Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Ein Kommentar von Martin Strohal

Die jüngste Gemeinderatssitzung kann man gut und gern „historisch“ nennen. Erstmals wurde mit Sylvia Tröger eine Frau an die Spitze des Stutenseer Rathauses neben Oberbürgermeister Klaus Demal gewählt (wir berichteten). Angesichts der Männerriege aus Amtsleitern und (Ober-)Bürgermeistern und der in der Politik oft geforderten Frauenquote längst überfällig. Doch nur Tröger stand dem Gemeinderat zur Wahl – der entsprechende Ausschuss hatte bereits in nicht-öffentlicher Sitzung aus sechs Bewerbern eine Auswahl getroffen.

Eine Erklärung, weshalb nur ein Kandidat zur Wahl stand, blieb Demal – natürlich – schuldig. Über Personalangelegenheiten kann er nicht einfach öffentlich plaudern. Er konnte nur versichern, dass es intensive Diskussionen gegeben habe. Dafür stellte sich Tröger selbst vor. Aufgrund ihrer Erfahrung vermutlich eine gute Wahl. Aber die Vorstellung glich einer Farce: Sie war mehr für die Zuhörer, denn für die Stadträdte gedacht. Die hatten dann auch keinerlei Fragen oder Anmerkungen, wenngleich Demal sie dazu aufforderte.

Wahl der wichtigsten Personalie: Ratsmitglieder fanden keine Worte

Zwar ist es üblich, dass Ausschüsse Entscheidungen vorbereiten, so dass der Gemeinderat nur noch zustimmen muss. Wie aus Kreisen des Rathauses zu hören war, soll Tröger den Fraktionen auch bereits im Vorfeld Rede und Antwort gestanden haben. Hinter verschlossenen Türen. Aber kein einziger Stadtrat wollte dem interessierten Bürger erklären, was denn die Vorzüge von Tröger gegenüber den anderen Kandidaten sind.

Dieselben Ratsmitglieder, die wenig später leidenschaftlich darüber diskutierten, ob die neue Mehrzweckhalle in Staffort ein oder zwei Spielfelder bekommen soll, und die detailliert die Kosten der Spöcker Jubiläumsfeierlichkeiten auseinandernahmen, fanden bei der Wahl der wichtigsten Personalie, die der Gemeinderat beschließen kann (der OB wird von der Bevölkerung gewählt) und mit der eine Amtszeit von 8 Jahren verbunden ist, keine Worte, um ihre Entscheidung den Bürgern zu erklären. Transparenz sieht anders aus.

Bildquellen

  • Sylvia Tröger: Landratsamt Karlsruhe
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