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Becker: “Tröger-Rückzug ein Schock”

Petra Becker, Sylvia Tröger bei der OB-Wahl 2018

Bild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 16.03.2021 17:23 | 14 Kommentare

Baubürgermeisterin Sylvia Tröger hat ihren Rücktritt eingereicht und wird die Stadtverwaltung Ende Juli verlassen, wie wir heute früh berichteten. Nun hat sich Oberbürgermeisterin Petra Becker dazu geäußert.

Die Stadtverwaltung hebt in ihrer Pressemitteilung die Verdienste Trögers hervor wie den Neubau des Stutenseebades, den Wohnpark Mittendrin sowie die Planung für den Neubau der Stafforter Mehrzweckhalle und den Umbau des Kindergarten Lachwald in Büchig.

Oberbürgermeisterin Becker habe selbst erst kurz vor Beginn der gestrigen Gemeinderatssitzung von Trögers Rücktritt erfahren. Sie bedaure dies und sei überrascht und schockiert.

Oberbürgermeisterin Becker im Wortlaut:

Die absolut überraschende Entscheidung, Stutensee zu verlassen,  hat uns alle unerwartet und tief getroffen. Ich bedauere diesen Weggang, von dem ich selbst kurz vor der gestrigen Gemeinderatsitzung erfuhr, außerordentlich, hat Sylvia Tröger doch als erfahrene und engagierte Baudezernentin in den vergangenen Jahren mit großer Fachkunde und großem Einsatz stets das Beste für ganz Stutensee und dessen nachhaltige bauliche Entwicklung gesucht und diese bedarfsgerecht mitgestaltet.

Die nunmehr zweieinhalb Jahre, in denen ich im Amt bin, waren immer geprägt von wertschätzender, dezernatsübergreifender Zusammenarbeit auf Augenhöhe und regem fachlichen sowie persönlichem Austausch. Ich habe unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit und gemeinsamen Gespräche immer sehr geschätzt, umso überraschter und schockiert bin ich über den kurzfristig angekündigten Rückzug Sylvia Trögers. Ihre künftig fehlende Einschätzung und ihr Weitblick sind ein besonders herber Verlust für mich persönlich und die gesamte Stadt Stutensee. Im Namen des Gemeinderates, der Ortschaftsräte, der Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung und für ganz Stutensee bedanke ich mich bereits heute für das große geleistete Engagement.

Oberbürgermeisterin Petra Becker

Bildquellen

  • Oberbürgermeisterwahl 2018: Martin Strohal

Kommentare

Scheint mir doch etwas übertrieben. Frau Tröger hatte hier wohl eine andere Auffassung.

Wahrheitsfinder

Diese “Wertschätzung” war in jeder Gemeinderatssitzng mit den Händen zu greifen. Leider hat hier die falsche Dame das Rathaus verlassen.

Hase1

Zeigt auf jeden Fall mehr Stil.
Konflikte sollten intern ausgetragen und besprochen werden. Frischer Wind in der Baubehörde ist bestimmt kein Schaden.

Wahrheitsfinder

@Hase1: Ja, das klingt in der Theorie immer ganz nett mit der internen Klärung. Wenn aber der Oberchef Teil des Problems ist, bleibt von “Love it, change it or leave it” immer nur die letzte Variante übrig.

Andreas Haßmann

Hallo Wahrheitsfinder
als fast immer Anwesender bei den Sitzungen kann ich ihre Einschätzung nicht ganz teilen. Es war schon seit längerem das Problem zuerkennen.Wenn mehrmals wegen eigentlich Kleinigkeiten nachgefragt werden muß und eigentlich Selbstverständlichkeiten des Vergaberechtes, über längere Zeit fast 2 Jahre nicht beachtet werden, muß man mit Druck von allen Seiten rechnen.Vielleicht war der Tätigkeitsbereich zu umfangreich, man muß nicht aus allem ein Projekt machen. Auch sollte man nicht eine eigene Wohnungsgesellschaft ausbremsen um die eigenen Grundstücke zuallererst an Investoren vergeben zu können.
Vielleicht ist jetzt der geeignete Zeitpunkt für einen absoluten NEUANFANG mit absoluter Offenheit der gesamten Verwaltung gegenüber dem Bürger und dem Gemeinderat wie bei der Wahl versprochen.
Absolut heißt, nur geschlossene Sitzungen wenn es um Personen oder Grundstücksverkäufe geht wie in der Gemeindeordnung aufgeführt. Ansonsten werden wir in absehbarer Zeit vermutlich eine Wiederholung erleben.
Trotz allem muß man sich umgewöhnen, wer weiß was für Ideen der Nachfolger bringen wird.

Wahrheitsfinder

Lieber Herr Haßmann,
die von Ihnen (zurecht!) eingeforderte Offenheit ist sicher nicht mangels Willen und Unterstützung aus dem Dezernat II erreicht worden, sondern liegt an Vorgaben der obersten Verwaltungsspitze, die ja uch Verfahrensherr über die Sitzungen des GR und des AVS ist.

-kwg-

Wer so einen einschneidenden Schritt macht, wird auch einen triftigen Grund dafür haben. Frau Tröger hat diesen Schritt sicher nicht gemacht, weil sie nach einiger Zeit festgestellt hat, dass sie den Stutenseer Dialekt nicht versteht. Auch die dickeste Brühe, wird mit der Zeit klarer.

