Von meinstutensee.de-Reporter Martin Strohal

Gut zwei Jahre ist es her, dass der Stutenseer Gemeinderat bereits einmal die Flächen für Wohnen und Gewerbe für den Flächennutzungsplan 2030 beschlossen hat (wir berichteten). Damals waren neben den Flächen Blankenloch Süd auch ein Teil des Lachwalds bei Büchig in dem Entwurf enthalten. Gegen diesen Beschluss richtete sich in der Folge ein Bürgerbegehren. Das Ergebnis des Bürgerentscheids fiel deutlich aus und hob den damals vom Gemeinderat gefassten Beschluss auf.

Nun also ein neuer Anlauf. In der Zwischenzeit haben Stadtverwaltung und Gemeinderat sämtliche Flächen in Blankenloch und Büchig aus der Planung genommen – abgesehen von der Fläche zwischen L560 und Bahnlinie, wo Gewerbe angesiedelt werden soll. “Wir wollen das Thema noch einmal neu denken”, erklärte Baubürgermeisterin Sylvia Tröger.

Der Nachbarschaftsverband Karlsruhe hat den Prozess “Flächennutzungsplan 2030” im Jahr 2012 gestartet. Jede Kommune in der Region muss mitteilen, wo sie in den nächsten Jahren Wohnen und Gewerbe ansiedeln möchte, um den Flächenbedarf überörtlich abzugleichen. Die Benennung einer Fläche bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass dort auch ein Neubaugebiet realisiert werden wird.

Dem Nachbarschaftsverband meldet Stutensee nun die bekannten Flächen in den nördlichen Stadtteilen. Für den Wegfall der Flächen in Blankenloch und Büchig hat Stutensee einen sogenannten Flächenpool von 16,2 Hektar gebildet. Wie sich dieser über die Stadtteile verteilt, soll bis Ende 2022 diskutiert und entschieden werden. Die Lachwald-Fläche sei jedoch endgültig aus der Flächennutzung herausgenommen, auch über die Bindung des Bürgerentscheids hinaus, betonte Oberbürgermeisterin Petra Becker.

“Der Flächenpool ist eine sinnvolle Entscheidung”, so Karl Mittag (Grüne). Der Flächenverbrauch sei zwar auf das Notwendigste zu beschränken, allerdings dürfe die Gesellschaft nicht weiter auseinanderfallen, weil der Unterschied zwischen Arm und Reich immer größer werde. “Deshalb müssen neue Flächen für Wohnbebauung erschlossen werden.” Dabei solle die Bevölkerung einbezogen werden.

Auch die Freien Wähler sahen den Flächenpool positiv. “Die Umsetzung soll mit den Bürgern zusammen angegangen werden”, so Klaus Mangold.

“Die Entwicklung von Blankenloch ist nur noch westlich möglich”, stellte Wolfgang Sickinger (SPD) fest. Südlich befinde sich die Frischluftschneise, östlich das Landschaftsschutzgebiet, nördlich die Abrundung durch die Landstraße. Die Fraktion sehe es positiv, dass die Fläche des Lachwalds herausgenommen worden sei.

Heinrich Sickinger (fraktionslos) verwies auf seinen Vorschlag, zu diskutieren, welche Entwicklung man in Stutensee wolle, wie viel Zuzug pro Jahr möglich sein solle. “Eine Nichtentwicklung in Blankenloch wäre nicht gut”. Auch er favorisiere die Entwicklung in Richtung Westen.

“Es geht nicht, alles in die nördlichen Stadtteile zu verlagern”, sagte Nicole LaCroix (CDU). Die Arbeitsplätze seien in Karlsruhe. Straßen und Bahnen seien jetzt schon voll. Der Wohnraum müsse auch auf die vorhandene Infrakstruktur abgestimmt werden. “Wir müssen für Blankenloch eine Lösung finden.”

Drei Grüne enthielten sich bei der Abstimmung, da sie zwar die Herausnahme der Lachwaldfläche begrüßten, sich jedoch gegen die Einrichtung eines Flächenpools aussprachen.

Bildquellen

  • Flächennutzungsplan 2030: Nachbarschaftsverband Karlsruhe
  • Fläche Südl. Hohe Eich I/Lachwald: Martin Strohal
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