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“Corona-Krise und Klima-Krise zusammen denken”

Symbolbild

Bild: torstensimon/pixabay.com

Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen Stutensee | 23.04.2020 20:32 | 1 Kommentar

In unserer Reihe “Aus der Lokalpolitik” schreibt heute Susanne Suhr, Mitglied der Fraktion der Grünen im Stutenseer Gemeinderat. Es handelt sich hierbei um die subjektive Darstellung der Fraktion.

Das Zurückfahren des Lebens zum Schutz vor der Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus hat positive Auswirkungen auf die Umwelt und die Natur. Der Himmel über Stutensee war seit den letzten 20 Jahren nicht mehr so blau. Das liegt nicht nur am Wetter, sondern vor allem an den fehlenden Kondensstreifen der Flugzeuge. Es fahren deutlich weniger Fahrzeuge auf den Straßen.

Uns ist jedoch auch bewusst geworden, wie stark die Gesellschaft verwoben ist, welche heftigen Auswirkungen wenige Wochen des Stillstands bedeuten. Aus der Corona-Krise haben wir hoffentlich gelernt, wie wichtig es ist, auf künftige Krisen vorbereitet zu sein. Die Klimakrise ist seit Langem angekündigt und wird bald nicht mehr abwendbar sein.

Bei der Klimakonferenz 2020 sollten die von den Staaten selbstgesetzten Ziele für den Klimaschutz überprüft und verschärft werden. Die Konferenz ist nun wie so Vieles verschoben worden. Damit verliert der Klimaschutz wichtige Zeit. Es gibt aber auch Stimmen, die es für einen Vorteil halten, da sich die Staaten bislang eher schlecht auf die Klimakonferenz vorbereitet haben. Auch können die enormen Investitionen in der Corona-Krise als Wegbereitung für eine CO2-neutrale Wirtschaft klug genutzt werden.

Dies hat auch ein Teil der Wirtschaftsunternehmen erkannt. Auf eine französische Initiative hin haben Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen zu Investitionen in eine neue grüne Wirtschaft nach der Corona-Krise aufgefordert. Zahlreiche Unternehmen wie Unilever, E.ON, L’Oreal, Danone, Coca Cola, H&M, Volvo, Microsoft, Renault und Ikea gehören zu den Unterzeichnern des Aufrufs. Sie alle verpflichten sich, dazu beizutragen, “unsere Volkswirtschaften auf die Welt von morgen vorzubereiten”, und wollen durch den Aufruf Einfluss auf die Regierungen nehmen. Es sind Unternehmen, die bislang nicht als Klimaschützer aufgefallen sind.

Zahlreiche Vorschläge, wie eine nachhaltige Förderung im Rahmen der Corona-Krise erfolgen könnte, werden bereits diskutiert. Beispielsweise könnten bei den Krediten klimafreundliche Investitionen besser bewertet werden, indem ein impliziter CO2-Schattenpreis für Kredite einberechnet wird oder durch Einbeziehen der Klimaauswirkungen in die Bewertung des Kreditrisikos oder indem sich die Kreditstundung bei klimafreundlichen Maßnahmen erweitert. Möglich wäre es auch, die Stromsteuer zu stunden oder auszusetzen: Strom ist mittlerweile vergleichsweise umweltfreundlich. Durch klugen Einsatz der Corona-Hilfen könnte der Kohleausstieg vorgezogen werden.

Der bestehende Solar-/Photovoltaik-Deckel (gedeckelt auf bestimmte Menge, die jetzt nahezu erreicht ist) sollte endlich aufgehoben werden, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht weiter auszubremsen.

Wir hoffen, dass die Bundesregierung die Krisen-Investitionen klug einsetzt und dabei an die Prävention der Klima-Krise, welche unmittelbar vor der Tür steht, denkt.

