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“Wohnen mit der Sonne”: Verkauf der städtischen Grundstücke

(September 2017)

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 26.09.2017 20:58 | 1 Kommentar

Der 3. Unterabschnitt des Baugebiets “Wohnen mit der Sonne I” in Friedrichstal wird derzeit bis kommenden Mai erschlossen (wir berichteten). In kürze beginnt die Stadt, ihre 16 Grundstücke in diesem Gebiet zu verkaufen. Dazu wurden komplett neue Vergabekriterien erarbeitet, die der Stutenseer Gemeinderat am Montag einstimmig beschloss. Im Gegensatz zum Neubaugebiet Lachenfeld zählt hier nicht das Höchstgebot, sondern soziale Kriterien. Den Quadratmeterpreise hat die Stadt auf 440 Euro festgelegt. Darauf können Familien einen Rabatt von 20 EUR pro Kind erhalten, so dass der Preis bis auf 380 Euro gesenkt werden kann.

Die städtischen Grundstücke werden nur für den privaten Wohnungsbau und die eigene Nutzung abgegeben. Interessenten können sich über ein Formular bei der Stadt darum bewerben. Unter allen Bewerbern wird eine Rangliste gebildet, in der die folgenden Kriterien gewichtet einfließen: Ortsgebundenheit (Käufer muss hier wohnen, gewohnt haben oder arbeiten) zu 50%, im Haushalt lebende Kinder unter 18 Jahren (je nach Anzahl 10 bis 30%), Jahres-Brutto-Einkommen bis max. 80.000 EUR (10%) und sonstige Umstände wie familiäre Bindungen, ehrenamtliches Engagement usw. (10%).

Bewerbungsschluss ist der 30. Oktober 2017. Das Bewerbungsformular sowie weitere Informationen werden in Kürze auf der städtischen Website zu finden sein. Schon jetzt zeichnet sich eine hohe Nachfrage ab. Auf die 16 Grundstücke kommen bereits über 300 Bewerber.

“Uns war die Ortsgebundenheit sehr wichtig”, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Ansgar Mayr bei der Gemeinderatssitzung am Montag. Der Preis sei sehr fair. Klaus Mangold (Freie Wähler) begrüßte insbesondere die Kinder-Komponente. Lars Zinow (Grüne) freute sich ebenso über die sozialen Kriterien. Er zog es allerdings in Zweifel, ob Menschen, die sich ein Reihenhaus leisten können, unterstützt werden müssen. Dem widersprach Baubürgermeisterin Sylvia Tröger. Ihrer Ansicht nach habe auch Reihenhausbebauung einen sozialen Aspekt: “Vielen dient das Haus später als Alterssicherung.”

Friedrichstals Ortsvorsteher Lutz Schönthal (CDU) zeigte sich sehr zufrieden: “Ziel war es, jungen Familien und Leuten, die in Stutensee wohnen und arbeiten, eine Baumöglichkeit anzubieten.” Er sei fest davon überzeugt, dass die Quadratmeterpreise der Stadt die günstigsten Preise im ganzen Baugebiet sein werden. Die Preise der Grundstücke in Privateigentum lägen bereits jetzt über 440 EUR und würden noch deutlich nach oben gehen.

Oberbürgermeister Klaus Demal betonte abschließend, dass das Konzept des kostengünstigen Wohnens hier noch keine Anwendung finde, da der Bebauungsplan von “Wohnen mit der Sonne” schon viele Jahre alt und rechtskräftig sei und nicht kurzfristig geändert werden könne. “Diese Themen waren damals noch nicht in der Bearbeitung.”

Bildquellen

  • “Wohnen mit der Sonne” 3. Unterabschnitt: Martin Strohal

Kommentare

Wohnen mit der Sonne
Herr Oberbürgermeister Demal, ab wann war denn das Thema “kostengünstiges Wohnen” in Bearbeitung, wie Sie es so schön ausdrücken? Ich denke,das ist schon einige Zeit der Fall. Über die Bebauung des Lachwaldes denken Sie ja auch nicht erst seit 2017 nach. Konnte man damals wirklich den Bebauungsplan nicht mehr ändern?
Man wollte es mit Sicherheit nicht, denn der Wald bringt viel Geld!
Gut, dass man sich bei den Grundstückspreisen diesmal zurückhält, anders als im Lachenfeld. Hat das vielleicht etwas mit dem öffentlichen Druck zu tun, der seitdem ausgeübt wurde? Ich hoffe, das ist nicht nur Imagepflege sondern der zarte Beginn eines Umdenkens!


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