Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Im Stadtteil Friedrichstal liegt an der Ecke Mannheimer Straße/Heidelberger Ring ein ungepflegter Bolzplatz. Nach dem Bau des neuen Großspielplatzes „Wilde Düne“ mit angrenzendem Minispielfeld soll der alte Bolzplatz nun Wohnbebauung weichen. Schon bei der Planung des etwa 300.000 Euro teuren Großspielplatzes im Jahr 2014 hatte die Stadtverwaltung den Verkauf der Bolzplatzfläche bei derFinanzierung berücksichtigt (wir berichteten).

Aufgrund anderer Prioritäten habe sich dieses Vorhaben verzögert, berichtete Peter Maag, Leiter der Stadtplanung im Rathaus, dem Friedrichstaler Ortschaftsrat. Der Sitzung am gestrigen Mittwoch wohnten auch einige Anwohner des Bolzplatzes bei.

Maag stellte den Entwurf eines Bebauungsplanes für den Bolzplatz an der Mannheimer Straße vor. Der direkt daneben liegende kleine Spielplatz solle erhalten bleiben. Der Bebauungsplan für die Bolzplatz-Fläche von ca. 1.400 Quadratmetern könne in einem beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. In den Grundzügen sieht die Planung vor, die Bäume im Westen (Schneeglöckchenweg) zu erhalten. Am nördlichen Rand sind Stellflächen für Autos vorgesehen. Jede Wohneinheit müsse 1,5 Stellplätze vorhalten. In bestehende Gehwege und Straßen rings um das Grundstück werde nicht eingegriffen. Neben Flachdächern sollen auch Satteldächer mit einer Firsthöhe von maximal 9 Metern zugelassen werden. „Das hat sich aus dem städtebaulichen Konzept ergeben“, erläuterte Maag. Es handele sich dabei um eine verträgliche Höhe für die Umgebung. Der Gemeinderat könne sich aber auch anders entscheiden.

Ob die Häuser als Kettenhäuser oder geschlossene Reihenhausbebauung erstellt werden, werde erst in einem späteren Verfahrensschritt geklärt. Es werde ein Investor mit guten Ideen gesucht. Dem Entwurf muss der Gemeinderat zustimmen.

„Diese Fläche bietet sich an zur Innenverdichtung“, stellte Ortsvorsteher Lutz Schönthal (CDU) fest und verwies in dem Zusammenhang auf den Lachwald-Bürgerentscheid. Wenn keine Entwicklung im Außenbereich gewünscht sei, müsse man sich umso mehr um die Innenverdichtung kümmern.

Der Druck, neue Wohnungen zu schaffen, sei enorm groß, bestätigte Ortschaftsrat Thomas Hornung (CDU). Deshalb begrüße er die Maßnahme. Auch Luitgard Mitzel-Landbeck (Grüne) stimmte zu. Sie wünsche sich an dieser Stelle barrierefreie Wohnungen für Senioren.

Die anwesenden Anwohner äußerten sich teils sachlich, teils emotional und lehnten eine Bebauung ab. Die Höhe der Häuser würde angrenzenden Grundstücken die Morgensonne nehmen, zudem herrsche in dem Viertel bereits Parkplatznot. Der Bolzplatz sei jahrelang von der Stadt vernachlässigt worden und werde jetzt, durch einen Generationenwechseln bei den Anwohnern, wieder vermehrt in Anspruch genommen.

„Wir müssen abwägen“, erläuterte Ortsvorsteher Schönthal, „und dabei nicht nur die Anwohner im Blick haben, sondern auch die, die dringend Wohnraum suchen.“

Der Ortschaftsrat stimmte einstimmig für die vorgestellte Überplanung des Bolzplatzes. Dies gilt als Empfehlung für den Gemeinderat, der sich in nächster Zeit mit diesem Thema zu befassen hat.

Bildquellen

  • Karte Bolzplatz Mannheimer Straße: OpenStreetMap
  • Bolzplatz Mannheimer Straße: Martin Strohal
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