek nach einem geeigneten. Ist dort auch nichts zu finden, geht die Suche in Online-Bilddatenbanken (in der Regel pixelio.de und fotolia.com) weiter. Die Bilder bei pixelio sind kostenlos verwendbar. Dafür sind die Fotos bei Fotolia optisch ansprechender. Allerdings kostet ein Bild dann auch etwas mehr als 1 EUR. V.a. wenn es ein wichtiger Artikel ist, der im Slider angeteasert wird, oder wenn es sich um ein Motiv handelt, von dem ich annehme, dass es in Zukunft noch öfter zum Einsatz kommen wird, lohnt sich die Ausgabe aber. Beim Speichern des Artikels wird automatisch eine Verlinkung auf der Facebook-Seite gepostet.

Inzwischen ist es zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr. Noch schnell auf Facebook schauen, welche Artikel wie oft angeklickt wurden, vielleicht noch eine kleine Notiz in der Entwicklungsgruppe schreiben, dann war’s das auch schon wieder.

Ach ja, eigentlich wollte ich an einem neuen Feature, z.B. dem Öffnungszeitenverzeichnis, weiterarbeiten. Na ja, morgen vielleicht. Nein, da ist ja Gemeinderatssitzung um 19 Uhr mit Open End. D.h. am Tag drauf werde ich aus meinen Sitzungsnotizen Artikel verfassen. Irgendwie wollte ich ja auch noch was zu den lebendigen Adventskalendern machen, aber das eine Pfarramt hat auf meine Mail noch nicht geantwortet. Also noch schnell die Termine aus der Stutensee-Woche abtippen. Der Monat ist auch bald vorbei; es sollten also dringend die nächsten Veranstaltungstermine eingetragen werden. Allein das braucht mindestens einen Abend für einen Monat voller Veranstaltungen. Hatte ich auch mal andere Hobbys? Ich kann mich gerade nicht erinnern…

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich habe mir diese Aufgabe selbst ausgesucht und sie macht mir auch (meistens) Spaß. Wenn ich etwas mache, will ich es auch gut machen, damit auch andere einen Nutzen davon haben. Es muss also niemand Mitleid haben ;-)

Statistiken

Belohnt wird das ganze durch steigende Zugriffszahlen. Im November lag meinstutensee.de bei etwas über 215.000 Seitenabrufen. Im Januar 2014 waren es noch 113.000 gewesen. So kann es gerne weitergehen! In der folgenden Grafik gibt es Lücken, da ich die Zugriffszahlen in der Vergangenheit nicht immer protokolliert habe. Durch einen Serverumzug im Sommer sind sie auch für einen Monat entfallen.

Pageimpressions 2014

Mittlerweile sind auf meinstutensee.de über 4500 Artikel veröffentlicht worden.

Aufwand und Kosten

Anhand obigen Beispiels lässt sich erahnen, dass einiges an Zeit in dem Projekt steckt. In einer normalen Woche verbringe ich so gut wie jeden Abend 1 bis 2 Stunden damit. Dazu kommen Sitzungen, Veranstaltungsbesuche zum Fotografieren, Besprechungstermine im Rathaus, mit Bürgern oder Vereinen. Da ich auch mal Urlaub mache, rechne ich im Schnitt nur mit vier Tagen pro Woche jeweils 1,5 Stunden. Das ergibt 312 Stunden pro Jahr – rein überschlagsmäßig, ich führe nicht Buch darüber. Bei einem Stundensatz eines Softwareentwicklers von 70 EUR wären das 21.840 EUR. Rein theoretisch natürlich, denn es bezahlt mich ja keiner.

Es gibt aber auch tatsächliche Ausgaben. Zum einen natürlich das Hosting, das seit diesem Sommer auf einem Dedicated Server bei 1&1 in Karlsruhe läuft. Dazu kommen Software-Lizenzen, beispielsweise für das Design oder kostenpflichtige Plugins mit Support (ohne Support würde noch mehr meiner eigenen Zeit für Fehlersuche draufgehen). Wie oben erwähnt, gebe ich auch Geld für Fotos aus. Das Logo wurde professionell entworfen, was ebenfalls gekostet hat, aber das fiel noch ins letzte Jahr.

Ich berücksichtige hier mal nicht meine persönlichen Ausgaben für Hardware, Fahrtkosten usw. Insgesamt habe ich damit in diesem Jahr knapp 800 EUR für das Projekt ausgegeben. Hobbys kosten nun einmal.

