Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Erstaunt und beinahe verärgert nahmen Passanten zur Kenntnis, dass die erst vor einigen Monaten angelegte “Natur nah dran”-Fläche beim P+R-Parkplatz Blankenloch Nord in den letzten Tagen vom städtischen Bauhof komplett abgemäht worden ist. Sieht so der “Lebensraum für biologische Vielfalt” aus, den das aufgestellte Schild verkündet, wenn eine blühende Wiese so gekürzt wird?

Nein, das war kein Versehen, es habe alles seine Richtigkeit, wie Anette Marquardt vom Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg gegenüber meinstutensee.de erklärte. Der NABU betreut das Projekt “Natur nah dran” und unterstützt die Kommunen mit Fachwissen. “Das Abmähen gehört zur Pflege in der Anfangszeit. Wir waren erst letzte Woche gemeinsam mit einem Fachmann für naturnahes Grün und der Stadtverwaltung an den „Natur nah dran“-Flächen in Stutensee und haben die weitere Pflege besprochen.” Für die Artenvielfalt sei das Abmähen ein ganz wichtiger Schritt. “Damit wird erreicht, dass die im letzten Jahr gesäten Wildblumen Licht und Platz zum Wachsen bekommen und die weniger erwünschten und sich schnell ausbreitenden Pflanzen nicht alles überwuchern und noch vor dem Aussamen gemäht werden”, erläuterte Marquardt. Am Boden seien noch ganz kleine Pflanzen gekommen, die kein Licht mehr bekommen hätten und jetzt wachsen können. Es sei jetzt noch eine Blühzeit in diesem Jahr zu erwarten.

Stutensee hatte sich um die Teilnahme an der Aktion “Natur nah dran” beworben und Anfang 2017 Fördergelder erhalten, mit denen die Flächen in Blankenloch und Büchig angelegt worden sind (wir berichteten). Ziel ist es, aus Freiflächen wertvolle Biotope zu schaffen, um Insekten zu unterstützen. Kritiker des Projekts halten den Nutzen angesichts der kleinen Flächen für fragwürdig.

Bildquellen

  • “Natur nah dran” Blankenloch Nord: Olaf Matthei-Socha
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