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Graf Dracula auf Schloss Stutensee

Graf Dracula (Marcel Horvatitsch) mit Jonathan Harker (Paul Tremper)

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 18.07.2016 21:57 | 1 Kommentar

Normalerweise ist das Schloss Stutensee nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Doch 13-mal haben Interessenten die Möglichkeit, das Gebäude von innen zu sehen – allerdings nicht alleine. Denn Graf Dracula und seine Vampirbräute treiben hier ihr Unwesen. Alle, die nicht rechtzeitig Hostien, Knoblauch oder ein Kruzifix zur Hand haben, werden um ein paar Liter Blut erleichtert. Doch schon naht sein Widersacher Abraham van Helsing, um mit der Unterstützung von mutigen Männern den Kampf gegen das Böse aufzunehmen.

Theaterstück um und im Schloss

Wer sich hierbei an den Roman von Bram Stoker erinnert, liegt nicht verkehrt. Ulrike Partik-Raupp und Marcel Horvatitsch vom Theaterverein StageArt e.V. haben sich beim Verfassen des Buches eng an das Original angelehnt. Seit Februar hat die Truppe samstags geübt, um das Werk “Sanguine Castle” auf die Bühne – bzw. die Bühnen – zu bringen. Denn es handelt sich nicht um ein klassisches Theater, bei dem der Zuschauer von Anfang bis Ende auf seinem Platz sitzt und auf die Bühne schaut. Das Stück beginnt im Freien bei den Wachhäuschen vor dem Schloss Stutensee. Hier erläutert Regisseurin Partik-Raupp den Zuschauern, wie der Abend ablaufen wird, und schon beginnt die erste Szene: Joanna Jones (Helen Wienerl) möchte sich das Gebäude ansehen, um es evtl. zu erwerben. Drei Damen einer Immobiliencrew (Gaby Kraus, Sandra Maiter, Gaby Mall) führen sie herum. Für musikalische stimmungsvolle Untermalung sorgt eine tragbare Musikanlage – übrigens mit der Original-Musik aus einem Dracula-Film. Nach Abschluss der Szene nehmen die Schauspieler das Publikum mit in den Eingangsbereich des Schlosses. Hier trifft es das erste Mal auf Graf Dracula – hervorragend dargestellt von Marcel Horvatitsch -, der den Anwalt Jonathan Harker (Paul Tremper) mit Immobiliengeschäften beauftragt hat. Schließlich überlässt er ihn seinen Vampirbräuten, die sogleich über ihn herfallen.

Die nächste Szene spielt in London und im ersten Obergeschoss des Schlosses. Hier sind Stühle für die Zuschauer in Reihen aufgestellt. Lucy (Beatrice Heidt) und Mina (Ann-Kathrin Beimel), die Verlobte von Anwalt Harker, sind zu sehen. Lucy kann sich nicht zwischen drei Männern entscheiden, die alle um ihre Hand anhalten: Irrenarzt Dr. John Seward (Martin Kraus), Lord Arthur Holmewood (Pierre Borell) und Amerikaner Quincy Morris (Andreas Senger), der seine Waffe immer griffbereit hat. Schließlich kommt Dracula nach London, bemächtigt sich Lucy, und Mina reist ihrem Verlobten hinterher, der den Vampirbräuten entkommen ist. In einer folgenden Szene im Außenbereich trifft das Publikum das Paar wieder.

Nach der Pause folgt eine Szene hinter dem Schloss, bevor der Schlussakt wieder im ersten Stock stattfindet.

Künstliche Zähne von Blankenlocher Dentaltechniker

Man merkt jeder Szene an, mit wie viel Herzblut sie gespielt und mit Liebe zum Detail sie dekoriert und ausgestattet wurde. “Die Kostüme sind gekauft”, berichtet Ulrike Partik-Raupp, die aus ihrer langjährigen Theatertätigkeit bereits einen beträchtlichen Fundus hat. Die Miete von Kostümen sei zu teuer im Vergleich zum Kauf. Neben passender Schminke kommen bei den Vampirbräuten auch künstliche Zähne zum Einsatz, die Dentaltechniker Alexander Retzer aus Blankenloch extra hergestellt hat. Auf Mikrofone wird bewusst verzichtet. Das tut der Verständlichkeit keinen Abbruch. Nettes Detail am Rande: Während den Zuschauern in der Pause Snacks und gekühlte Getränke angeboten werden, tauchen auch die Vampirbräute auf – jeweils mit Getränkedosen “Frisches Blut”.

Über zweieinhalb Stunden lang wurde das Publikum wunderbar unterhalten. Die Schauspieler – alles Autodidakten, die das Theaterspielen “nur” als Hobby betreiben – haben ihre Sache gut gemacht und die Zuschauer mal zum gespannten Atemanhalten, mal zum Lachen gebracht, schließlich kam auch der schwarze Humor nicht zu kurz.

Weitere Vorstellungen

Die Juli-Vorstellungen sind bereits komplett ausverkauft, für die Termine im September (16. bis 18. sowie 23. und 24.) gibt es noch Restkarten im Blankenlocher Bürgerbüro. Theaterfreunde, die keine Karten mehr bekommen, können sich auf nächstes Jahr freuen. StageArt arbeitet schon neue Pläne, wie Ulrike Partik-Raupp verrät.

Kommentare

Hallo Herr Strohal,
bei dem Blankenlocher Dentaltechniker,
handelt es sich um das Team von Retzer Dentaltechnik.
Die Vampirzähne wurden für die Künstler, von der Abformung,
Fertigung bis zur individuellen Anpassung
mit Herzblut gefertigt.

Grüße vom Team Retzer Dentaltechnik
Alexander, Yanina, Lenka und Barbara


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