Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Das war sie also, die Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung (wir berichteten). Viele interessierte Bürger waren dabei und brachten ihre Gedanken und Ideen ein. Polemik hatte den ganzen Abend über keinen Platz, es wurde sachlich diskutiert. Nicht einmal das Thema „Lachwald“ stand groß im Mittelpunkt, sondern war ein Aspekt unter vielen. Nicht unbedingt selbstverständlich nach den aufgeregten Diskussionen der letzten Monate.

Die Bürger fühlten sich ernst genommen und nutzten die Gelegenheit für Gespräche mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung. So stellt man sich eine bürgernahe Verwaltung und Beteiligung von Bürgern vor.

Es stellt sich nur die Frage: Wieso findet dieses Format erst jetzt statt? Hätte man die Bürger auf diesem Weg nicht schon vor ein oder zwei Jahren mit den aktuellen Problemen wie dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum vertraut machen können? Stattdessen wurde das Thema nur hinter verschlossenen Türen behandelt und die Bürger im April mit der Idee der Lachwaldbebauung konfrontiert. Sie konnten Verständnisfragen stellen, aber eine wirkliche offene Diskussion war unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Vielleicht wäre alles anders verlaufen, hätte man die Bürger schon am Anfang mit einbezogen. Denn wie man jetzt gesehen hat: Man muss keine Angst vor ihnen haben. Viele freuen sich, wenn sie ihre Ideen einbringen können und auf Interesse und Verständnis für ihre Sorgen stoßen.

Auch wenn solch ein moderierter Beteiligungsprozess nicht kostenlos zu haben ist, sollte man ihn öfter durchführen als nur etwa alle zwanzig Jahre.

Bleibt abzuwarten, wie Verwaltung und Gemeinderat mit den Ergebnissen des Prozesses umgehen, schließlich haben diese lediglich empfehlenden Charakter.

Bildquellen

  • Auftaktveranstaltung Bürgerbeteiligung: Martin Strohal
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