Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Bereits zum dritten mal finden an den Wochenenden im Juli die „Stafforter Seefestspiele“ statt. Der Theaterverein StageArt e.V. hat unter der Regie von Ulrike Partik-Raupp erneut unterhaltsames und diesmal auch sehr humorvolles Stück auf die Bühne – bzw. an den Baggersee gebracht. Am Ufer vor dem Fischerheim hat der Verein eine Zuschauertribüne aufbauen lassen. Das Publikum ist begeistert. Ulrike Partik-Raupp, die das Stück zusammen mit Marcel Horvatitsch selbst geschrieben hat, freut sich. „Wir hätten noch Ideen für weitere zwei Stunden gehabt“, berichtet sie meinstutensee.de. Eine Märchenpersiflage für Erwachsene zu machen, sei schon lange ihr Plan gewesen. Bei den Schauspielerinnen und Schauspielern handelt es sich durchweg um Laiendarsteller. Die märchenhaften Kostüme stammen aus Partik-Raupps Fundus, die Kulissen wurden mit Unterstützung durch AKB-Holzbau selbst gebaut. Die Wolfszähne stammen – wie im letzten Jahr die Zähne Draculas (wir berichteten) – von Retzer Dentaltechnik in Blankenloch.

Und darum geht es: In der Märchenwelt ist einiges durcheinander geraten. Rotkäppchen und seine Großmutter warten vergeblich auf den Wolf, so dass sie das Märchen schließlich zu zweit nachspielen. Der Jäger, der schließlich dazu kommt und den Wolf eigentlich aufschneiden soll, stellt fest: „Das ist schon das dritte Märchen, das nicht nach Plan verläuft!“ Ein Fall für den Märchenrat. Merlin, der Magier aus der Sage „König Artur“, wird als externer Richter engagiert. Ein böser Zauberer soll die Anklage übernehmen, und der gestiefelte Kater bekommt die Rolle des Pflichtverteidigers. Der Wolf wird angeklagt, mehrere Märchen durcheinander gebracht zu haben. Dornröschen schläft nicht, weil die Spindel geklaut worden ist, an der sie sich stechen sollte. Schneewittchen stirbt einfach nicht an dem Apfel. Und der Universal-Prinz – der ist sowieso nur gestresst von der ganzen Küsserei. Eigentlich steht er auch mehr auf die Königin als auf Schneewittchen. Ein Leihprinz bringt nur wenig Unterstützung. Aschenputtel kann die Linsen nicht schnell genug sortieren, weil die Tauben tot sind, die ihr helfen sollten. Und die gute Fee findet ihren Zauberstab in ihrer Handtasche nicht. Zum Schluss beschwert sich noch die Knusperhexe, dass die Lebkuchen an ihrem Häuschen versalzen seien und Hänsel und Gretel deshalb nicht schmecken.

Als Running-Gag tauchen immer wieder die Bremer Stadtmusikanten auf: ein Esel, ein Hund und ein Hahn. „Hatten die nicht mal eine Katze dabei?“ fragt sich immer wieder der eine oder andere aus den anderen Märchen. So viel sei verraten: Die Katze taucht zum Schluss noch auf. Ob der Wolf jedoch wirklich derjenige ist, der alles durcheinander bringt, ob er unschuldig ist und keine Ahnung hat – oder ob er nur jemanden deckt? Der Märchenrat versucht das mit Hilfe eines Zeitportals und Befragungen herauszufinden. Wer die Lösung wissen möchte, sollte die Aufführungen in Staffort selbst besuchen. StageArt spielt noch am 14./15./16. Juli sowie am 21. und 22. Juli jeweils um 19.30 Uhr. Eintrittskarten gibt es dort oder im Vorverkauf im Stafforter Bürgerbüro und in Blankenlocher Rathaus. Bei schlechtem Wetter gibt es einen Nachholtermin im September.

Bildquellen

  • StageArt e.V.: „Im Zweifel für den Wolf“: Martin Strohal
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