Für die Unterstützung der Wirtschaft für erneuerbaren Energien kann auch Stutensee sehr viel beitragen. Die Vorgabe von Photovoltaik- bzw. Solaranlagen für Neubauten sollten künftig selbstverständlich werden. Auf einigen bestehenden städtischen Gebäuden fehlen diese Anlagen trotz vorhandenem Potential. Als prominentes Gebäude wäre hier das Schwimmbad zu nennen. Die Stadt bemüht sich derzeit um den European Energy Award. Die Nutzung des bestehende Potentials würde helfen, dieses Zertifikat zu erlangen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Stadt selbst Sonnenenergie produziert oder dass die Flächen für Bürger:innengemeinschaften freigegeben werden. Damit könnte Stutensee jetzt umso besser dazu beitragen, dass lokale Initiativen zum Klimaschutz und die Solarwirtschaft unterstützt werden.  

Quelle: Bündnis 90/Die Grünen Stutensee

Bildquellen

  • Photovoltaic Solar: torstensimon/pixabay.com

Kommentare

-kwg-

Diese Überlegungen stehen Pate für die angeborene Mentalität der grünen Partei und ihrer Schnellreaktions-Ideologie, in schwersten Zeiten, die die Menschheit und die begleitende Volkswirtschaft seit langer Zeit treffen, gleich spinnennetzartige Verbindungslinien zu ziehen, und nun dann auf ein Neues entstehende Multiproblematiken von allen Richtungen anzugehen und lösen zu wollen. Wie sich ein solches Ansinnen auf die Wählerschaft niederschlägt ist in der momentanen Dauerrutschfahrt von 28 auf 16 zu erleben. Diese Erlebnisse und Geschehnisse in den Familien, in der Geschäftswelt von klein, über mittel bis groß, in der Natur auf dieser unserer uneinigen Welt, sollten erst einmal wieder zur Ruhe kommen, bevor man eine endgültige Abschätzung über die tatsächlichen Schäden und Folgen als Resultat, für uns alle, machen kann. Der für viele folgenschwere Kampf um Leben und Tod, die Einstellung der Bürger an die Allgemeinheit Denkender und die egoistische Vernachlässigung von Menschen mit anderem Gedankengut, werden diese Gesellschaft auf eine schwere Probe stellen, deren Ausgang heute noch nicht bekannt ist. Sich in dieser Zeit mit weiteren verschieden schwierigen Problematiken in einer Diskussionsrunde beschäftigen zu wollen, wie der Klimathematik, der Energiewende, der Verkehrsstrategien der Zukunft usw. usw., dafür scheint mir selbst die Politik und ihre Handlungsbevollmächtigten in Bund, Land und Kommunen momentan stark überfordert. Da sehr deutlich wurde, wie in vieler Hinsicht mit der Beschaffung von Schutzausrüstung, der dringenden Corona-App-Entwicklung, der Schule – und Kitazukunft, die Politik an ihre Grenzen stößt und für jegliche erweiterte Themenvielfalt derzeit ein sehr trübes Erscheinungsbild abliefern würde, sollte man nun mit Bedacht reagieren. Vielleicht könnte man die absoluten Macher und Zukunftsvisionäre des deutschen Profifussballs mit mehr Verantwortung betrauen, für die Lösung dieser Krise zu sorgen. Denn in der Phase der Schwerstproblematik scheint es nichts wichtigeres zu geben, als feststellen zu müssen, welcher Club in Deutschland das Zeug hat, mit Virus-Dauertestung, Virus-Hotelquarantäne und Geisterspielen, auf einem Rathausbalkon dieser Republik zum deutschen Meister gekürt zu werden.
Wenn wir schon was machen, dann machen wir es richtig. Also führen wir auch in der Politik, die Triage ein. Behandlung nach der eingeordneten Schwere der Fälle. Deshalb kommt die OP am offenen Herzen- zuerst und die Behandlung von Schweißfüßen daran anschließend. Und wenn die familiäre Rudelbildung politisch so weit hinter die des Fussballs gestellt wird, dann muss man sich ernsthaft hinterfragen, ob die KSC-Dauerkarte weiterhin zu den Prioritäten des Lebens zählen kann.
Liebe Leute bleibt gesund und haltet Euch an die Regeln, damit niemand über eure Reihenfolge entscheiden muss. Alles Gute. Ein “WIR SCHAFFEN DAS” — habe ich schon lange nicht mehr von offizieller Seite vernommen. Man traut sich nicht mehr es auszusprechen. Schade eigentlich.