Ausgaben 2014

Warum ich im Gegenzug keine Werbung schalte? Zum einen will ich die Seite optisch nicht damit “verschandeln”, zum anderen würde dadurch Aufwand für Abrechnung und Steuer entstehen. Diese Zeit investiere ich lieber in Inhalte.

Beziehung zur Stadtverwaltung

Gelegentlich werde ich gefragt, wie meine Beziehung zur Stadtverwaltung ist. Da bleibt v.a. festzuhalten: Ich bin weder von der Stadt angestellt noch beauftragt, das zu tun, was ich tue. Ich arbeite allein aus eigenem Antrieb und setze das um, was ich für interessant halte. Die Stadt hat mich gebeten, das Vereinsnetz zu übernehmen und weiterzuführen. Außerdem erhalte ich die Pressemitteilungen und die Veranstaltungstermine. Bei Gemeinderatssitzungen habe ich inzwischen meinen eigenen Tisch. Die Sitzungsunterlagen erhalte ich auch vorab. Gelegentlich durfte ich auch schon Artikel in der Stutensee-Woche veröffentlichen, um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen. Denn große Werbekampagnen kann ich mir nicht leisten. Unterstützung bekomme ich auch von den Ortsvorstehern. Geld erhalte ich keines, von niemandem.

Und wie weiter?

Da meinstutensee.de juristisch gesehen unter den Begriff “Presse” fällt, da regelmäßig Artikel veröffentlicht werden, ist ein Ziel für die Website, dass nicht nur Pressemitteilungen wiedergegeben werden (Verlautbarungsjournalismus), sondern dass auch eigene Inhalte erstellt werden. In einigen Fällen habe ich das schon geschafft, wie z.B. bei der Berichterstattung von Gemeinderatssitzungen oder bei der Sanierung der Bahnstrecke. Außerdem werde ich die anstehende Oberbürgermeisterwahl begleiten. Viel mehr ist für mich zeitlich leider nicht machbar. Deshalb suche ich Stadtteilreporter, die Zeit und Freude daran haben, über Ereignisse, Veranstaltungen o.ä. Berichte zu verfassen, um sie dann auf meinstutensee.de zu veröffentlichen. Alter ist egal, der zeitliche Einsatz bleibt jedem selbst überlassen, schließlich handelt es sich um ein Hobby. Wer Interesse daran hat, bei meinstutensee.de mitzumachen, darf sich gerne bei mir melden!

Auch neben den Nachrichten soll die Website weiter ausgebaut werden. Derzeit in Arbeit ist ein Öffnungszeitenverzeichnis. Wer hat sich nicht schon gefragt, ob der Supermarkt oder die Apotheke im Ort gerade noch auf hat? Hier werden Sie es bald nachlesen können.

Und natürlich freue ich mich jederzeit über Feedback und Anregungen. Schreiben Sie mir Ihre Ideen oder sprechen mich an! Und wenn Sie an o.g. Umfrage noch nicht teilgenommen haben – jetzt wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Dieser Artikel ist sowieso gleich zu Ende.

Auf Facebook gibt es neben der offiziellen Seite auch eine Gruppe, in der ich ständig Statusmeldungen poste. Dort ist auch Gelegenheit zur Diskussion.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die mich unterstützen, Feedback geben oder einfach nur regelmäßig die Seite besuchen! Ich hoffe, das wird auch im neuen Jahr so bleiben!

Allen Lesern wünsche ich eine schöne Advents- und Weihnachtszeit sowie alles Gute für 2015!

Bildquellen

  • Pageimpressions 2014: Martin Strohal
  • Ausgaben 2014: Martin Strohal
  • Zahnräder: Sergey Nivens - Fotolia.com

Kommentare

Respekt, Respekt!!! Ich kann mir gut vorstellen wie viel Arbeit das ist. Ich habe ja vor vielen Jahren zusammen mit Daniel Caspary ein ähnliches Projekt gemacht (stutensee.NET) … na ja, “ähnlich” ist vielleicht übertrieben, da Du weit aus mehr Inhalte präsentierst. Wir haben damals (um den Jahrtausendwechsel herum) auch Nachrichten veröffentlicht und das Vereinsnetz betrieben. Technik und Design waren seinerzeit noch nicht so ausgereift. Und wenn ich bedenke, dass wir das zu zweit gemacht haben (Du bist alleine) und, dass wir wesentlich weniger Inhalte hatten als Du, dann kann ich nur einigermaßen abschätzen welche Arbeit Du hier unentgeltlich leistest … daher: Respekt vor Deiner Leistung, Kreativität und Ausdauer !!!


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