Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Stutenseer Gemeinderat, vor dem Neubau der Stafforter Mehrzweckhalle eine Machbarkeitsstudie durchführen zu lassen. Diese soll Klarheit darüber bringen, wie sich die Raumplanung kostenmäßig niederschlägt. Nach Begutachtung und Diskussion der Zahlen wird der Gemeinderat das Raumkonzept beschließen und einen Planungswettbewerb starten. Das Verfahren wird etwa 7 bis 8 Monate dauern, bis ein Architekt ausgewählt ist. Dass die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle durch einen Neubau ersetzt werden muss, ist unstrittig.

Bereits vor einiger Zeit hatte es eine Exkursion des Gremiums in Nachbargemeinden gegeben, um dortige Mehrzweckhallen zu besichtigen (wir berichteten). Insbesondere das Gebäude in Bahnbrücken fand großen Anklang und ist nun Vorbild für die Planung der Stafforter Halle.

Anforderungen an die neue Halle:

  • Einfeldhalle, die in zwei gleichgroße Teile teilbar sein muss
  • eine angebaute Bühne mit separat nutzbarem Bühnenraum
  • Nutzung auch zur Kernzeitbetreuung der Grundschüler und der Essensausgabe
  • Anbau an das bestehende DRK-Gebäude

Die Halle wird auf dem Schulgelände errichtet werden. Die alte Halle wird erst nach Fertigstellung der neuen abgerissen werden.

„Kosten müssen betrachtet werden“

Stafforts Ortsvorsteher Ludwig-W. Heidt wies in der Sitzung darauf hin, dass der Stafforter Ortschaftsrat bereits Ende 2015 seine Vorstellungen bezüglich der neuen Halle klar definiert habe. Die Anforderungen hätten sich in den letzten Jahren geändert. Es gebe mehr kleinere Sportgruppen, die Belange der Schule seien zu berücksichtigen. Zuerst eine Kostenrechnung zu erstellen und keine voreiligen Beschlüsse zu treffen, hielt Heidt für richtig.

Lars Zinow (Grüne) betonte, dass Großprojekte wie dieses immer im finanziellen Kontext zu sehen seien. Evtl. könnten bei Betrachtung der Kosten nicht alle Wünsche erfüllt werden. Schließlich habe die Stadt noch einige andere große Projekte wie Kindergärten, das neue Hallenbad, Sanierungen, Straßen usw. in der Durchführung.

Ein- oder Zweifeldhalle?

Heinrich Sickinger vertrat für die SPD-Fraktion die Ansicht, dass die neue Mehrzweckhalle die Anforderungen für ganz Stutensee erfüllen müsse, nicht nur für Staffort. Die geplante Halle entspreche nicht den Standardmaßen, sondern sei zwei Meter breiter wegen Zuschauern. „Welche Zuschauer?“ fragte Sickinger. Und brauche man wirklich eine Bühne? Die Machbarkeitsstudie müsse auch eine größere Zweifeldhalle als Alternative untersuchen, um dann die Kosten vergleichen zu können. Eine größere Halle sei für ganz Stutensee wichtig. Die neue Halle solle mindestens 80 Jahre stehen, es werde also weit in die Zukunft geplant.

Ludwig-W. Heidt entgegnete daraufhin, dass nie Bedarf für eine größere Halle angemeldet worden sei. Aber man könne die Kosten gerne getrennt untersuchen. Die Bühne hingegen sei wichtig, da sie auch einen zusätzlichen Raum für Kindergarten und Schule darstelle. Schließlich handele es sich um eine Mehrzweck-, nicht um eine reine Sporthalle.

Bürgermeister Dr. Matthias Ehrlein wies darauf hin, dass Machbarkeitsstudien auch Geld kosten und dass es bislang im Gremium keine Stimmen für eine Zweifeldhalle gegeben habe.

„Stutensee-Aspekt“ ist zu berücksichtigen

Nicole Lacroix (CDU) sprang Sickinger bei. „Beim Jugendsport gibt es im Winter immer Knappheit bei der Hallenbelegung“, stellte sie fest. Man solle durchaus den Stutensee-Aspekt berücksichtigen, auch wenn es in Staffort aktuell keinen Bedarf gebe. Eine Zweifeldhalle solle mit untersucht werden. Am Ende gebe der Haushalt vor, was umgesetzt wird.

Der SPD-Antrag zur Erweiterung der Machbarkeitsstudie auf Untersuchung einer Zweifeldhalle wurde mit einer Gegenstimme aus den Reihen der Grünen angenommen. Das prinzipielle Vorgehen beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Bildquellen

  • Mehrzweckhalle Staffort: Martin Strohal
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