Weiches Wasser, Kindergärten und Bauflächen – Einwohnerversammlung in Friedrichstal

Beitragsbild: Jannick Holste

Von Jannick Holste | 09.07.2022 10:34 | 1 Kommentar

Am 5. Juli fand in Friedrichstal die öffentliche Einwohnerversammlung der Stadt Stutensee statt. Rund 30 Bürger:innen waren abends in die Sängerhalle gekommen.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem Themen wie die Situation der ukrainischen Geflüchteten in Stutensee sowie die künftige Nutzung der Landesflächen neben dem Haus Edelberg und des Bolzplatzes an der Mannheimer Straße. Zudem informierte die Stadtverwaltung über den aktuellen Stand der zentralen Wasserenthärtung, die Planung der Kinderbetreuungsangebote und der Güterbahntrasse Mannheim-Karlsruhe.

Die wichtigsten Neuigkeiten auf einen Blick:

Ukraine-Hilfe
Über 80% der ukrainischen Geflüchteten in Stutensee sind derzeit in privaten Haushalten untergebracht. Bürger:innen können sich laut Auskunft bei Fragen jederzeit per E-Mail an ukraine-hilfe@stutensee.de wenden.

Bauflächen
Für die Fläche auf dem Bolzplatz an der Mannheimer Straße wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die prüfen soll, ob dort ein Kindergarten errichtet werden kann. In dieser Machbarkeitsstudie soll explizit auch überprüft werden, ob die Lärmbelastung für die Kinder nicht zu groß wäre. Der angrenzende Spielplatz gehöre aktuell nicht zur geplanten Baufläche und solle bestehen bleiben, so Oberbürgermeisterin Becker.

Zentrale Wasserenthärtung
Nachdem 2019 bei einer Bürgerversammlung das Vorhaben, eine zentrale Wasserenthärtung für Stutensee einzurichten, auf große Zustimmung stieß, ging das Projekt in die “zielorientierte” Planung über. Der erste Ansatz einer Wasserenthärtung mit Hilfe von Osmoseanlagen in den Wasserwerken Friedrichstal und Blankenloch konnte nicht umgesetzt werden, da die Ableitung des gefilterten Kalks in den Pfinz-Entlastungskanal in Blankenloch nicht möglich sei. Der aktuelle Plan sieht daher eine zentrale Wasserenthärtung in einem neuen separaten Gebäude beim Friedrichstaler Wasserwerk vor. Hier wurde bereits geprüft, dass die Kalkableitung in die Pfinz-Heglach erlaubt ist. In dem neuen Gebäude soll ebenfalls ein zusätzlicher Wasserspeicher Platz finden. Der Zielhärtegrad ist 8 Grad deutscher Härte und macht somit private Enthärtungsanlagen überflüssig. Die Gesamtkosten des Projekts inklusive Wasserspeicher wurden auf 10 Millionen Euro geschätzt. In diesem Zusammenhang kündigte die Stadtverwaltung eine Anhebung der Wassergebühr auf 1,65€/m3 an.

Kinderbetreuungsangebote
In Friedrichstal werde aktuellen Erhebungen zufolge bis 2027 ein neuer Vier-Gruppen-Kindergarten benötigt.
Derzeit wird ein neuer Waldorfkindergarten auf der Brachfläche neben dem alten Rathaus geplant. Die fertigen Module für den Kindergarten wurden bereits erworben. Um die Nachhaltigkeit des Baus zu gewährleisten, sollen eine Wärmepumpe und Photovoltaikanlagen verwendet werden. Verkleidet werde der Neubau mit Holz.

An der Friedrich-Magnus-Grundschule Friedrichstal werden während der brandschutztechnischen Sanierung Container auf dem Schulhof errichtet. In diesen Containern werden immer die Klassen des aktuell von der Sanierung betroffenen Abschnittes untergebracht. Die Sanierung soll im Jahr 2023 bereits abgeschlossen sein.

Bahnprojekt Mannheim-Karlsruhe
Zwar gab es bezüglich des aktuellen Planungsstandes nichts Neues zu berichten, Oberbürgermeisterin Becker wies aber darauf hin, dass sie “weiterhin gegen die Bahntrasse zwischen Spöck und Friedrichstal und die damit verbundene Zerschneidung der Landschaft kämpfe”. Aktuelle Informationen zum Projekt gibt es im Internet unter www.mannheim-karlsruhe.de.

In der abschließenden Fragerunde wurde nachgehakt, ob der Bau des neuen Gebäudes zur Wasserenthärtung direkt an den Gleisen nicht mit dem potentiellen Bauvorhaben der DB kollidiere, einen Tunnel unter Friedrichstal zu bauen. Becker wies diesbezüglich darauf hin, dass der konkrete Plan für den Bau zuerst da war und auch zuerst gebaut wird, sodass sich die Bahn dann danach richten müsse.

forum Kommentare

Darius

Zentrale Wasserenthärtung: “…Der erste Ansatz einer Wasserenthärtung mit Hilfe von Osmoseanlagen in den Wasserwerken Friedrichstal und Blankenloch konnte nicht umgesetzt werden, da die Ableitung des gefilterten Kalks in den Pfinz-Entlastungskanal in Blankenloch nicht möglich sei.” Jetzt wunder mit doch, es gab doch ein Gutachten, dass alles in Ordnung ist und gehen würde. Wo kommt denn jetzt plötzlich diese Begründung her? Oder täusche ich mich da? Es war doch ein Kostenthema, dass die ganze Angelegenheit verschoben wurde. Ich würde jetzt gerne einmal eine Gegenüberstellung sehen, was damals kalkuliert war und was die Maßnahme jetzt nach den extremen Kostensteigerungen der letzten Jahre kosten werden soll (und was sie dann schlussendlich kostet, sofern sie überhaupt einmal fertig wird).


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