Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Einen Monat ist es her, dass sich die Bürger Stutensees in einem Bürgerentscheid deutlich gegen die Umwandlung von Wald in Wohngebiet aussprachen (wir berichteten). Jetzt, im März, stand das Thema “Wohnen” wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Oberbürgermeister Klaus Demal bat um Verständnis für den vermeintlich langsamen Fortschritt. Die Abstimmung habe allerdings weitereichende Folgen und Auswirkungen auf komplexe Verfahren. Alle Schritte müssten mit Partnern wie dem Nachbarschaftsverband und dem Regionalverband abgestimmt werden.

“Nachdem der Aufstellungsbeschluss für das Wohngebiet ‘Lachwald II’ hinfällig geworden ist, werden wir die Fläche aus dem Flächennutzungsplan herausnehmen”, kündigte Erste Bürgermeisterin Sylvia Tröger an. Der Gemeinderat solle in seiner nächsten Sitzung Ende April über diesen Vorschlag der Verwaltung befinden. Statt die Lachwald-Fläche im Flächennutzungsplan durch eine andere zu ersetzen, geht die Stadt noch einen Schritt weiter. Die komplette Wohnflächenkulisse für Blankenloch und Büchig solle mit öffentlicher Beteiligung neu festgelegt werden, so Tröger. “Wir hoffen, dass wir einen gemeinsamen Weg finden”, so die Baubürgermeisterin in Richtung der Bürger im Publikum. Die Verwaltung werde sich eine Form überlegen, wie die Bürger in die Entscheidungsfindung einbezogen werden können. Auch darüber wird der Gemeinderat im April zu beschließen haben.

Nach bisherigem Stand hat Stutensee für den Flächennutzungsplan 2030 als mögliche Wohnflächen die Erweiterung von Blankenloch in Richtung Süden vorgesehen. Die Flächen im Osten des Steinwegs sind entfallen, da diese im Landschaftsschutzgebiet liegen. Ebenso entfallen ist die im bisherigen Flächennutzungsplan vorgesehene Fläche “Nördliche Eggensteiner Straße”. Begründung hierfür war, dass sich Blankenloch nicht auf beiden Seiten der Bahnstrecke entwickeln soll. Außerdem sei die Unterführung als Verbindung zum Ortskern nicht leistungsfähig genug. Die Fläche ‘Lachwald’ in Büchig ist aufgrund des Bürgerentscheids für die nächsten drei Jahre nicht für Wohnbebauung nutzbar und soll deshalb aus der Planung genommen werden.

Um das Thema “Wohnen” auch in den bestehenden Wohngebieten weiterzuverfolgen, regten Grüne, CDU/FDP und SPD ein Leerstandskataster an sowie eine Aufstellung unbebauter Flächen an. Lars Zinow (Grüne) verwies auf eine Leerstandsabgabe in Mannheim oder eine Förderung sozialen Wohnraums über Vermieter wie in Tübingen. Ansgar Mayr (CDU) stellte für seine Fraktion den Antrag auf ein entsprechendes Kataster über Baulücken und Leerstand. Vermieter müssten animiert werden, ihre Wohnungen nicht leerstehen zu lassen. Bürgermeisterin Tröger verwies auf eine neues Förderprogramm des Landes, über das man Zuschuss für eine Wohnflächenmanager-Stelle bekommen könne. Das sei zu prüfen.

 

Bildquellen

  • Flächennutzungsplan 2030 Blankenloch: Nachbarschaftsverband Karlsruhe
  • Fläche Südl. Hohe Eich I/Lachwald: Martin Strohal
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