Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Nach dem Abriss des alten Hallenbades in Blankenloch soll dessen Grundstück einschließlich Parkplatz in ein neues Wohngebiet mit einem großen Anteil gefördertem und bezahlbarem Wohnen umgewandelt werden (wir berichteten).

Die Stadtverwaltung bezeichnete dieses Gebiet bislang “Wohnen am Neise-Areal”. Bei der Firma Neise handelte es sich um eine Getränkehandlung, die sich zwischen der Festhalle und dem evangelischen Gemeindehaus befand. Genau dort, wo künftig der Parkplatz der Festhalle angelegt werden soll (wir berichteten). Die Neise-Gebäude wurden vor einigen Jahren abgerissen.

Da der Stadtverwaltung dieser Name nicht angemessen erschien, wurde – insbesondere für die Vermarktung der dort entstehenden Wohnungen durch die Volkswohnung – ein neuer gesucht. Die Stutenseer Bürger waren aufgerufen, Vorschläge einzubringen. Über dreißig Einsendungen konnte die Stadt verzeichnen. Daraus wählte sie die sechs besten und geeignetsten aus. Zwischen diesen konnten sich die Teilnehmer des Jugendforums entscheiden. Die meisten Stimmen fielen auf “Mittendrin”, auf dem zweiten Platz landete “Wohnen ‘Grüne Mitte'”, auf dem dritten “Wohnquartier am ‘Alte Bach'”. “‘Mittendrin’ war auch bereits der Titel des Investorenwettbewerbs”, erläuterte Baubürgermeisterin Sylvia Tröger.

Das letzte Wort in dieser Sache hatte der Gemeinderat am vergangenen Montag. Dessen Mitglieder zeigten sich teilweise irritiert über den Begriff “Mittendrin”. “Was ist wo mittendrin?” fragte Stadtrat Wolfgang Sickinger (SPD). Andererseit sei der Name des Wohngebiets nicht ganz so relevant wie später die Benennung der Straßen. Karl Mittag (Grüne) befand sogar: “‘Mittendrin’ trifft überhaupt nichts!” Das Gebiet sei am Rande der Ortsbebauung. Der Kerngedanke, dass Menschen mit unterschiedlicher sozialer Herkunft dort miteinander leben sollen, werde dadurch nicht ausgedrückt. “Miteinander leben” lautete deshalb der Gegenvorschlag der Grünen.

Auch Ludwig-W. Heidt (Freie Wähler) fand den Begriff “mittendrin” nichtssagend. Man wolle eine generationenübergreifende Vermischung. “Generationenzentrum” sei sein Vorschlag.

Sylvia Duttlinger (CDU) erläuterte die Sicht des Blankenlocher Stadtteilausschusses: “‘Mittendrin’ hat etwas Jugendliches, Frisches.” Allerdings plädiere der Ausschuss für den Zusatz “Wohnpark”, also “Wohnpark mittendrin”.

Man diskutiere bereits viel zu lange über dieses relativ unwichtige Thema, befand Stadtrat Ansgar Mayr (CDU). Der Begriff werde nur für die Vermarktung benötigt. “Für die Einheimischen bleibt es das alte Hallenbadgelände.”

Letztlich stimmte das Gremium für “Wohnpark mittendrin” bei einer Enthaltung sowie der geschlossenen Ablehnung der Grünen-Fraktion. Oberbürgermeisterin Petra Becker wertete das Ergebnis als Zeichen für Mitbestimmung, da der Favorit des Jugendforums übernommen worden sei.

Bildquellen

  • Entwurf Bebauung altes Hallenbadgelände: Volkswohnung/ackermann+raff
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