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Bahn sucht Weg mit geringstem Widerstand

Symbolbild

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 21.03.2021 20:33 | 2 Kommentare

Vor einigen Monaten hat der Planungsprozess für den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Mannheim und Karlsruhe begonnen. Am 15. März fand hierzu das zweite Dialogforum der Deutschen Bahn mit betroffenen Kommunen, Verbänden und Bürgerinitiativen statt. Thema war die Raumwiderstandsuntersuchung sowie mögliche Grobkorridore für die benötigte neue Trasse.

Raumwiderstände im Suchgebiet

Untersucht wurde das Gebiet zwischen Mannheim und Karlsruhe zwischen Kraichgau und Pfälzerwald. Raumwiderstände wie Wohn- oder Naturschutzgebiete, Wälder, Trinkwasserschutzgebiete und ähnliches wurden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt und auf einer Karte eingezeichnet. Zentrales Ergebnis ist, dass fast im gesamten Suchraum zumindest „hohe“ Raumwiderstände vorliegen (nicht auf der Karte eingezeichnet), in vielen Bereichen wurden auch „sehr hohe“ (auf der Karte rot) und „außerordentlich hohe“ (auf der Karte violett) Raumwiderstände identifiziert. Mögliche Bereiche für eine Neubaustrecke, sogenannte Grobkorridore, sind in der Karte grau markiert. “Durchgehende reine Neubaukorridore ohne Ausbau oder Bündelung sind nicht erkennbar”, erklärt die Bahn. Zudem spricht aus Sicht der Bahn mehr für eine Lösung rechts des Rheins. Dort sei die Geradlinigkeit von Korridoren eher gegeben, während auf der linken Rhein-Seite häufig Umwege in West-Ost-Richtung nötig seien.

“Ein erster Blick auf die Karte der Grobkorridore zeigt bereits jetzt: Der Raumwiderstand in unserer Region ist außerordentlich hoch”, stellt Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, fest. “Angesichts der großen Siedlungsdichte und der hochwertigen Biotopstrukturen kommt dieser Befund nicht überraschend. Eine einfache, sich geradezu aufdrängende Trassenführung kann es nicht geben.” Der Verband werde im weiteren Verlauf versuchen, Belastung von Mensch und Natur gering zu halten sowie das Verfahren als Chance für Entlastung an den Bestandsstrecken zu nutzen.

Im Bereich um Stutensee sind als Grobkorridore die Flächen südwestlich des Kohlplattenschlags zwischen Spöck und Friedrichstal sowie weiter zwischen Staffort und Blankenloch verzeichnet, ebenso wie der Bereich zwischen Friedrichstal und Blankenloch in Verbindung zwischen bestehender Bahnstrecke und Autobahn A5. Die bestehenden Bahnstrecken zwischen Karlsruhe und Mannheim sowie Karlsruhe und Bruchsal sind genauso wie der Verlauf der A5 und der B36 als Bereiche möglicher Bündelungs- und Ausbauoptionen markiert.

Grobkorridore im Bereich Stutensee

Innerhalb der Grobkorridore werden nun im nächsten Planungsschritt weitere Detailprüfungen durchgeführt und sogenannte Trassenkorridore entwickelt, in denen eine Linienführung grundsätzlich technisch machbar ist. Ziel des Planungsprozesses sei es, eine möglichst raum- und umweltverträgliche Variante zu finden, die die Planungsziele erfüllt, so die Bahn.

In einem Workshop sollen diese Themen in der kommenden Woche vertieft werden. Das nächste Dialogforum trifft sich im Juni. Dann sollen erste Linienentwürfe präsentiert werden. Diese werden in den darauf folgenden Monaten weiter ausgearbeitet. Das “Dialogforum” ist ein Format der Öffentlichkeitsbeteiligung bei diesem Projekt und wird geleitet von der DB Netz AG. Wichtige Akteure aus der betroffenen Region sollen so direkt in den Planungsprozess eingebunden werden und ihre Rückmeldungen geben können.

Am kommenden Donnerstag, den 25. März, veranstalten die Freien Wähler gemeinsam mit den Bürgerinitiativen von Graben-Neudorf und Karlsdorf-Neuthard eine Online-Informations- und -Diskussionsveranstaltung zu dem Thema.

Bildquellen

  • Bahnausbau Raumwiderstandsanalyse: DB Netze
  • Bahnausbau Grobkorridor Stutensee: DB Netze
  • Zeitplan Bahnausbau: Deutsche Bahn
  • Bahnstrecke: Martin Strohal

Kommentare

Da kamm man nur hoffen, dass sich Frau Becker an Ihre Reden im Wahlkampf erinnert….”Eine weitere Trasse durch Blankenloch und Friedrichstal wird es mit mir nicht geben”……