Geißler-Abschied: “Er hat den Stutensee-Gedanken verinnerlicht”

Geißler mit Vertreter:innen des Gemeinderats: Nicole LaCroix, Ansgar Mayr, Kathrin Weisser, Edgar Geißler, Sven Schiebel, Beate Hauser, Marius Biebsch

Beitragsbild: Martin Strohal

Von Martin Strohal | 29.07.2022 11:46 | Keine Kommentare

Sein gesamtes Berufsleben hat Edgar Geißler bei der Stadtverwaltung Stutensee verbracht, die letzten fünf Jahre als Bürgermeister. Zu seinem offiziellen Abschied in den Ruhestand vergangenen Montag war die Blankenlocher Festhalle gut gefüllt. Bürgermeister aus der Region, Gemeinderäte und Landtagsabgeordnete waren gekommen. Geißler hatte auch Wert darauf gelegt, alle Mitarbeitenden der Verwaltung einzuladen. Als Überraschungsgast und zur Freude Geißlers war Ágnes Appelshoffer, die Bürgermeisterin der ungarischen Partnerstadt Tolna, angereist.

OB Petra Becker überreicht Geschenke

In einer langen und herzlichen Ansprache fasste Oberbürgermeisterin Petra Becker das Wirken Geißlers in Stutensee zusammen. “Es ist nur der Blick auf’s Ganze möglich, sonst würde es den Rahmen sprengen”, betonte sie. Geißler als Experte in der Gemeindeordnung, als Vorangeher bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Verwaltungsangestellten, als Anpacker und Ermöglicher bei Vereins-Engagement, als Aufbauer der Wirtschaftsförderung. “Eine Lebensleistung, die deutliche Spuren hinterlässt”, so Becker.

“Dirk Nowitzki, Thomas Müller – man wird zur Clublegende, wenn man nur für einen Verein aktiv war”, verglich Becker Geißlers Berufsleben mit Sportlern. Auch Geißler habe alle Transfer-Möglichkeiten ausgeschlagen. Er habe die volle Identifikation gelebt und den Stutensee-Gedanken verinnerlicht. Als Dank erhielt er einen Druck des Künstlers Dietmar Israel, einen Gutschein zur Pflanzung eines Baumes sowie einen Lokalgutschein.

“Obwohl er nicht in Stutensee gewohnt hat, kenne ich wenige, sie sich so mit Stutensee identifiziert haben”, ergänzte Ansgar Mayr, der die Grußworte des Gemeinderats überbrachte.

“Wenn Sie nicht so wichtig wären, wären nicht so viele Leute bei einer solchen Hitze anwesend”, stellte Überraschungsgast Ágnes Appelshofer aus Tolna fest. Geißler habe damals vor 30 Jahren die Partnerschaft mit Tolna mit in die Wege geleitet.

Auch für die Schulen sei Geißler immer da gewesen, betonte der geschäftsführende Schulleiter Joachim Mack. “Auch wenn Sie bei mir nicht ganz so oft zum Kaffee waren wie bei Frau Anzt im Thomas-Mann-Gymnasium”, ergänzte er augenzwinkernd. Natürlich gebe es an den Schulen “ein bisschen Sanierungsbedarf”, Geißler habe daran aber keinen Anteil. Es sei nicht immer alles machbar, was wünschenswert ist. Eigentlich sei Stutensee von der Einwohnerzahl ja auch zu klein für sieben Schulen. Unter Gelächter des Publikums beschrieb Mack launig Geißlers Pokergesicht. “Man wusste nie, war der Witz schon rum oder kommt er noch.”

Der angehende Ruheständler Geißler freute sich über die vielen lobenden Worte, obwohl er selbst nie gerne im Mittelpunkt gestanden habe. Als Katholik stellte er jedoch auch fest: “Zu viel Weihrauch macht rußig.” Den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung hinterließ er einige Ratschläge wie: “Das wichtigste einer Kommune sind ihre Beschäftigten” und “Passt mir auf unsere Kinder auf!” Auf das Leben und Wirken von Edgar Geißler hat meinstutensee.de bereits vor einigen Wochen zurückgeblickt.

Nun steht in der Stadtverwaltung ein größerer Umbau an. Die dritte Bürgermeisterstelle soll nicht erneut besetzt werden. Vielmehr werden die Ämter und Funktionen des Dezernat 3 auf die beiden Dezernate von Oberbürgermeisterin Becker und Erster Bürgermeisterin Schönhaar verteilt werden.

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