Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

In diesem Jahr beginnen die Karneval-Fans aus Friedrichstal die Kampagne 2018/19 erstmals für sich. In den vergangenen Jahren wurde der 11.11. immer gemeinsam mit den Blankenlocher Vereinen begangen. “Leider waren da kaum Besucher aus Friedrichstal dabei”, bedauerte Michaela Mai, die Vizepräsidentin des Elferrat Friedrichstal. Deshalb habe man sich entschieden, einen “Sturm auf das Bürgerbüro” in diesem Jahr erstmals in Friedrichstal stattfinden zu lassen.

Ortsvorsteher Lutz Schönthal unterstützt diese Idee. “Im nächsten Jahr findet die 39. Prunksitzung des Elferrats statt”, so Schönthal. Friedrichstal habe also bereits eine gewisse Karnevalstradition. Deshalb freue er sich, dass die Einstimmung in den Karneval auch direkt vor Ort stattfinde.

Vor dem Bürgerbüro in der Berliner Allee hatten sich neben Mitgliedern des Elferrats auch einige Bürger eingefunden, die der Zeremonie beiwohnten. Elferratspräsident Bernd Pfattheicher warf Schönthal zwei örtliche Probleme vor: Zum einen sei die Wallonenstraße als Durchgangsstraße eigentlich für den Güterdurchgangsverkehr gesperrt. Trotzdem würden dort viele Lkw fahren und zwar in einem Tempo wie auf der Nordschleife des Hockenheimrings. Schönthal bestätigte das Problem, verwies aber darauf, dass sich glücklicherweise so gut wie keine Unfälle ereignten, weshalb das Ordnungsamt seine Geschwindigkeitskontrollen auf andere Schwerpunkte konzentriere. Die Wallonenstraße gerate da etwas in Vergessenheit.

Der zweite Vorwurf bezog sich auf die Grundstückspreise: Friedrichstal sei ein familienfreundliches Dorf, so Pfattheicher. “Das Neubaugebiet ‘Wohnen mit der Sonne’ ist insbesondere beliebt bei Familien, die im Lotto gewonnen, reich geerbt haben oder im höheren Dienst beschäftigt sind.” Ob die nicht so betuchten Bürger bald ein Wohngebiet “Wohnen im Schatten” bekämen?

Schönthal entgegnete darauf, dass die meisten Grundstücke im Neubaugebiet in privater Hand seien. Die Stadt habe beim Verkauf ihrer eigenen Grundstücke soziale Kriterien berücksichtigt – so habe es Preisnachlass für Kinder gegeben -, so dass auch Grundstücke für 390 Euro pro Quadratmeter verkauft worden seien. Das seien 200 Euro unter dem Normalpreis.

“Clever aus der Affäre gezogen”, urteilte der Elferrats-Präsident. Trotzdem wurde Schönthal der Schlüssel zum Bürgerbüro abgenommen. Damit haben die Narren die Macht bis zum Februar übernommen. “Leider nur symbolisch”, wie Schönthal lachend feststellte. Er hätte nichts gegen eine Verschnaufpause bis Februar einzuwenden gehabt.

Im vergangenen Jahr war der Friedrichstaler Ortsvorsteher dazu verurteilt worden, selbst gebackene Weihnachtsplätzchen und Glühwein auszugeben (wir berichteten). Dies will er auch in diesem Jahr wieder tun. Treffpunkt dafür ist wieder das Bürgerbüro am Samstag vor Weihnachten, also am 22. Dezember 2018 um 15 Uhr.

Die Verantwortlichen des Elferrats zeigten sich sehr zufrieden mit dem ersten “Bürgerbüro-Sturm” in Friedrichstal. Jede Veranstaltung würde klein beginnen. Man hoffe auf eine positive Entwicklung in den kommenden Jahren.

Bildquellen

  • Sturm des Bürgerbüros Friedrichstal: Martin Strohal
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