Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Die ärztliche Notfallpraxis in Blankenloch hat mit Ablauf des Monats November ihren Betrieb eingestellt. Der Stutenseer Gemeinderat hatte die geplante Schließung zuletzt scharf kritisiert und eine Senkung des Mietzinses angeboten (wir berichteten). Für den Fall, dass die Schließung unvermeidlich sei, wurde darum gebeten, immerhin so lange zu warten, bis die Bruchsaler Notfallpraxis in neue Räumlichkeiten am Fürst-Stirum-Klinikum umgezogen ist. Dieser Umzug hat bislang nicht stattgefunden, trotzdem wurde die Praxis in Blankenloch geschlossen.

Auf Anfrage von meinstutensee.de erklärte der Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), die für den Betrieb der Notfallpraxen zuständig ist, dass es durchaus die Absicht gegeben habe, auf den Umzug der Bruchsaler Notfallpraxis zu warten. Es sei fest eingeplant gewesen, dass der Umzug bis zum 30.11.2015 stattfindet. Darauf seien alle Prozesse abgestimmt worden, und damit auch die Kündigung des Mietverhältnisses für die Stutenseer Praxis. Der Umzug habe sich nun leider verzögert.

Dr. Johannes Fechner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, begründet die Schließung: „Im Rahmen unserer Notfalldienstreform haben wir immer darauf hingewiesen, dass die KVBW eine Anbindung der Notfallpraxen an ein Krankenhaus anstrebt. Ausnahmen davon kann es nur geben, wenn eine Notfallpraxis für die Versorgung unerlässlich ist, etwa weil kein Krankenhaus in der Nähe ist. Dies ist in Blankenloch nicht der Fall. Zudem wird die Notfallpraxis in Blankenloch im Vergleich zu anderen Notfallpraxen in relativ geringem Umfang in Anspruch genommen. Eine Weiterführung wäre unwirtschaftlich und daher nicht vertretbar.“

Die KVBW legt Wert darauf, dass die Versorgung der Bevölkerung nach wie vor gesichert sei. Für den Bereitschaftsdienst stehen die Notfallpraxen in Karlsruhe im Vincentius-Krankenhaus, die Notfallpraxis in Bruchsal sowie in Waghäusel-Kirrlach zur Verfügung. Ebenso bleibt der Fahrdienst bestehen, in dessen Rahmen die Ärzte medizinisch erforderliche Hausbesuche vornehmen.

Sollte man außerhalb der Öffnungszeiten des eigenen Hausarztes ein medizinisches Problem haben, empfiehlt sich die neue Rufnummer 116 117. Die Nummer ist kostenlos und bundesweit gültig, auch aus Mobilfunknetzen. Erreichbar ist sie außerhalb der üblichen Hausarztsprechzeiten (nachts und am Wochenende und an Feiertagen).

Bei schweren Unfällen und lebensbedrohlichen Notfällen (z.B. Herzinfarkt) ist die 116 117 die falsche Anlaufstelle, in diesen Fällen muss der Notruf 112 gewählt werden.

Notfallpraxen in der Umgebung
Notfallpraxis Karlsruhe (Erwachsene)

St. Vincentiuskrankenhaus, Südendstraße / Eingang Hirschstraße, 76137 Karlsruhe
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 8 – 22 Uhr
Montag, Dienstag, Donnerstag 19 – 22 Uhr
Mittwoch 13 – 22 Uhr , Freitag 16 – 22 Uhr

Kinder- und Jugend-Notfallpraxis Karlsruhe

Knielinger Allee 101, 76133 Karlsruhe
Montag, Dienstag, Donnerstag 19 – 22 Uhr
Mittwoch 13 – 22 Uhr, Freitag 17 – 22 Uhr
Samstag, Sonntag und an Feiertagen 8 – 22 Uhr
Rufnummer des kinderärztlichen Notfalldienstes: 01806 072100

Notfallpraxis Bretten

an der Rechbergklinik, Virchowstr. 15, 75015 Bretten
Samstag, Sonntag, Feiertag 8 – 23 Uhr
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 19 – 23 Uhr
Mittwoch 13 – 23 Uhr

Notfallpraxis Bruchsal

Zollhallenstr. 6, 76646 Bruchsal
Montag, Dienstag, Donnerstag 19 Uhr bis Folgetag 7 Uhr
Mittwoch 13 Uhr bis 7 Uhr
Freitag 19 Uhr bis Montag 7 Uhr
Feiertage 8 Uhr bis Folgetag 7 Uhr

Bildquellen

  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Olaf Matthei-Socha
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