Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

“Wir lehnen den Standort entschieden ab!” Einige Anwohner der Straße der Picardie an der Friedrichstaler Grundschule machten ihrem Ärger über die geplante Ladestation für Elektroautos Luft. Ortsvorsteher Lutz Schönthal hatte sie in die Sitzung des Friedrichstaler Ortschaftsrats vergangenen Mittwoch eingeladen, um die Kriterien für die Standortauswahl deutlich zu machen. Denn bereits im Juli hatte der Gemeinderat die Standorte für E-Ladestationen in allen Stutenseer Stadtteilen beschlossen (wir berichteten). In Friedrichstal soll die Ladestation demzufolge auf dem Parkplatz von Grundschule, Kindergarten und Sporthalle eingerichtet werden. Zwei Stellplätze sollen für das Laden von Elektroautos freigehalten werden.

Laut Schönthal müssen die folgenden Kriterien für einen Standort erfüllt sein: Die Stromversorgung muss ausreichend sein – man wolle nicht erst teuer Leitungen verlegen, es muss sich um eine öffentliche Fläche handeln, außerdem sei die Nähe zur Infrastruktur wünschenswert, um während des Ladens arbeiten oder einkaufen zu können. All diese Bedingungen sehe man am ausgewählten Standort als erfüllt an. Die betrachteten Alternativen, hätten alle Nachteile: Der Edeka-Parkplatz sei nicht öffentlich, genauso wie der Parkplatz an der Stadtbahnhaltestelle Saint-Riquier-Platz, welcher der Bahn gehöre. Vor dem Bürgerbüro in der Berliner Allee sei der Parkdruck viel zu hoch, um dauerhaft zwei Plätze für das Laden von Elektroautos reservieren zu können. Eine Ladestation an der Sängerhalle sei zu weit außerhalb.

Die weiteren Mitglieder des Ortschaftsrats schlossen sich dieser Argumentation an. Klaus Hofmann (Freie Wähler) konnte die Bedenken der Anwohner zwar nachvollziehen, sah aber keine besser geeignete Fläche. Thomas Hornung (CDU) betonte, dass die Elektrofahrzeuge beim Laden keinen Lärm erzeugten, es sei eine ganz andere Situation als an einer herkömmlichen Tankstelle. In der Nähe des vorgesehenen Standorts befinde sich eine Trafostation, die für ausreichend Strom sorgen könne. “Schade, dass die Anwohner das nicht akzeptieren”, schloss er. Reinhard Breyer (SPD) stellte in Aussicht, dass das auf Dauer nicht der einzige Platz in Friedrichstal bleiben werde. Auch Marcel Konrad (CDU) prognostizierte, dass Elektromobilität immer wichtiger werden würde. Luitgard Mitzel-Landbeck (Grüne) schloss sich ihren Vorrednern an und versuchte die Anwohner zu beruhigen: “Die Zahl der Autos wird sich nicht erhöhen, der Ladevorgang dauert.”

Das konnte die Nutzerin eines Elektroautos, die sich im Publikum befand, bestätigen. Der Ladevorgang werde ein bis zwei Stunden dauern. Zudem könne man über eine App sehen, welche Ladestationen gerade frei seien, so dass es keinen Suchverkehr gebe.

Die anwesenden Anwohner hingegen verwiesen auf die vorhandene Verkehrsbelastung durch Schule, Sporthalle und Kindergarten, die aktuell schon hoch sei. Im Sommer seien zudem abends und nachts Jugendliche auf dem Gelände, die für Lärm und Müll sorgten. Morgens und mittags herrsche besonders viel Verkehr, wenn Eltern ihre Kinder in Schule und Kindergarten brächten oder abholten. Da müsse man sich Sorgen um die Sicherheit der Kinder machen.

“Die Probleme mit dem hohen Parkdruck und den Jugendlichen sind uns bewusst”, erklärte Schönthal. “Sie werden durch Elektroautos aber nicht verschärft.” In dem Zusammenhang verwies er auf die vielfachen Bemühungen des Ortschaftsrats, mit Polizei, Ordnungsamt und Sicherheitsdienst den ruhestörenden Lärm durch Jugendliche in den Griff zu bekommen.

Abschließend bestätigte der Ortschaftsrat einstimmig die Entscheidung, die der Gemeinderat im Juli getroffen hatte. Auf Vorschlag von Klaus Hofmann soll die Ladestation möglichst weit vorne an den Parkplätzen installiert werden, damit es keinen Verkehr bis hinter in die Sackgasse bei der Sporthalle gibt.

Bildquellen

  • Parkplatz Grundschule Friedrichstal: Martin Strohal
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