Andreas Haßmann

Hallo Wahrheitsfinder,
ich glaube nicht dass der Verzicht auf Ausschreibungen von Fr.Becker angeordnet wurde. Bei der Offenheit gebe ich ihnen Recht ,da lassen alle Bürgermeister ihren Willen vermissen. Auch vom Gemeinderat kommt mir da zu wenig Unterstützung. Es gibt da ja auch die Sprüche; DAS haben wir schon immer so gemacht. Aber man kann alles ändern,nur jetzt möglichst schnell. Frau Tröger wird bestimmt eine neue Aufgabe finden.

MfG☆☆

Frau Becker, angetreten mit dem großen Thema Transparenz ist relativ schnell in der RealPolitik angekommen und beherrscht die Grundlagen schon nach kürzester Zeit. Was man schon alleine am zeitlichen Ablauf der Meldungen sieht. Da haben ihre zahlreichen “Helferlein” im Rathaus schnell eine Lobeshymne auf Frau Tröger gestrickt – so geht Politik. Frau Tröger hat da aber ohne Zweifel auch ihren Anteil daran, das lag nicht zuletzt an den unterschiedlichen Fraktionszugehörigkeiten, was eigentlich an sich schon traurig genug ist, aber so läuft das nun mal, auch in oder besser vor allem in Stutensee, leider auch unter der neuen Führung.

nandel

Tatsache ist dass die CDU das Trauma der verlorenen OB Wahl nie verwunden hat. Vom ersten Tag an wurde zumindest von Teilen der CDU-Fraktion gegen die direkt vom Volk gewählte Oberbürgermeisterin Frau Becker insistiert – eine Beleidigung der Intelligenz der Wahlbürger!
Zumindest auf kommunaler Ebene sollten am Tag nach der Wahl parteipolitische Spielchen gegen eine demokratisch gewählte Person im Interesse aller Bürger ein Ende haben.
Es stellt sich deshalb die Frage ob Frau Tröger nicht fataler weise Opfer “ihrer eigenen Fraktion” wurde.
Übrigens, ein Blick in die Gemeindeordnung hätte genügt um festzustellen, dass die Oberbürgermeisterin einzig und alleine Chefin der Verwaltung ist und alle anderen Kollegial-Mitarbeiter weisungsgebundene Mitarbeiter sind.
Diese Lebens- und Rechtsrealität muss auch ein vom Gemeinderat gewählter Wahlbeamter akzeptieren – ob er nun Fraktionen hinter oder vor sich wähnt.

FH...

… als Wähler*in von Frau Becker würde ich die “Schuld” nicht nur in Richtung CDU schieben wollen. Leider hat sich Frau Becker in Sachen Transparenz, Verwaltungsführung, Schwerpunktsthemenwahl (z.B. Waldbewirtschaftung), etc. nicht so entwickelt, wie man sich (vielleicht) erhofft hat. Es fehlt eine Vision, ein roter Faden, wo man hin will.

MfG☆☆

Nandel und FH
Ihre beiden Aussagen treffen zu, die CDU versteht bis heute noch nicht, wie das passieren konnte…… Im aktuellen Bericht in der BNN wird sie ja auch ausschließlich von Parteikollegen gelobt. Auf der anderen Seite hat sich Frau Becker wirklich nicht so entwickelt wie von vielen erhofft, das kommt auch von ihren Mitarbeitern so zurück. Letztendlich haben beide nicht erfüllt, was Stutensee erwartet hat. Vielleicht bekommt Frau Becker noch die Kurve und erinnert sich an ihre Wahlkampfthemen. Eigentlich eine verpasste Chance für Stutensee, denn grundsätzlich sind beide Damen fachlich sicher gut – nur halt in unterschiedlichen Fraktionen – hätte was werden können.

nandel

Chapeau ….!! Da bestätigt doch Stadtrat Thomas Hornung meine Erfahrungen und Eindrücke und meine vorstehenden Einlassungen. Es gibt doch noch aufrichtige Kommunalpolitiker mit Substanz!
Frau Becker und der Gemeinderat (!) haben jetzt die Chance das mittlerweile durch die parteipolitischen Verfilzungen der Vergangenheit schwer diskreditierte Amt des Beigeordneten endlich abzuschaffen! Es wäre m. E. ein Segen für die Verwaltung und die Bürger.
Die funktionale Fortführung wäre vielleicht durch die Stelle eines “unpolitischen” Stadtbaumeisters möglich – im Sinne der notwendigen Schonung der Flächen mit Schwerpunkt Bestandsverwaltung und -erhaltung. Bleibt gespannt abzuwarten, wie sich die Fraktionen verhalten. Aber vielleicht steht schon einer vor der Tür, der versorgt werden muss. In Stuttgart wird in nächster Zeit wohl einiges an Personal freigesetzt.

MfG☆☆

Die CDU wird schon wieder suchen, sofern sie nicht schon jemanden im Auge hat und dann geht das ganze Fraktionstheater einfach weiter…..zur Last Stutensees. Aufgaben verteilen und Stelle einstampfen, würde viel Geld und Nerven sparen. So könnte man auch die unnötigen Kosten der BM- Stelle ausgleichen. Hut ab vor Herrn Hornung – die Wahrheit hat mit nachtreten nichts zu tun, solche klaren Aussagen sind viel zu selten, es wird hier auch niemand der auch nur etwas Einblick hat, etwas anderes behaupten können….Hut ab Herr Hornung !!